SCHWYZ UND STEINEN: Fasnacht verbrannt und underägmacht

Der Blätz brennt auf dem Hauptplatz in Schwyz. Und in Steinen wird der Schällä-Under unter einem Schachtdeckel vergraben. Kein Zweifel: in Schwyz ist die Fasnacht 2009 Geschichte.

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In diesem Moment explodiert der Blätz auf dem Schwyzer Hauptplatz und beendet die Fasnacht 2009. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

In diesem Moment explodiert der Blätz auf dem Schwyzer Hauptplatz und beendet die Fasnacht 2009. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

In flackerndes Licht getaucht ist der Hauptplatz in Schwyz. Der Blätz brennt. Und mit seinem Ableben werden all die Erinnerungen an die frohen und ausgelassenen Tage der Fasnacht tief im Herzen weggeschlossen.

Und wieder hervorgeholt, wenn einen die Mühsal des Alltags drückt. Die Feuerwerker der Güdelzischtiger haben den Blätz grosszügig mit Sprengstoffen aller Art gefüllt. Mit grossem Knall und Funkengestiebe und unter Anteilnahme der gegen 1700 Fasnächtler explodiert die Schwyzer Fasnacht zusammen mit dem Blätz nach rund drei Minuten auf dem Scheiterhaufen.

Effizenter als Maurer
In Steinen drängen sich Hunderte Maschgraden, Zuschauer und Tambouren auf dem Dorfplatz, um die Fasnacht zu beerdigen. «Underämachä» heisst das.

Unter Beileidsbezeugungen der Anwesenden wird der Schällä-Under, der die Steiner Fasnacht symbolisiert, unter einem Schachtdeckel vergraben. «Underägmacht» eben. Narrenvater Wisi Arnold konnte auf eine spezielle Fasnacht zurückblicken.

Speziell deshalb, weil heuer ein grosser Umzug, der nur alle fünf Jahre organisiert wird, das Dorf erschütterte. Ein etwas wehmütiger Arnold: «Dr Umzug, diä zündendä Ideä sind bereits Gschicht. Zrug blibit geili Bilder und mega gueti Bricht. Und ich träumä nu nächtelang und hoffentlich iär au. Das isch sie gsi die gröschti Steiner Narräschau.»

Und auch der Chef des VBS, Ueli Maurer, kommt bei Narrenvater Wisi nicht ganz ungeschoren davon: «Wo üsi Piazza-Talibaschplaner und -buer, sich wiit effiziänter zeigit als im Bundesrat dr Murer.» Diese Planer und Arbeiter hätten den Dorfplatz verzaubert. Es sei ihr Verdienst, ihre Tat, «dass dr Talibasch hiä als Denkmal ufem Dorfplatz staht.»

Harry Ziegler