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Opposition gegen Abbruch des Pfrundhauses in Steinerberg

Beat von Rickenbach und Mitstreiter wehren sich gegen einen in Aussicht gestellten Abbruch des Steinerberger Pfrundhauses. Das geschichtsträchtige Objekt gehöre zum historischen Dorfkern.
Um den Erhalt oder den Abbruch des Pfrundhauses vis-à-vis der Kirche ist eine Kontroverse entbrannt. (Bild: Franz Steinegger)

Um den Erhalt oder den Abbruch des Pfrundhauses vis-à-vis der Kirche ist eine Kontroverse entbrannt. (Bild: Franz Steinegger)

Dem Pfrundhaus neben der St. Anna-Pfarrkirche droht ein möglicher Abbruch. Die Regierung hat dem Gemeinderat in Aussicht gestellt, dass das alte Gebäude durch einen Neubau ersetzt werden könnte, wenn dieser durch die Architektur, die Einordnung ins Dorfbild und das Konzept überzeuge. Bis im Herbst soll nun ein Projekt ausgearbeitet werden.

Mit dieser Neuigkeit wurde die seit einigen Jahren bestehende IG Pfrundhaus Steinerberg aufgeschreckt, welche das Objekt bei der Pfarrkirche erhalten will. Vertreten wird die Interessengemeinschaft von Beat von Rickenbach-Helbling, einem gebürtigen Steinerberger. «Das geschichtsträchtige Objekt gehört zum verschwindend kleinen historischen Dorfkern», sagt der Initiant der IG, der noch drei weitere Einheimische angehören.

Der Kern des Hauses ist 400 Jahre alt

Zusammen mit der Pfarrkirche, der Friedhofskapelle und dem Pfarrhaus bestehe ein Ensemble, welches die Dorfgeschichte einiger Jahrhunderte repräsentiere. «Mit dem Verschwinden des Pfrundhauses mit seinem eindrücklichen Gebäudevolumen würde eine empfindliche Lücke im Dorfgefüge entstehen», hält von Rickenbach fest.

Der Kern des Hauses stammt aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts, wie verschiedene Quellen belegen. «Ursprünglich war es Gasthaus und Pilgerherberge für Reisende, die auf ihrer Wallfahrt nach Einsiedeln in Steinerberg halt machten. Später, als Steinerberg selber ein Wallfahrtsort wurde, wohnten auch Geistliche im Haus, welche die Pilger betreuten», erklärt von Rickenbach, der im luzernischen Ballwil wohnt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus aufgestockt. In den unteren Geschossen wurden die Schüler bis in die 1960er-Jahre unterrichtet, oben wohnten der Sigrist und am Schluss noch drei bis vier Privatpersonen.

«Abbruchabsichten wurden stets höher gewichtet»

Von Rickenbach ist überzeugt, dass das Objekt – «entgegen den Meinungen der Abbruchbefürworter» – in einem guten Zustand ist, auch wenn seit über 100 Jahren nicht mehr in die Substanz investiert wurde. «Ich möchte mit meiner Initiative erreichen, dass Erhalt oder Abbruch intensiv gegeneinander abgewogen werden.» Er habe seine Vorstellungen der Pfarrkirchenstiftung und dem sie vertretenden Kirchenrat ausgiebig mitgeteilt, aber leider kein Gehör gefunden. «Die Abbruchabsichten der Gemeinde wurden stets höher gewichtet und favorisiert», kritisiert von Rickenbach.

Er werde sich auch weiterhin tatkräftig für den Erhalt des Pfrundhauses einsetzen, wenn nötig auch mit rechtlichen Mitteln. «Aber», mildert er diese Aussage ab, «wenn die Steinerberger wollen, dass diese Hütte, wie sie sagen, abgebrochen werden soll, werde ich nicht bis zum Letzten gehen.»

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