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Der Kanton Schwyz hat beim Hanfanbau keinen Überblick

Die Produktion von legalem Hanf boomt. In manchen Kantonen gibt es für den Anbau eine Meldepflicht. Nicht so im Kanton Schwyz.
Andreas Seeholzer
Eine grosse Hanfindoor-Anlage in Reichenburg, die 2017 von der Polizei ausgehoben wurde. (Bild: PD/Kantonspolizei Schwyz)

Eine grosse Hanfindoor-Anlage in Reichenburg, die 2017 von der Polizei ausgehoben wurde. (Bild: PD/Kantonspolizei Schwyz)

Für den Kanton Schwyz gibt es keinen Überblick darüber, wo und wie viele Hanf-Pflanzen angebaut werden. «Die Zuständigkeiten müssen beim landwirtschaftlichen Anbau über das Amt für Landwirtschaft laufen», sagt Beat Kollöffel vom Labor der Urkantone.

Armin Meyer vom kantonalen Amt für Landwirtschaft winkt ab: Das Amt sei nur für den Freilandanbau verantwortlich. Was in Hallen – also «indoor» – angepflanzt werde, sei nicht in der Verantwortung des Amts. «Hierfür fehlen uns die gesetzlichen Grundlagen.»

Mehr legale – weniger illegale Anlagen

Auch die Schwyzer Polizei kennt die genaue Zahl der Hanfpflanzen im Kanton Schwyz nicht. Laut Kriminalstatistik wird ein Rückgang der illegalen Anlagen, in denen im grossen Stil Drogen-Hanf produziert wird, verzeichnet. Parallel zum Rückgang der illegalen Hanfproduktion stellt die Polizei fest, dass immer mehr legaler Hanf produziert wird. «Anlagen, in denen CBD-Hanf produziert wird, kontrollieren wir regelmässig», sagt Dave Mynall, Mediensprecher der Schwyzer Kantonspolizei. Bei dieser sind zurzeit zehn CBD-Anlagen gemeldet, die periodisch kontrolliert werden. Die Mehrzahl dieser Anlagen befindet sich um äusseren Kantonsteil. Mynall:

«Mittels eines Schnelltests können wir vor Ort sofort feststellen, ob es sich um legalen oder illegalen Hanf handelt.»

Klar ist indes: Da keine Meldepflicht für die legalen Hanfanlagen besteht, hat die Polizei keinen Überblick über den legal im Kanton Schwyz angebauten Hanf. «Wir kontrollieren alle Anlagen, die wir kennen», sagt Mynall. Dies sind all jene, die freiwillig gemeldet werden, die bei Ermittlungen der Polizei aufgefallen sind, oder von der Bevölkerung aufgrund von Geruchsemissionen gemeldet wurden. Eine Meldepflicht für den Anbau von legalem CBD-Hanf gibt es nicht.

Breites Angebot an Hanfprodukten

Nicht einfacher macht es die Vielseitigkeit des Hanfes. Damit ein Produkt in der Schweiz legal vermarktet werden darf, muss es jener Gesetzgebung entsprechen, gemäss welcher es in Verkehr gebracht wird: Je nach Zuordnung kommt die entsprechende Gesetzgebung zur Anwendung. Und das Angebot CBD-haltiger Waren ist breit: Es umfasst Rohstoffe wie Hanfblüten oder -pulver, Extrakte in Form von Ölen oder Pasten sowie verwendungsfertige Produkte wie Kapseln, Nahrungsergänzungsmittel, Liquids für e-Zigaretten, Tabakersatzprodukte, Duftöle, Kaugummis und Salben, die teilweise als Pflegeprodukte angeboten werden. Hier die Kontrolle nicht zu verlieren, ist nicht einfach.

Zur rechtlichen Situation heisst es im Merkblatt Hanf des Bundesamts für Landwirtschaft: «Auf kantonaler Ebene wird empfohlen, den zuständigen Behörden jedes Vorhaben im Zusammenhang mit dem Anbau von Hanf zu melden. In manchen Kantonen ist diese Meldung zwingend.»

8000 illegale Hanfpflanzen

(see) 2018 konnten von der Polizei 7912 Stück Hanfpflanzen sichergestellt werden. (2017: 1305 Stück). Im Kanton Schwyz waren immer wieder grosse Schwankungen in den Stückzahlen zu verzeichnen, «da wir sehr oft kleinere Produktionsanlagen aufdecken», so Dave Mynall, Mediensprecher der Schwyzer Kantonspolizei. Im vierten Quartal 2017 wurde im Kanton Schwyz eine grosse Anlage ausgehoben, doch der Rapport wurde erst 2018 fertig. Das schlägt sich in beiden Jahren nieder, indem 2017 statistisch gesehen weniger sichergestellt wurden, 2018 dafür mehr.

Im Kanton Schwyz war 2018 eine leichte Abnahme der Anzahl von Anzeigen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 102 auf 1067 Delikte (- 8,7 Prozent) zu verzeichnen. Zurückgegangen ist der Konsum um 40 auf 602 Fälle (- 6,2 Prozent), aber insbesondere auch der Handel in schweren Fällen von 17 auf 16 (- 5,9 Prozent) sowie in leichten Fällen um 24 auf 45 Fälle (- 34,8 Prozent). 2018 konnten folgen Betäubungsmittel sichergestellt werden: Marihuana 20 506 Gramm (2017: 96 669 Gramm), Kokain 574 Gramm (2017: 1508 Gramm), Heroin 1168 Gramm (2017: 291 Gramm), Ecstasy 229 Stück (2017: 19 Stück), Halluzinogene 58 Gramm (2017: 211 Gramm).

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