SCHWYZ: Zwölf Polizisten auf «Hausbesuch»

Im Zusammenhang mit dem Fall Luchs hat die Polizei bei einem der Opfer eine Razzia durchgeführt. Daran beteiligt waren gleich zwölf Polizisten.

Jérôme Martinu
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Mitglieder der Spezialeinheit Luchs standen in Andermatt im Einsatz. (Archivbild Philipp Schmidli)

Mitglieder der Spezialeinheit Luchs standen in Andermatt im Einsatz. (Archivbild Philipp Schmidli)

Das «Luchs»-Opfer, das wegen des unrechtmässigen Bezugs von Suva-Geldern verurteilt worden ist, hat 2010 Besuch von der Polizei erhalten. Wie Recherchen unserer Zeitung zeigen, rückten damals gleich zwölf Polizisten, zum Teil in Schutzwesten, und Polizeihunde zu einer Hausdurchsuchung an – obwohl der damals 22-jährige Serbe weder vorbestraft noch bislang als gefährliche Person aufgefallen war. Das stösst auf Kritik: Ein national bekannter Jurist, der nicht namentlich genannt werden will, sagt: «Was so viele Polizisten da zu suchen hatten, ist mir rätselhaft.»

Die Polizei rechtfertigt das Grossaufgebot damit, dass mehr Polizisten auch schneller arbeiten könnten. «Es stellt sich die Frage, ob es verhältnismässiger ist, wenn zwölf Polizisten nach einer Stunde die Hausdurchsuchung beendet haben oder wenn zwei Polizisten dafür sechs Stunden benötigen», so Polizeisprecher David Mynall.