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Bund vereitelt Schwyzer Pläne: 700-jähriges Holzhaus in Steinen bleibt geschützt

Das Departement des Innern stoppt den Abriss eines über 700 Jahre alten Hauses in Steinen. In dieser Form dürfte der Entscheid schweizweit noch nie gefällt worden sein.
Jürg Auf der Maur
Das 700-jährige Holzhaus an der Lauigasse in Steinen. Bild: Jürg Auf der Maur

Das 700-jährige Holzhaus an der Lauigasse in Steinen. Bild: Jürg Auf der Maur

Nicht nur das 700-jährige Holzhaus an der Lauigasse in Stei- nen ist geschichtsträchtig. Geschichtsträchtig ist auch die Auseinandersetzung, die sich rund um die faktische Abrissbewilligung durch den Regierungsrat entwickelt hat. Gestern wurde bekannt, dass das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) ein weiteres Veränderungs- und Abbruchverbot erlassen hat. Das heisst: Das Gebäude bleibt vorderhand so, wie es ist.

Das Haus wurde im Sommer 2017 von der Schwyzer Regierung zum Abbruch freigegeben. Auf Begehren des Heimatschutzes und seiner Schwyzer Sektion war der Abbruch vom kantonalen Verwaltungsgericht vorerst gestoppt worden.

Eine Schweizer Premiere für Steinen

Das nun vom EDI ausgesprochene Abbruchverbot ersetzt eine superprovisorische Verfügung, die vorerst bis Ende Juni ein befristetes Veränderungsverbot vorsah. Nun gilt dieses Verbot, bis mit den Eigentümern eine dauerhafte Lösung gefunden wird. «Ich bin hocherfreut», sagt Adrian Schmid, Geschäftsführer des Schweizer Heimatschutzes. Dieser führt zusammen mit der von Isabelle Schwander präsidierten Schwyzer Sektion den Kampf für den Erhalt des historischen Holzhauses. Es sei seines Wissens das erste Mal, «dass der Bund in den letzten Jahrzehnten den Artikel 16 des eidgenössischen Gesetzes über den Natur- und Heimatschutz durch das EDI direkt anwendet».

Damit bestätige das Departement des Innern ausdrücklich ein umfangreiches Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalschutz, welches den mittelalterlichen Holzhäusern gar einen europäischen Stellenwert zuordnete. Damit, so Adrian Schmid, sei die Auseinandersetzung um den Schutz «dieses einzigartigen Zeugen aus der Zeit des Morgartenkriegs auf der Ebene der politischen Lösungen angelangt». Konkret heisse dies, dass die vorsorglichen Massnahmen bis zum Entscheid des EDI über ein allfälliges Scheitern der Vergleichsverhandlungen gelte. Nun müssen sich alle Beteiligten an einen runden Tisch setzen.

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