Einsiedeln
Wie eine Antenne auf der Schanze den Luftraum ums Kloster sichert

Das Kloster Einsiedeln ist ein wahrer Magnet, auch in der Fliegerei und zunehmend bei Drohnenpiloten. Ein Kollisionswarn-System erfasst neu die Position der Luftfahrzeuge aus nächster Nähe. Für die Antenne hat man den perfekten Standort gefunden.

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Blick vom Jury-Turm der Schanzen Einsiedeln. Die Empfangstests von hier aus in diesem Winter sind erfolgreich verlaufen.

Blick vom Jury-Turm der Schanzen Einsiedeln. Die Empfangstests von hier aus in diesem Winter sind erfolgreich verlaufen.

Bild: Bote der Urschweiz/PD

(Bote der Urschweiz) Segelflieger, Helikopter, Privatflugzeuge und immer mehr Drohnen: Es ist immer etwas los im unteren Luftraum über Einsiedeln. Die Traumlandschaft und speziell das imposante Kloster ziehen die Blicke von oben auf sich.

Da kann es zuweilen eng werden in der Luft. Heute wird das Risiko von Kollisionen mit moderner Technologie minimiert. Zur Unterstützung der Piloten gibt es Systeme, die vor gefährlichen Annäherungen warnen. In diesem Bereich hat sich in der Schweiz das Produkt der Zuger Firma Flarm durchgesetzt.

Im Land sind praktisch alle Segelflugzeuge und ein Grossteil der Helikopter und Kleinflugzeuge mit einem Flarm-Sender ausgerüstet. Sie senden ihre Position im Sekundentakt aus, auf Wunsch anonymisiert. Auch in den Navigationsgeräten für Gleitschirmpiloten wird die Flarm-Funktion zusehends Standard. Vor allem seit der Bund entschieden hat, die Geräte zu subventionieren. Bodenstationen, meist betrieben von Regionalflugplätzen oder privaten Fliegerfreunden, sorgen für die Gesamtübersicht.

Im Raum Schwyz haben in einem Pilotprojekt diverse Tourismusanbieter zusammen mit dem Seebner Drohnenbildanbieter Helinews GmbH die Initiative ergriffen. Flarm-Empfänger stehen unter anderem auf der Rotenflue und im Hochstuckli. Neu ist jetzt auch zuoberst auf dem Jury-Turm der Einsiedler Schanzen eine kleine Flarm-Antenne in Betrieb. All die Positionsdaten werden ins internationale Open Glider Network eingespiesen und der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt (live.glidernet.org).

Den Überblick wahren

Drohnen sind in der Regel technisch nicht in der Lage, ihre Koordinaten auf der Flarm-Frequenz auszusenden. Da hilft den Drohnenpiloten ein Blick ins Glidernet, um vor dem Start up to date zu sein. Laut Geri Holdener, Inhaber der Helinews GmbH, liege es primär in der Verantwortung jedes Drohnenpiloten, vor dem Start den Luftraum visuell zu kontrollieren. Aber digitale Schützenhilfe ist willkommen: «Ein kurzer Blick auf Glidernet erweitert sozusagen meinen Horizont. Ich sehe auf mehrere Kilometer, ob sich zum Beispiel ein Deltasegler nähert.»

Erste Erfahrungen mit dem Einsiedler Flarm-Empfänger im Winter waren erfolgsversprechend. Es zeigte sich, dass jetzt nicht nur das Dorf Einsiedeln optimal abgedeckt ist, die Antenne fing auch verlässlich Positionssignale von Luftfahrzeugen im Ybrig ein. Damit ist nun auch der mittlere Kantonsteil von Schwyz auf der Karte von Glidernet optimal abgedeckt. Alles in allem gehört der Kanton Schwyz mittlerweile zu den sichersten Gegenden für Piloten, die den untersten Luftraum beanspruchen.