SCHWYZ: Strenge Tests wegen Salmonellen-Gefahr

Das Laboratorium der Urkantone überprüft regelmässig die Eier vieler Kleinbetriebe. Die Kontrollen sind streng und aufwendig – doch die Qualität der hiesigen Produzenten ist spitze.

Irene Infanger
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Biologielaborantin Sandra Jakob im Laboratorium der Urkantone. (Bild Irene Infanger)

Biologielaborantin Sandra Jakob im Laboratorium der Urkantone. (Bild Irene Infanger)

Es sind keine angenehmen Erscheinungen: Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Wer ein geschwächtes Immunsystem hat, dem kann ein Befall von Salmonellen (siehe Box) auch gefährlich werden. Eier, die mit Salmonellen belastet sind, können bei rohem Verzehr die oben genannten Krankheitserscheinungen hervorrufen. Gerade während der Osterzeit, wenn die Regale in den Lebensmittelgeschäften übervoll sind und entsprechend viele Eier gegessen werden, stellt sich die Frage, ob man dies guten Gewissens tun kann. Dieser Frage nimmt sich das Laboratorium der Urkantone (Laburk) an: Alljährlich werden rund 70 Kleinbetriebe in einer gross angelegten Kampagne einer Kontrolle unterzogen. Jedoch erst nach Ostern: «Die Untersuchungen finden nach Ostern statt, weil die Produzenten dann die übrig gebliebenen Eier abgeben können», erklärt Beat Kollöffel, Leiter Mikrobiologie des Laburks. So werde das für die Betriebe wichtige Ostergeschäft nicht tangiert.

Aufwendiges Verfahren

In den nächsten Tagen erhalten die Verantwortlichen des Laburks von jedem Produzenten aus den Kantonen Schwyz, Ob- und Nidwalden sowie Uri jeweils 20 Eier. Jedem dieser Eier wird dann eine genau vorgeschriebene Menge an Eigelb entnommen, um es im soge­nannten Sandwich-Elisa-Verfahren (Elisa = Enzyme-linked Immunosorbent As- say) auf mögliche Antikörper des Huhns gegen «Salmonella Enteritidis» zu untersuchen. Ein aufwendiges Verfahren, das gut fünf Stunden dauert.

Weisen fünf Eier, also 20 Prozent aller untersuchten Eier eines Produzenten, Antikörper gegen «Salmonella Enteritidis» auf oder sind nicht genau interpretierbar, liegt ein Verdachtsfall vor. «Dann müssen wir dem Kantonstierarzt einen Bericht ausstellen, der dann eine grosse Kontrolle vor Ort vornimmt», sagt der Leiter der Mikrobiologie. In den letzten Jahren ist dies aber nicht vorgekommen. Im letzten Jahr beispielsweise wurden gar keine Verdachtsfälle bei den 70 untersuchten Betrieben nachgewiesen. «Die Qualität in den Urkantonen ist also gut und die Bestände sehr sauber», kann Beat Kollöffel ruhigen Gewissens sagen.

Grosse Betriebe häufiger geprüft

In der vom Laboratorium durchgeführten Eier-Kampagne werden nur Eier von kleineren Betrieben untersucht, und zwar direkt ab Hof. Eier aus dem Detailhandel fallen deshalb nicht darunter. Denn diese beziehen ihre Eier von Grossbetrieben, die mehr als 1000 Legehennen haben und einer vierteljährlichen Kontrolle durch den Kantonstierarzt unterstehen. In den Urkantonen gibt es gut fünf bis zehn solche Grossbetriebe. Produzenten, die zwischen 50 bis 1000 Tiere aufweisen, werden einmal jährlich kontrolliert. «Es ist auch den Produzenten ein Anliegen, dass sie wissen, dass ihre Eier sauber sind. Denn ein Salmonellen-Befall sieht man dem Huhn oder Ei nicht an», betont Kollöffel. Das Bakterium ist ansteckend und in der Umwelt relativ lange überlebensfähig. Es kann beispielsweise von Wildvögeln via Kotabgabe auf die Hühner übertragen werden. Früher kam es auch vor, dass das Bakterium über Futtermittel in Umlauf kam. Dank verschärfter Vorschriften von Seiten des Bundes ist dies aber kaum mehr der Fall.