Fall Reichmuth wird zur Schlammschlacht

Die Strafklage vor dem Bezirksgericht wegen der Föhnhafen-Sanierung in Brunnen wirft Fragen auf – die Rechtslage ist alles andere als eindeutig.

Josias Clavadetscher
Hören
Drucken
Teilen
Der vermeintliche «Tatort»: Der Schlamm wurde links im Hafen ausgebaggert und beim Ende der Pfahlreihe wieder im Wasser versenkt.

Der vermeintliche «Tatort»: Der Schlamm wurde links im Hafen ausgebaggert und beim Ende der Pfahlreihe wieder im Wasser versenkt.

Bild: Josias Clavadetscher

Im April 2014 hat das Baudepartement des Kantons Schwyz eine Ausbaggerung im westlichen Teil des Föhnhafens Brunnen veranlasst. Das Gesuch dazu hat die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) gestellt. Sie hatte Probleme mit der Anlandung insbesondere von Dampfschiffen.

Darum wurde im August ein Bagger eingesetzt. Er war auf einem Ponton installiert und hat etwa während einer Woche die kurze Fahrrinne in Hafen vertieft. Dabei wurde der Schlamm gefasst und vom Bagger weiter vorne wieder versenkt.

Material hätte an Land entsorgt werden müssen

Die zentrale Frage: Wer hat nun was in Auftrag gegeben? Regierungsrat und Baudirektor Othmar Reichmuth oder der damalige Schiffsinspektor Clemens Krienbühl? Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz hat auf Anzeige hin eine Strafuntersuchung durchgeführt. Es wird geltend gemacht, dass das mit Altlasten kontaminierte Material fachgerecht hätte an Land gebracht und entsorgt werden müssen.

Das Strafverfahren gegen Othmar Reichmuth in Bezug auf den Vorwurf wegen Urkundenfälschung oder missbräuchlicher Amtsführung ist eingestellt worden. Die Anklage wegen Widerhandlungen gegen das Gewässerschutz-, Umweltschutz- sowie das Planungs- und Baugesetz dagegen wird nun vor Gericht gebracht. Angeschuldigt wird nicht nur Reichmuth, sondern auch der ehemalige Schiffsinspektor Clemens Krienbühl. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Mehr zum Thema