Bundesasylzentrum: Schwyzer Gemeinderat bringt Biberhof aufs Tapet

Der Kanton Schwyz weibelt schon lange gegen das geplante Bundesasylzentrum in Wintersried. Nun bringt die Gemeinde Schwyz einen Alternativstandort aufs Tapet: Biberbrugg. «Ein idealer Standort», sagte Gemeindepräsident Xaver Schuler am Montag in einem Interview mit der Zeitung «Bote der Urschweiz».

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Die Asylunterkunft «Biberhof» in Biberbrugg. (Bild: Nadine Annen)

Die Asylunterkunft «Biberhof» in Biberbrugg. (Bild: Nadine Annen)

(sda) Er würde Biberbrugg als Standort für das Bundesausreisezentrum sogar begrüssen, sagte Schuler. Es liege aber beim Kanton, dem Bund einen solchen Standort zu offerieren.

Die Schwyzer Regierung nehme diesen Vorschlag, von dem sie auch erst aus der Presse erfahren habe, zur Kenntnis, sagte der Schwyzer Volkswirtschaftsdirektor Andreas Barraud auf Anfrage der SDA. Sie werde ihn analysieren und zu gegebener Zeit wieder informieren.

Der Kanton leistet schon lange Widerstand gegen den geplanten Standort in Wintersried in Seewen-Schwyz - obschon der Bund den Standort als beste von 15 geprüften Varianten in der Zentralschweiz erachtet. Da es sich bei Wintersried um ein Bundesgelände handelt, ist aber eine explizite Zustimmung des Standortkantones eigentlich nicht nötig.

Der Regierungsrat ist der Ansicht, das Zentrum würde die Entwicklung des Schwyzer Talbodens zwischen Schwyz und Brunnen erschweren. Er will sich auch rechtlich gegen das Vorhaben zur Wehr setzen.

Der Bund hatte im August das Plangenehmigungsverfahren, eine Art Baubewilligungsverfahren, eingeleitet. Damit will er sicherstellen, dass die Zentralschweiz ab 2022 über ein Zentrum verfügt, in dem die beschleunigten Asylverfahren durchgeführt werden können, wenn auf dieses Datum hin das provisorische Bundesasylzentrum auf dem Glaubenberg OW aufgehoben wird.

Allerdings ist das Staatssekretariat für Migration (SEM) bereit, das Plangenehmigungsgesuch für den Standort Schwyz zurückzuziehen, sofern sich Bund, Kantone und Gemeinde bis Ende September 2019 rechtsverbindlich auf einen alternativen und mit dem Standort Wintersried gleichwertigen Standort für ein Bundesasylzentrum geeinigt haben.

Kanton kann «Biberhof» kaufen

Im Juni dieses Jahres hatte das Schwyzer Stimmvolk entschieden, dass der Kanton die Asylunterkunft Biberhof für 5,35 Millionen Franken kaufen kann.

Im «Biberhof» sind rund 70 Asylsuchende untergebracht. Die Liegenschaft hat eine Gesamtfläche von 11'543 Quadratmeter. Das Grundstück verfügt über einen rechtsgültigen Gestaltungsplan für eine Wohnüberbauung.

Kürzlich vermeldete die Regierung, dass Mitte Oktober zusätzlich 20 unbegleitete minderjährige Asylsuchende von Immensee in den «Biberhof» ziehen. Mit einem vergleichsweise geringen Aufwand könne das derzeit ungenutzte Erdgeschoss umgebaut werden, so die Regierung.