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Zum 100. Geburtstag: Ausstellungen ehren den innovativen Maler Hans Schilter

Der Goldauer Künstler Hans Schilter brach mit seinem Schaffen Traditionen in der Glasmalerei. Anlässlich seines 100. Geburtstages gibt es zwei Ausstellungen mit seinen Werken.
Stephanie Zemp
Hans Schilter im Selbstporträt. (Bild: PD)

Hans Schilter im Selbstporträt. (Bild: PD)

Wenn die Schwyzer Parlamentarier an sonnigen Tagen im Kantonsratssaal sitzen, scheint hinter ihnen das Licht durch farbige Fensterscheiben. Gestaltet hat diese der Goldauer Maler Hans Schilter im Jahr 1971 im Auftrag des Kantons. Er hatte sich dafür entschieden, die sieben Werke der Barmherzigkeit aus dem Matthäusevangelium darzustellen. Darunter finden sich Szenen wie «Fremde beherbergen», «Hungrige speisen» oder «Gefangene besuchen». Der Maler wollte die Politiker damit sensibilisieren, immer das Wohl der Bürger im Auge zu behalten. Drei Jahre lang hat Hans Schilter daran gearbeitet.

Zwei dieser Glasscheiben sind nun in der Ausstellung zum Maler Hans Schilter und seinen Standesscheiben im Bundesbriefmuseum in Schwyz zu sehen, ebenso die Entwürfe aller Rathausscheiben sowie weitere Aufträge dieses bedeutenden Schwyzer Künstlers.

Im 16. und 17. Jahrhundert war es Tradition, dass sich die Kantone untereinander sogenannte Standesscheiben schenkten. «Die farbigen Glasscheiben wurden beispielsweise zu Jubiläen über- geben oder wenn ein neues Rathaus oder eine Kirche gebaut wurde», erklärt Markus Bamert, der die aktuelle Ausstellung mitinitiiert hat. Dass damit eine Fensterscheibe weniger bezahlt werden musste, war für den Empfänger ein schöner Nebeneffekt.

Tatsächlich ging es jedoch um mehr als das: Das Wappen des Schenkerkantons war jeweils dominant in die Scheibe eingefügt. «Die Standesscheibe war sozusagen das Symbol oder das Selbstporträt eines Kantons», sagt Bamert. Mit der Schenkung wollte man seine Freundschaft ausdrücken, aber auch Präsenz markieren.

Im 20. Jahrhundert lebte dieser Brauch aus der Renaissance wieder auf. In den 1960er-Jahren bekam Hans Schilter den Auftrag, eine Glasscheibe für alle Gersauer Geschlechter herzustellen. Statt wie bisher die Familienwappen ins Zentrum zu stellen, wollte der Künstler lokale Themen aufgreifen. So hat er einen Bauern beim Pflügen oder die Seefahrt als Motiv für die Glasfenster gewählt und stilvoll umgesetzt. Das Wappen der Familien fügte er dezent hinzu. Auch bei den Scheiben im Kantonsratssaal sind die Bezirkswappen auf besondere Art und Weise eingefügt: In einem achten Bild hat Hans Schilter sie einem Engel in die Hände gelegt.

Farbiges Glas aus Bayern

«Hans Schilter war ein religiöser und seriöser Mensch und ausserdem sehr fleissig», sagt Markus Bamert, Mitglied im Stiftungsrat Maler Hans Schilter und Freund des verstorbenen Malers. Schilter hat bei seinem Tod 1988 eine riesige Anzahl an Werken hinterlassen, die zu einem Grossteil von der Stiftung verwaltet werden. Darunter finden sich sehr viele Landschaftsporträts aus Schwyz und Umgebung. Diesen Landschaftsbildern wird vom 24. November bis 19. Dezember im Rathaus Arth eine Ausstellung gewidmet. Im Bundesbriefmuseum liegt der Fokus auf den Standesscheiben. «Hans Schilter hat in den Bannern im Bundesbriefmuseum Inspiration für seine Auftragsarbeiten gesucht», weiss Bamert. Auch der Austausch mit seinem Dichterfreund Franz Fassbind war dabei wichtig – gemeinsam mit ihm kam er auf die Idee der Barmherzigkeitswerke, berichtet Bamert. Hat er das Motiv gefunden, entwarf Schilter eine Skizze auf Papier und übertrug sie anschliessend auf Karton. «Dies bereits im Massstab eins zu eins zur Glasscheibe», sagt Bamert. Danach fuhr Schilter jeweils nach Bayern in eine Glaswerkstatt. Ein Kunstglaser schnitt die Scheiben in die richtige Form, und Schilter bemalte die Details wie zum Beispiel Gesichter mit einer Gänsefeder.

Hinweis: Zur Ausstellungseröffnung heute Sonntag ist der Eintritt ins Bundesbriefmuseum kostenlos. Die Ausstellung dauert bis zum 30. Juni 2019.

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