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«Auf Pausenplätzen ist es lauter»

Ab 2019 gelten schärfere Lärmschutzregeln. Veranstalter müssten ab einer Lautstärke von 93 Dezibel Konzerte oder Partynächte mit einem geeichten Messgerät aufzeichnen. Sie wehren sich mit einer Petition.
Nicole Auf der Maur
Nicht ganz so still: Auch Stiller Has erreichen im «Gaswerk» mehr als 93 Dezibel. (Bild: Christoph Clavadetscher)

Nicht ganz so still: Auch Stiller Has erreichen im «Gaswerk» mehr als 93 Dezibel. (Bild: Christoph Clavadetscher)

«Dies ist ein Rockkonzert, es kann also etwas lauter werden.» Mit diesen Worten eröffnete Luke Gasser vor einigen Jahren ein Konzert in Brunnen. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Töne vieler Instrumente an und für sich schon 93 Dezibel überschreiten. Wenn die Instrumente dann – wie an einem Pop- oder Rockkonzert – noch verstärkt sind, liegt der Wert in den meisten Fällen deutlich höher.

Eine neue Verordnung des Bundes über den «Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall» (V-NISSG) sieht vor, dass Veranstaltungen ab 93 Dezibel mithilfe eines geeichten Aufnahmegeräts aufgezeichnet werden müssen. Ausserdem müssen diese Veranstaltungen mindestens 14 Tage vorher gemeldet werden. Ein geeichtes Gerät zur Aufzeichnung kostet mehrere tausend Franken. Für viele Veranstalter ist ein solcher Kauf schwierig zu bewerkstelligen – vor allem, wenn sie keine festen Bauten haben (zum ­Beispiel Veranstalter von Fasnachtsfesten) oder mit einem engen Budget haushalten.

«Bürokratischer Aufwand ist enorm»

Gegen die Verordnung, die Anfang 2019 in Kraft treten soll, wehren sich deswegen Konzertveranstalter, Clubbesitzer, Musiker und Konzertbesucher. Felix Mechelke, Musiker aus Luzern, hat eine Petition lanciert. «Der bürokratische Aufwand ist enorm und erschwert das Organisieren von Veranstaltungen bis ins Unmögliche», so Mechelke, «dem Bundesamt für Gesundheit scheint nicht klar zu sein, dass gewisse Instrumente schon unverstärkt eine hohe Lautstärke freisetzen. So werden beim Soundcheck mit einem Schlagzeuger in einem kleinen Konzertsaal schon unverstärkt Lautstärken bis 100 Dezibel erreicht.» Demnach müsste wohl jeder Veranstalter ein neues geeichtes Aufnahmegerät bereithalten.

Auch Roger Bürgler, Festivalleiter Gersauer Herbst, meint, dass die neue Verordnung zu weit gehe. «Die bestehende Verordnung hätte völlig gereicht.» Der «Gersauer Herbst» bietet zwar grösstenteils eher ruhigere Konzerte an. «Wenn wir aber auf der kleinen Bühne im Alten Rathaus für Schlagzeuger eine Schallschutzwand bauen müssen, dann ist das schlicht ein Witz», so Bürgler. Der Leiter des beliebten Festivals hat die Petition auch unterzeichnet. «Während der Pause auf dem Schulhausplatz ist es lauter als 93 Dezibel. Die Bauarbeiten vor unserer Agentur werden es auch sein.»

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