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Schwyz: Wie Franz Laimbacher 40 Jahre im Wald verbrachte

Franz Laimbacher hat mit Herz und Verstand über den Wald im Ybrig gewacht. Nach vier Jahrzehnten geht der Revierförster nun in Pension. Die grossen Stürme waren für ihn Tiefpunkt und Highlight in einem.
Stephanie Zemp
Hier fühlt er sich seit rund 40 Jahren zu Hause: Der abtretende Revierförster Franz Laimbacher im Wald bei seinem Wohnort in Unteriberg. (Bild: Boris Bürgisser, Unteriberg, 13. Dezember 2018)

Hier fühlt er sich seit rund 40 Jahren zu Hause: Der abtretende Revierförster Franz Laimbacher im Wald bei seinem Wohnort in Unteriberg. (Bild: Boris Bürgisser, Unteriberg, 13. Dezember 2018)

Den längsten Einsatz seiner Karriere hatte Franz Laimbacher während des Sturms Kyrill im Jahr 2007. Gemeinsam mit dem kantonalen Forstpersonal, der Feuerwehr und Angestellten der Oberallmeind Korporation räumte er über 36 Stunden lang Baumstämme weg, sicherte Strassenabschnitte und sorgte dafür, dass sich der Schaden für die Bevölkerung in Grenzen hielt.

Die grossen Stürme wie Kyrill, Lothar oder Viviane bezeichnet Laimbacher als Tiefpunkte seiner Tätigkeit als Revierförster im Ybrig. «Ganze Waldteile lagen am Boden, die Zerstörung war gross», erzählt der 64-Jährige. Gleichzeitig sind daraus die Höhepunkte seiner Laufbahn entstanden: «Die Kameradschaft und die Solidarität unter den Arbeitern und der Bevölkerung beim Anpacken während der Stürme hat mich sehr beeindruckt» sagt Laimbacher rückblickend. «Wir haben in diesen schwierigen Situationen zusammen immer gute Lösungen gefunden.» Die ausgeprägte Kollegialität unter den Försterkollegen sei über all die Jahre das Schönste gewesen.

Für jeden ein Stück des Kuchens

Ein Sturm ist auch der Grund, weshalb sich Franz Laimbachers Pensionierung um einige Wochen verzögert hat. Ende Oktober ist «Vaia» über Schwyz hinweggefegt und hat einige Bäume ausgerissen. Dieses Schadholz muss weggeräumt werden, damit sich der Borkenkäfer nicht ausbreiten kann, erklärt Laimbacher. So packt er weiter mit einem reduzierten Pensum mit an. Sein Nachfolger Andreas Fleischmann ist bereits im Einsatz, nach Weihnachten übernimmt dieser das Zepter im Ybriger-Revier vollständig. Von Franz Laimbachers Erfahrung konnte der junge Förster während der Einarbeitungszeit profitieren: «Mehr als 40 Jahre sind in unserem Beruf schon aussergewöhnlich», erklärt Fleischmann. Es zeichne die Arbeit eines Försters aus, dass sie langfristig angelegt ist. Entsprechend müsse man vorausschauen können. «Die Wirkung unseres Tuns zeigt sich erst nach vier Baumgenerationen.»

Insofern kann Laimbacher heute seine ersten Handgriffe im Wald betrachten, die er als 20-Jähriger bei seinem Amtsantritt gemacht hat. Er tat dies mit einem Hang zum Perfektionismus, sagt Fleischmann über seinen älteren Kollegen. «Es gibt beim Waldbau viele verschiedene Möglichkeiten, wie man es angehen kann. Franz Laimbacher hat bei seinen Entscheiden immer jedes Bäumchen berücksichtigt», sagt er anerkennend.

Laimbacher selbst betont, dass es bei der Waldentwicklung darum gehe, die verschiedenen Nutzungsinteressen, wie die Holzgewinnung, Naherholung, Naturgefahren und den Naturschutz, unter einen Hut zu bringen. «Das war manchmal eine Gratwanderung.» Sein Anliegen sei gewesen, dafür zu sorgen, «dass jeder ein Stück des Kuchens bekam», erklärt er.

Zu Beginn sei er 80 Prozent seiner Arbeitszeit im Wald unterwegs gewesen. Im Verlauf der Jahre sei der administrative Aufwand gewachsen, was auch mehr Zeit in seinem Büro bedeutete. Dieses war bei ihm zu Hause eingerichtet. «Früher waren die Förster im Kanton Schwyz dezentral organisiert», erklärt Laimbacher. Zudem war es obligatorisch, in seinem Revier zu wohnen. Deshalb ist Laimbacher bei seiner Ernennung zum Revierförster im Jahr 1976 nach Oberiberg, später nach Unteriberg gezogen, wo er heute noch wohnt. Dieser Wohnortzwang wurde mittlerweile abgeschafft, was Laimbacher nicht unbedingt begrüsst. «Die Bevölkerung hat es sehr geschätzt, dass die Ansprechperson in Notfällen so nahe war.» Auch kenne man als Einheimischer die neuralgischen Stellen, an denen schnell Stauungen und Probleme auftreten können. Heute sind die Büros des Forstwesens zentral in Einsiedeln untergebracht.

Seit Kindertagen naturverbunden

Dass sich Laimbacher für den Försterberuf entschieden hat, begründet er mit seiner Liebe zur Natur. «Mein Vater war Bauer und hat uns schon früh mit zum Holzschlagen genommen.» Da jedoch kein eigener Hof vorhanden war, absolvierte Laimbacher als 14-Jähriger die Forstwartlehre. Nach einigen Jahren Berufserfahrung und nach Abschluss der Rekrutenschule wurde er vom Regierungsrat des Kantons Schwyz zum Revierförster in Yberg ernannt. Damit wurde er zum Aufseher über 6000 Hektaren Land, über die Hälfte davon bewaldet. Auch nach seiner Pensionierung wird man ihn im Wald antreffen, sagt er und fügt an: «Die Leute können mich immer fragen kommen, wenn sie einen Rat brauchen.»

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