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Die alte Stoosbahn wird in Schwyz aus den Angeln gehoben

1933 wurden die unverkennbaren roten Stoosbahn-Kabinen auf den Schienen platziert. Am Mittwoch legten die beiden den umgekehrten Weg zurück. Künftig sollen sie zum Hotel werden.
Erhard Gick

Vor knapp etwas mehr als einem Jahr waren sie noch vom Schlattli auf den Stoos unterwegs. Dann wurde die Bahn stillgelegt. Das letzte Stündlein in ihrer bewegten Bahngeschichte hat gestern nun definitiv geschlagen.

Die beiden roten Stoosbahn-Kabinen haben, seit es nur wenige hundert Meter weiter Richtung Muotathal die steilste Standseilbahn der Welt gibt, ausgedient. Sie wurden am vergangenen Wochenende in einer Auktion auf dem Stoos vom Brunner Unternehmer Christoph Schoop, Geschäftsführer der Immobilienfirma Tinoph AG mit Sitz in Baden, ersteigert. Er plant, die beiden roten Kabinen zu einem Bahn-Erlebnis-Kleinsthotel umzubauen.

Die alte Stoosbahn wird mit einem Grosskran von den Schienen gehoben. (Bilder: Erhard Gick, Schwyz, 13. Februar 2019)

Die alte Stoosbahn wird mit einem Grosskran von den Schienen gehoben. (Bilder: Erhard Gick, Schwyz, 13. Februar 2019)

Im Jahr 1933 wurden die Kabinen, damals wesentlich umständlicher, auf die Schienen gehoben. Am frühen Mittwochmorgen erlebten die beiden alten Damen, wie sie auch liebevoll genannt werden, den umgekehrten Weg. «Wir waren überrascht über das grosse Interesse an den historisch wertvollen Gegenständen der alten Stoosbahn», sagte Stoos-Marketingleiter Ivan Steiner anlässlich des Abtransports.

Heikle Fracht für den Kranführer

Das Gewicht von den paar wenigen Tonnen war für den Pneukran kein sonderliches Problem. Die Kabinen mussten über das Gebäudedach hinweg, an Bäumen vorbei, weggeschafft werden. «Trotzdem ist es Präzisionsarbeit, weil die Kabinen einerseits direkt vor dem Gebäude der Talstation stehen und weil sie andererseits mit Neigung auf den Gleisen stehen», erklärte Urs Küng, Kranführer der Küssnachter Christen AG. «Und die Kabinen werden ja weiter verwendet, also müssen wir sie behutsam und sachte in ein Zwischendepot auf dem Parkplatz befördern. Sie dürfen keinen Schaden nehmen», so Urs Küng weiter.

Mitarbeiter der Stoosbahnen, der Garaventa AG und der Christen AG hatten den heiklen Abtransport auf der Muotabrücke vorbereitet. In schwindelerregender Höhe über der 60 Meter tiefer fliessenden Muota gelang dieses Unternehmen aber tadellos. Jetzt warten die beiden Kabinen auf dem Parkplatz der alten Stoosbahn auf ihren Abtransport.

84 Jahre lang in Betrieb

Die alte Stoosbahn verband auf einer Länge von 1,3 Kilometern die Talstation Schlattli bei Schwyz mit der Ortschaft Stoos. 84 Jahre lang war sie in Betrieb. Sie wurde von der neuen Stoosbahn ersetzt, die als steilste Standseilbahn der Welt gilt und am 15. Dezember 2017 ihre Jungfernfahrt absolvierte.

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