Besonders im Winter ein Problem
Der Kanton Luzern lanciert eine Kampagne für gute Luftqualität an Schulen

Das Bildungs- und Kulturdepartement will mit einer Kampagne für bessere Luftqualität in den Schulzimmern sensibilisieren.

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Die Luftqualität wird im Laufe einer Lektion in den Schulzimmern immer schlechter.

Die Luftqualität wird im Laufe einer Lektion in den Schulzimmern immer schlechter.

Bild: Patrick Huerlimann, Emmen, 23. Oktober 2021)

«Die einfachste und wirkungsvollste Massnahme für gute Luftqualität in den Schulzimmern ist regelmässiges Lüften – aber diesbezüglich haben wir tatsächlich noch etwas Luft nach oben!», meint Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann und verweist damit auf die Ergebnisse des kantonalen CO2-Messprojekts an 18 Schulen und in insgesamt 216 unterschiedlichen Schulzimmern.

Pilotprojekt zum CO2-Wert in Schulräumen

Seit Beginn des Schuljahres 2021/22 werden im Rahmen eines Pilotprojekts während eines Jahres mit speziellen Messgeräten Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2 sowie volatile organische Komponenten erfasst und die Resultate ausgewertet. Der CO2-Wert kann einfach gemessen werden und ist stellvertretend für alle Luftsubstanzen ein Messwert für die Reinheit der Luft.

Es zeigte sich, dass die Messwerte in den Luzerner Schulzimmern beim Start im August je nach Benutzung, Grösse und Belegung mehrheitlich gut oder im mittleren Bereich liegen. Das schreibt der Kanton in einer Mitteilung.

Konkret waren im Schnitt rund 57 Prozent der Räume gut durchlüftet, 29 Prozent wiesen eine erhöhte CO2-Konzentration auf, weitere 14 Prozent zeigten kritische Werte an. Nun in der kälteren Jahreszeit - in der weniger gelüftet wird - ergibt sich ein anderes Bild: lediglich in 42 Prozent der Schulzimmer ist die Luft gut, in 31 Prozent ist der CO2-Gehalt kritisch hoch.

Covid-Übertragung geringer bei guter Lüftung

Es zeigt sich: Ohne regelmässiges Lüften kumulieren sich die Substanzen und führen in Schulzimmern zu schlechter Luftqualität. «Natürlich sind das keine bahnbrechenden Erkenntnisse», so Marcel Schwerzmann, «aber regelmässiges Lüften wird dennoch immer wieder vergessen und die schlechte Luftqualität hat Auswirkung aufs Lernen und auf die Konzentration.» Der Kanton schreibt in seiner Mitteilung weiter: Auch in Bezug auf die Bekämpfung der Covid-Pandemie sei Lüften wichtig, weil dadurch die Konzentration von Coronaviren in Innenräumen verdünnt würden, was das Risiko einer Übertragung vermindere.

Um die Luftqualität an den Luzerner Schulen zu verbessern, startet das Bildungs- und Kulturdepartement nun eine Informations- und Sensibilisierungskampagne. Alle Schulen können ab sofort kostenlos runde Fensterkleber bestellen mit den Botschaften «Luft rein» oder «Lüften – frische Luft für frische Köpfe» oder «O2». Daneben gibt’s einen Informationsflyer mit Anleitung zum korrekten Stoss- oder Querlüften sowohl für die Winter- wie auch für die Sommerzeit. Auf der Webseite sind weitere Informationen für die Schulen abrufbar, wie auch die aktuellen Testergebnisse des CO2-Messversuchs.

Nicht geplant ist gemäss Kanton, die Schulen grossflächig mit CO2-Messgeräten auszurüsten, da die nun vorliegenden Handlungsempfehlungen durch den laufenden Pilotversuch belegt sind und wirkungsvolle Massnahmen einfach und gut umsetzbar vorliegen. (zfo)

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