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Die steilste Standseilbahn der Welt ist massiv teurer als geplant

Jetzt liegt die Schlussrechnung für die neue Standseilbahn vor. Sie ist massiv teurer als geplant – sorgt aber für einen Besucheransturm auf dem Stoos.
Jürg Auf der Maur
Die neue Standseilbahn beschert dem Stoos viele Besucher – kostete am Schluss aber massiv mehr als geplant. Bild: Urs Flüeler/Keystone

Die neue Standseilbahn beschert dem Stoos viele Besucher – kostete am Schluss aber massiv mehr als geplant. Bild: Urs Flüeler/Keystone

«Ich habe heute zwei Herzen in meiner Brust», leitete Thomas D. Meyer, Präsident der Standseilbahn Schwyz-Stoos AG, die Medienkonferenz ein. Zusammen mit dem Delegierten des Verwaltungsrates, Bruno Lifart, und Verwaltungsrat Ivo Husi orientierte er nicht nur über das Geschäftsjahr 2017/18. Im Mittelpunkt standen vor allem die Kosten, die das Projekt «neue Stoosbahn» verursachte.

Während nämlich die Inbetriebnahme der Bahn weltweit auf eine riesige Resonanz stiess und sich positiv auf die Frequenzen auswirkte, präsentiert sich die Schlussrechnung massiv schlechter als ursprünglich geplant. Das ganze Vorhaben um die neue Standseilbahn kommt auf 88 Millionen Franken zu stehen. Das sind 36 Millionen Franken mehr als beim Baustart budgetiert. Noch im vergangenen Dezember erklärte Meyer bei der Eröffnung, dass es am Schluss sicher mehr als 52 Millionen Franken seien. Damals wusste er aber noch nicht, wie gross die Differenz am Schluss sein würde. Auch bei den 88 Millionen Franken sei noch nicht alles erfasst, er gehe aber davon aus, «dass dies das Maximum ist».

Die beiden Wagen der steilsten Standseilbahn der Welt mit einem Gefälle von bis zu 110 Grad kreuzen sich. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Stoos, 25. Juli 2018))

Die beiden Wagen der steilsten Standseilbahn der Welt mit einem Gefälle von bis zu 110 Grad kreuzen sich. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Stoos, 25. Juli 2018))

Drei Gründe werden angeführt, um die happige Überschreitung zu erklären. Neben der Bauzeit, die zwei Jahre länger dauerte als geplant, wurden ertragswirksame Projekterweiterungen für die Feuerwehr, die Telekommunikation, das Skidepot oder Büroflächen realisiert. «Dazu kommt der Fukushima-Effekt, wie wir intern sagten», ergänzte Meyer. Damit sind höhere Kosten, verbunden mit zusätzlichen Sicherungsmassnahmen gemeint. «Die Sicherheit ging vor Kosten und Effizienz», so Meyer.

Pannen und Baupausen kosten 27 Millionen Franken

Allein das Baulos 5 verursachte durch Pannen und Baupausen Mehrkosten von 27 Millionen Franken – trotz der Einigung mit der Firma Implenia, die den Auftrag erhalten hatte. Meyer: «Hätten wir diese Vereinbarung nicht treffen können, wären die Mehrkosten hier noch massiv grösser.» Doch der Betrieb der neuen Bahn wirkte sich in den ersten Monaten positiv auf die Region aus. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Bereits am 29. und 31. Dezember 2017 konnten mit 5700 respektive 6700 Ersteintritten Gästerekorde verzeichnet werden. Zur Erinnerung: Die Standseilbahn wurde am 16. Dezember 2017 eröffnet.

Fahrt in Richtung Bergstation (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Stoos, 25. Juli 2018))

Fahrt in Richtung Bergstation (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Stoos, 25. Juli 2018))

126 Prozent mehr Leute befördert

Seit der Eröffnung bis zum August dieses Jahres beförderte die Bahn 525000 Personen, das sind 293000 Personen mehr als im gleichen Zeitraum mit der alten Bahn und entspricht einem Zuwachs von 126 Prozent. Auch die anderen Bahnbetriebe profitierten von der «innovativen Weltneuheit», wie Meyer die neue Stoosbahn stolz bezeichnete: Im ganzen Gebiet wurden 2,35 Millionen Frequenzen verzeichnet. Das sind 830000 mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr und entspricht einem Zuwachs um satte 54 Prozent. «Es brauchte Mut für dieses Projekt, aber es hat sich gelohnt», bilanziert Meyer. So findet nun ein neues Publikum den Weg auf den Stoos, es gibt neu auch Fussgänger und nicht nur Skifahrer im Winter, und die attraktiven Shops im Tal und auf dem Berg profitieren samt Restaurationsbetrieben von den Zuwachsraten.

Finanzierung ist gesichert

In die Zukunft sieht Meyer zuversichtlich. Die Finanzierung sei gut geregelt. So erhält die Bahn wie vorgesehen unverändert Darlehen und A-fonds-perdu-Beiträge von der öffentlichen Hand im Umfang von 28 Millionen Franken. 60 Millionen Franken muss die Standseilbahn Schwyz-Stoos AG mit zinsgünstigen langfristigen Darlehen und dem Aktienkapital decken. Die Finanzierung sei gesichert, er habe keine schlaflosen Nächte, gibt sich Meyer vor allem wegen der explosionsartig gesteigerten Frequenzzahlen zuversichtlich. Meyer: «Wenn das so bleibt, müssen Bund und Kantone dereinst sogar weniger Abgeltungen bezahlen.» Profitieren kann das Unternehmen auch von neuen, längeren Abschreibungsfristen.

Sicht aus der Talstation auf die Strecke. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Stoos, 25. Juli 2018))

Sicht aus der Talstation auf die Strecke. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Stoos, 25. Juli 2018))

Weitere Bilder von der Eröffnung der neuen Bahn

Die neue Stoosbahn weist eine Steigung von 110 Prozent auf. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 16. Dezember 2017))
Die Kabinen sind hell und bieten einen guten Ausblick. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 16. Dezember 2017))
Die Talstation im Schlattli. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 16. Dezember 2017))
Der erste von zwei Wagen steht auf den Geleisen der neuen Bahn (12. Oktober 2017) (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 12. Oktober 2017))
Der neue Wagen wurde am 12. Oktober 2017 aufs Trassee gesetzt. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 12. Oktober 2017))
Blick auf die Talstation beim Schlattli. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 12. Oktober 2017))
Die klassische Standseilbahn mit zwei Wagen, die sich in der Mitte kreuzen, weist eine Neigung von bis zu 110 Prozent auf. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 12. Oktober 2017))
Blick aus der Luft: Der erste von zwei Wagen wird auf das Trassee gehievt (12.10.2017) (Bild: PD)
Blick auf die alte Standseilbahn, welche rückgebaut werden soll. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 12. Oktober 2017))
Blick in den Führerstand der alten Bahn. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 12. Oktober 2017))
Blick aufs Trassee der alten Bahn. (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Schwyz, 12. Oktober 2017))
Blick vom Bahntrassee auf die Talstation der neuen Stoosbahn. Mit bis zu 110 Prozent Neigung wird dies die steilste Standseilbahn der Welt. (Bild: Franz Steinegger (20. September 2017))
Mit einem Pneukran werden in Küssnacht Neigungstest der neuen Bahn simuliert. (Bild: Erhard Gick (Küssnacht, 10. August))
Mit einer Spezialmaschine (Versetzeinheit) werden aktuell vorfabrizierte Beton-Fahrbahnelemente verlegt, auf welchen bereits die Seilrollen der Bahn vormontiert sind. Das Verlegen erfolgt von unten nach oben. (1.6.2017) (Bild: PD)
Alle zwei Wochen werden die neu verlegten Schienen verschweist (1.6.2017) (Bild: PD)
Pro Tag werden zwei Betonelemente à 5.6m verlegt, verankert und danach der Bereich zwischen den Elementen betoniert. (1.6.2017) (Bild: PD)
Zwischen dem obersten Tunnel und der Bergstation der Bahn wird aktuell der Schotter auf der Flachstrecke eingebaut sowie der Sicherheitszaun entlang dem Trassee eingerichtet. Die Fahrbahn auf dem Stoos gleicht einem klassischen Eisenbahn-Trassee. (1.6.2017) (Bild: PD)
15. Februar 2017, 19.07 Uhr: Der letzte Tunnel ist durchbrochen. (Bild: PD)
Durchstich beim mittleren Tunnel ist geglückt (17.03.2016) (Bild: PD)
Durchstich beim mittleren Tunnel ist geglückt (17.03.2016) (Bild: PD)
Arbeiten am Tunnel (17.6.2016) (Bild: PD)
Bauarbeiten beim unteren Tunnel, der 252 Meter lang ist (15.10.2016) (Bild: PD)
Mit schwerem Gerät wird ein Loch für den Tunnel gebohrt (5.10.2015) (Bild: PD)
Trassee der neuen Standseilbahn mit dem Mythen im Hintergrund (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Element für Element wird die Brücke zusammengesetzt (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Beim grünen Zelt fährt die Stoos-Bahn künftig aus dem Tunnel heraus, im Hintergrund die Materialseilbahn (rot) (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Die Betonarbeiten bei der Bergstation stehen vor dem Abschluss. (Bild: René Meier)
Trassee der neuen Bahn (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Brücke vor der Bergstation (07.11.2014) (Bild: Ivan Steiner / Stoosbahnen)
Zum Einsatz kommen schwere Geräte ((07.11.2014) (Bild: Ivan Steiner / Stoosbahnen)
Die Brückenelemente werden von der Materialseilbahn mit einem Lastwagen ans Ziel gebracht. (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Bau der Brücke. (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Steilhang gleich hinter der neuen Talstation (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Blick auf die Talstation mit Parkhaus (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Blick auf den Steilhang. (07.11.2014) (Bild: René Meier)
Blick auf die Talstation. (Bild: PD)
Baustelle bei der neuen Bergstation hinter dem Hotel Klingenstock am 11. September 2014 (Bild: Bergbahnen Stoos)
Übersicht über den Steilhang, wo das neue Trassee der Bahn hochführen wird (11.09.2014) (Bild: Bergbahnen Stoos)
Tunnelvortriebsmaschine beim Ausgang des obersten Tunnels auf dem Stoos (11.09.2014) (Bild: Bergbahnen Stoos)
Sicht in den Steilhang zur Baustselle bei der zukünftigen Ausweise und zur Talstation (11.09.2014) (Bild: Bergbahnen Stoos)
30. Mai 2014: Baustelle beim Stoosfluhtunnel mit Aussichtsplattfor. Die Baustellen-Besichtigungsplattform aus Holz kann man gut links im Bild sehen. (Bild: PD)
30. Mai 2014: 800 Personen besuchten die Infoveranstaltung in der Fronalphalle. (Bild: PD)
September 2013: Im hinteren Schlattli wird bereits an der neuen Talstation gebaut. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)
September 2013: Im hinteren Schlattli wird bereits an der neuen Talstation gebaut. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)
Die Schneise der neuen Stoos-Bahn ist im Juni 2013 ist schon deutlich sichtbar. (Bild: PD)
Mit dem Schnee am 24.2.2013 ist gut ersichtlich, wo das Trasse der neuen Stoosbahn entsteht. Das Bild zeigt die Waldschneise oberhalb des Parkplatz Schlattli. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)
20. November: Im Steilhang sind total 1464 Bäume gefällt worden. Hier werden sich die beiden Bahnen kreuzen. (Bild: PD)
20. November: Blick Richtung Bergstation beim zukünftigen Tunnelportal Süd. (Bild: PD)
20. November: Hier entstehen die Ersatzparkplätze. (Bild: PD)
16. November: Die Arbeiten an der neuen Stoosbahn ruhen. Die Baupiste, Zufahrtsstrasse und der Installationsplatz (rechts) wurden bereits teilweise erstellt. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)
Im hinteren Schlattli sind am 8. Oktober indirekt erste Vorarbeiten für die neue Standseilbahn angelaufen. Es entsteht ein neuer Parkplatz für rund 190 Autos. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)
Silvan Kälin, Gemeindepräsident von Morschach, Thomas Meyer, Verwaltungsratspräsident der Stoosbahnen AG und Verwaltungsrat Bruno Lifart beim Spatenstich. (Bild: Sandro Portmann / Neue SZ)
Visualisierung der Bergstation der neuen Stoosbahn. (Bild: PD)
Visualisierung der Talstation der neuen Stoosbahn. (Bild: PD)
Ueli Suter von der Garaventa AG erläutert die Visualisierung der neuen Stoosbahn. (Bild: Bert Schnüriger/Neue SZ)
Visualisierung der neuen Stoosbahn. (Bild: PD)
Bild: Videostill
Visualisierung der neuen Stoosbahn. (Bild: PD)
Visualisierung der neuen Stoosbahn. (Bild: PD)
Visualisierung der neuen Stoosbahn. (Bild: PD)
60 Bilder

Neue Standseilbahn auf den Stoos

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