Bypass soll Verkehrschaos in Küssnacht lösen – das fordert die SVP in einer Petition

Die SVP Küssnacht will das Verkehrsproblem beim Autobahnzubringer im Fänn lösen. Hierfür hat die Ortspartei eine Petition mit konkreten Sofortmassnahmen lanciert. Die Petition stösst bei der Bevölkerung auf grossen Anklang.

Pascal Linder
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Das Petitionskomitee mit den Co-Präsidenten Samuel Lütolf und Roli Müller setzte sich ursprünglich 500 Unterschriften zum Ziel. Bereits nach drei Tagen wurde dieses Ziel erreicht. Kurzerhand erhöhten Müller und Lütolf ihr Ziel auf 1000 Unterschriften. «Die überwältigende Unterstützung der Unterzeichner und die vielen positiven Rückmeldungen zeigen, dass wir mit dem Anliegen einen Nerv getroffen haben», sagen die beiden SVP-Politiker.

Der Kreisel beim A4-Autobahnzubringer im Fänn bildet den Hauptverkehrsknotenpunkt in Küssnacht. Gerade zu Stosszeiten kommt es dort immer wieder zu Staus in praktisch alle Richtungen. Die SVP Küssnacht hat nun mittels Petition eine bauliche Sofortmassnahme gefordert. Dies soll die Verkehrssituation entlasten und mehr Zeit für die Erarbeitung eines definitiven Projekts schaffen.

Es wird schon länger nach einer Lösung für das Problem gesucht. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat vor rund einem Jahr ein Projekt zur Sanierung des Autobahnzubringers vorgestellt. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Wirtschaft (Uvek) hat dafür aber keine Bewilligung erteilt. Das Uvek begründete die Rückweisung damit, dass noch zu viele Fragen im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der Kantonsstrasse zwischen Küssnacht und Risch, der Erschliessung der Tankstelle und damit einhergehende Anpassungen nicht geklärt seien.

Samuel Lütolf, Vizepräsident der SVP Küssnacht, sagt: «Das Astra hat nach dieser Rückweisung alle involvierten Parteien an den runden Tisch geholt». Dies sei begrüssenswert. Doch seither sei wiederum ein Jahr verstrichen, ohne dass konkret informiert wurde. «Der Geduldsfaden ist gerissen», sagt der 23-Jährige.

Roli Müller (links) und Samuel Lütolf wollen das Verkehrsproblem beim A4-Zubringer schnellstmöglich entschärfen.

Roli Müller (links) und Samuel Lütolf wollen das Verkehrsproblem beim A4-Zubringer schnellstmöglich entschärfen.

Bild: Pascal Linder (Küssnacht, 8.Juni 2020)

Der Fännkreisel sei ein grosses Problem für die gesamte Bevölkerung, alle würden sich an der dortigen Verkehrssituation nerven. Die Fahrplanstabilität der Busse könne in der aktuellen Verkehrssituation ebenfalls nicht gewährleistet werden.

Das Astra ist derweil in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt vom Kanton Schwyz daran, das Projekt zu überarbeiten. Esther Widmer vom Astra sagt auf Anfrage: «Wir gehen davon aus, dass wir dieses Projekt im Herbst vorstellen und gegen Ende 2020 auflegen können». Widmer kann zur Petition keine Stellung nehmen, da sie ihr nicht offiziell bekannt sei. Widmer sagt allerdings: «Ziel ist es, möglichst schnell eine Lösung zu finden».

Bypässe sollen Verkehrschaos lösen

Das Petitionskomitee «Zubringer Küssnacht» bringt einen konkreten Vorschlag als Sofortmassnahme ins Spiel. Es sollen zwei Bypässe beim Fänn-Kreisel gebaut werden. Einer der Bypässe soll den Verkehr vom Fänn nach Küssnacht um den Kreisel leiten. Der bestehende Rad- und Fussweg würde dabei verlegt werden.

Der zweite Bypass soll den Verkehr von Küssnacht auf die Autobahnauffahrt führen. Mit dieser Massnahme soll die Strasse in Richtung Fänn und die Autobahnabfahrt aus Richtung Rotkreuz, entlastet werden. Lütolf sagt, dass gar ein dritter Bypass in Frage komme. Dabei soll der Verkehr von der Autobahn in Richtung Fänn um den Kreisel geleitet werden. Im Rahmen der Petition sei dies allerdings zu aufwändig, da die benachbarte Autowaschanlage tangiert würde. «Die Behörden sollen diese Option unbedingt prüfen, sie haben die finanziellen Mittel dazu», sagt Lütolf.

So stellt sich das Petitionskomitee die Bypässe vor.

So stellt sich das Petitionskomitee die Bypässe vor.

Bild: PD

Gefährliche Autobahnausfahrt

Lütolf erklärt, dass es bei der Autobahnausfahrt in Fahrtrichtung Schwyz immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt. 2014 wurde als Sofortmassnahme der Ausfahrtsstreifen um einen Kilometer verlängert. Hierfür wurde der Pannenstreifen zur Ausfahrtsspur umfunktioniert. «Die Autos fahren mit hoher Geschwindigkeit an einer stehenden Kolonne vorbei», sagt Lütolf. Zudem sei das Risiko für Auffahrunfälle schlichtweg zu gross und nicht vertretbar. «Der Ausfahrtsstreifen befindet sich in einer Kurve. «Unter Umständen sieht man die Kolonne nicht und muss abrupt bremsen», erklärt Lütolf.

Es sei ein Wunder, dass an dieser Stelle noch nichts Schlimmes passiert sei. Roli Müller, der zweite Co-Präsident vom Petitionskomitee sagt: «Jeder von uns ist schon zu hinterst in der Kolonne gestanden. Dort ist es mir nie wohl». Man wisse nie, ob die Fahrzeuge hinterher noch halten können, begründet er sein Unwohlsein. «Ich habe schon einige brenzlige Situationen auf diesem Abschnitt erlebt» , erklärt Müller.

Wie prekär die Situation ist, zeigt ein von den Initianten gemachtes Video, das zeigt, wie Autofahrer bei der Ausfahrt A4 in Küssnacht trotz doppelter Sicherheitslinie überholen:

Kosten von rund einer Million Franken

«Die Kosten der Sofortmassnahmen belaufen sich auf rund eine Million Franken», schätzt Lütolf. Das Land, welches man erwerben müsse, mache nur einen kleinen Teil der Kosten aus. Es müssten nicht einmal 1000 Quadratmeter Land erworben werden. «Wir haben uns mit allen betroffenen Landeigentümern getroffen», sagt Lütolf. Man hätte die Landeigentümer bisher viel zu wenig miteinbezogen.

«Nach unseren Gesprächen können wir grundsätzlich sagen, dass alle Landeigentümer offen sind für Verhandlungen». Alle Landbesitzer seien sich bewusst, dass man das Verkehrsproblem endlich lösen müsse. Müller und Lütolf sind sich einig, dass die aktuelle Verkehrssituation auch einen erheblichen ökonomischen Schaden beisteuert. Der Wirtschaftsstandort Küssnacht sei attraktiv, das Verkehrsproblem könne aber dazu führen, dass sich gewisse Firmen gegen die Ansiedlung in Küssnacht entscheiden.

«Mit der Petition wollten wir Druck auf die Behörden machen», erklärt Lütolf. Er ist sich sicher, dass die Behörden die Petition bei solch hohen Unterschriftzahlen beachten müssen. Alles andere würden sie sich gar nicht leisten können. Die Petition wird nach der Unterschriftensammlung dem Astra, dem Kanton Schwyz, dem BAV und dem Bezirksrat eingereicht.

Hinweis: Die Petition ist unter www.zubringer-kuessnacht.ch zu finden.

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