Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Einsiedler Bezirksammann Pirker will den Kinderheim-Fall aufarbeiten

Bezirksammann Franz Pirker will wissen, was zwischen 1967 und 1972 im Kinderheim Einsiedeln vorgefallen ist.

(one) Die Rückkehr des ehemaligen Leiters des Kinderheims Einsiedeln ins Klosterdorf hat damalige Heimkinder auf den Plan gerufen. Sie bezichtigen den vor über 40 Jahren staatlich angestellten Heimleiter, sie sexuell missbraucht und verprügelt zu haben, und fordern eine Aufarbeitung des Falles (wir berichteten).

Gegenüber der Fernsehsendung «Rundschau» von SRF 1 hat der amtierende Einsiedler Bezirksammann Franz Pirker nun Stellung bezogen. Er organisierte ein Treffen mit einer Vertreterin der ehemaligen Heimkinder.

Heimleiter entschuldigt sich in einem Schreiben

Es mache ihn betroffen, so Pirker, was die Heimkinder erzählen. «Ich will nicht, dass man so weitermacht wie von 1972 bis 2019», sagte er gegenüber der «Rundschau». Pirker versprach, dass Einsiedeln die Geschehnisse nicht länger unter dem Deckel halten wolle. «Die Geschichte kommt immer wieder hoch. Wir wollen sie endlich aufarbeiten.»

Die Taten, die dem ehemaligen Heimleiter vorgeworfen werden, sind strafrechtlich verjährt. Er kann also deswegen nicht mehr belangt werden. Mit seiner Rückkehr nach Einsiedeln hat «Vati», wie der ehemalige Heimleiter damals von den Kindern genannt worden war, bei einigen Betroffenen Ängste ausgelöst. «Mir tut alles einfach weh, seit Wochen, seit Monaten», sagte Annemarie Iten, ein damaliges Heimkind, der «Rundschau». Sie lebe in dauernder Angst, ihm im Dorf zu begegnen.

Die ehemaligen Heimkinder werfen «Vati» vor, er habe sie an den Brüsten und den Genitalien angefasst. Andere erzählen von massiven Schlägen auf den Kopf mit einem Siegelring und von psychischer Gewalt.

Gegenüber der «Rundschau» wollte sich der ehemalige Heimleiter nicht äussern. Über seinen Anwalt liess er hingegen ausrichten, dass er selbst ein Heimkind gewesen sei und an die Zeit als Heimleiter eine ganz andere Erinnerung habe. Es sei vorgekommen, dass er die «Heimkinder mit der Hand auf den Hintern und an die Wange geschlagen hat. Weitere Übergriffe fanden nicht statt und niemand wurde dabei verletzt.» Für die Vorkommnisse entschuldigte er sich in dem Schreiben bei allen Betroffenen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.