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Erste Wildwarnanlage in Schwyz ist in Betrieb

Die erste Wildwarnanlage im Kanton Schwyz steht seit zwei Tagen am Eingang des Muotatals. Ist das Pilotprojekt erfolgreich, sollen weitere solche Anlagen folgen.
Andreas Seeholzer
Ralf Suter mit zwei der Sensoren in der Hesigen. Im Hintergrund ist die Gewerbefläche von Suter zu sehen. (Bild: Andreas Seeholzer, 23. Mai 2019)

Ralf Suter mit zwei der Sensoren in der Hesigen. Im Hintergrund ist die Gewerbefläche von Suter zu sehen. (Bild: Andreas Seeholzer, 23. Mai 2019)

Jedes Jahr ereignen sich auf den Schwyzer Strassen zahlreiche Unfälle mit Wildtieren. Meist sind eine hohe Geschwindigkeit des Fahrzeugs und das überraschende Auftauchen des Wildes für die Kollisionen verantwortlich. Bei einem bis zu 180 Kilogramm schweren Hirsch ist die Energie bei 80 Kilometern pro Stunde so hoch, dass auch Menschen ernsthaft verletzt werden können – auch in modernsten Fahrzeugen.

Seit zwei Tagen ist in der Hesigen am Eingang des Muotatals eine Wildwarnanlage in Betrieb. Das Tiefbauamt des Kantons Schwyz realisierte sie in Zusammenarbeit mit dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei. Wenn sich die Anlage bewährt, sollen später weitere Gefahrenstellen in gleicher Weise entschärft und so Fahrzeuglenkerinnen und -lenker sowie das Wild besser geschützt werden. Gefahrenstellen durch Wildwechsel befinden sich in Rothenthurm zwischen Biberbrugg und Rothenthurm, auf der Kantonsstrasse zwischen Siebnen und Reichenburg sowie zwischen Unteriberg und dem Sihlsee.

Die Wildwarnanlage in der Hesigen besteht aus Infrarotlichtschranken beidseits der Strasse und einer vollelektronischen Steuereinheit. Mit den Lichtschranken wird das Wild vor dem Überqueren der Fahrbahn erfasst und lässt an der Kantonsstrasse die Signale «Wildwechsel» sowie «Höchstgeschwindigkeit 40 km/h» in beiden Fahrtrichtungen für 90 Sekunden aufleuchten. Die Anlage ist nur in der wildaktiven Zeit während der Dämmerung und nachts in Betrieb. Die notwendige Energie erhält die Anlage durch einen Stromanschluss am Muotalager.

Mit der Anlage ist einer der beiden Wildwechsel am Eingang des Muotatals entschärft. Ralf Suter von der Suterholz GmbH hofft nun, dass auch weiter Richtung Dorf eine Anlage erstellt wird. Denn auch in der Region Fluhhof besteht seit Jahrzehnten ein Wechsel.

«Mit 80 km/h durch die Kuhherde»

Suter kennt die Situation mit den Wildunfällen. Er erklärt sie folgendermassen: «Man muss sich vorstellen, dass eine Herde mit Kühen auf einer Wiese weidet, ohne dass die Tiere eingezäunt sind. Mitten durch die Herde hindurch führt eine Strasse, auf der die Fahrzeuge mit 80 Kilometern pro Stunde hindurchfahren. Genauso ist es mit dem Wild. Die Hirsche äsen hier in der Dämmerung und nachts auf der Wiese und wechseln unbesorgt von der einen auf die andere Strassenseite.» Dass es dabei immer wieder zu schweren Unfällen kommen musste, ist für Suter klar.

Mit dem Bau der Gewerbezone habe sich die Situation in der Hesigen entschärft. «Wir haben bereits im Gestaltungsplan für die Gewerbezone gewisse Massnahmen getroffen, um die Hirsche besser zu schützen.» So sei zum Beispiel ein Stall ersatzlos abgerissen worden, um die Übersichtlichkeit zu verbessern. Zudem sei bergseitig die Situation für die Hirsche verbessert worden, damit diese beim Äsen die Strasse nicht mehr queren. Klar sei, dass die Tiere den Wildwechsel dennoch benutzen, was auch die aktuellen Zahlen, die aus der Wildwarnanlage herausgelesen werden können, bezeugen: «In der Nacht auf Mittwoch ist es zu sechs Bewegungen gekommen, in der Nacht auf Donnerstag zu acht», sagt Suter. Somit sei klar, dass der Hirschwechsel trotz Gewerbefläche immer noch intakt sei.

Widerstand des Gemeinderats gebrochen

Zurzeit liegt ein Gestaltungsplan für den Muotapark öffentlich auf. Dieses Gebiet von der Suterholz GmbH Richtung Dorf Muotathal soll ein Paradies für Wassertiere werden. Laut Ralph Suter dürfte sich hier derselbe Effekt einstellen: «Die Tiere bleiben um zu äsen eher auf der anderen Strassenseite, wenn sie aber wirklich das Gebiet wechseln wollen, können sie es nach wie vor tun.»

Gegen eine Wildwarnanlage hatte der Gemeinderat Muotathal bei der Schwyzer Regierung Beschwerde geführt. Dennoch wurde die Anlage nun realisiert. «Es handelt sich ja nicht um eine generelle Temporeduktion», sagt Ralf Suter dazu, «die Anlage schaltet nur bei Dämmerung und nachts für jeweils 90 Sekunden ein.»

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