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Gasthaus Wendelstube in Ingenbohl muss zum zweiten Mal zügeln

Nun ist klar: Der Tunneleinstich für den Morschachertunnel erfolgt beim «Wendelstubli». Das Baudepartement konnte sich mit dem entscheidenden Landeigentümer einigen.
Andreas Seeholzer
Das Baugespann für das «Wendelstubli» in Unterschönenbuch. (Bild: Andreas Seeholzer)

Das Baugespann für das «Wendelstubli» in Unterschönenbuch. (Bild: Andreas Seeholzer)

Vor 47 Jahren musste die Gaststätte Wendelstube aufgrund von nicht mehr zumutbaren Immissionen durch den Steinbruch Unterschönenbuch von ihrem Standort weichen. Konkret: Bei Sprengungen bestand die Gefahr, dass Steine durch die Luft geflogen kamen. Der Steinbruch ist mittlerweile aufgeschüttet, in Unterschönenbuch ist Ruhe eingekehrt. 1972 wurde Land abgetauscht und etwa 500 Meter weiter unten im Talboden ein neues Gasthaus gebaut.

Nun muss das Gebäude erneut weichen, weil der Morschachertunnel für die neue Axenstrasse gebaut wird. «Es ist ein besonderes Schicksal», sagt der Schwyzer Regierungsrat Othmar Reichmuth, «dass eine Privatperson zweimal in ihrem Leben Land für öffentliche Interessen verlassen muss.»

Gaststätte zieht zur St. Wendelinskapelle

Inhaber des «Wendelstubli» ist Othmar Auf der Maur. Er hatte gegen den Bau des Morschachertunnels Einsprache geführt. Wenn der Kanton den Tunnel bauen wolle, müsse für ihn Realersatz in Form von Land und einem Haus mit Restaurant geschaffen werden, so seine Bedingung. Auf der Maur hat sich mittlerweile bereit erklärt, mit seiner Gaststätte vom aktuellen Standort in die unmittelbare Nähe der St. Wendelinskapelle zurückzuziehen. Auf Land, das zurzeit noch der Holcim Kies AG gehört. Zur aktuellen Situation wollte er keine Stellung beziehen.

Finanzielle Abgeltung für «Wendelstube»-Inhaber

Wie Baudirektor Othmar Reichmuth auf Anfrage ausführt, könne er keine detaillierten Auskünfte über finanzielle Abgeltungen machen. Nur soviel: Dem Inhaber der Gaststätte werde laut einer Gebäudeschätzung der Zeitwert bezahlt. Zudem leiste der Kanton Hilfestellung beim Landerwerb von der Holcim.

Für die Neubaute hat Auf der Maur laut dem aktuellen Amtsblatt ein «drittverbindliches Vorentscheidverfahren» eingeleitet. Konkret heisst dies, dass noch kein eigentliches Baugesuch aufgelegt wurde, sondern ein Verfahren durchgeführt wird, das für Dritte – also Nachbarn und alle anderen Einspracheberechtigten – rechtsverbindlich ist. Aufgrund dieses Verfahrens kann Rechtssicherheit geschaffen werden. Erst wenn die Parzellen verschrieben sind, wird das eigentliche Baugesuch eingeleitet.

Es kommt zu keinen Enteignungen

Die Pläne für den Ausbau der Axenstrasse stiessen bei den Anwohnern auf Widerstand: 58 Einsprachen sind gegen das Projekt «A4 Neue Axenstrasse» eingereicht worden. Um diese wenn immer möglich gütlich zu bereinigen, hat das Baudepartement des Kantons Schwyz 2015 mit Landverhandlungen begonnen. Geplant war damals, dass die Verhandlungen bis im Frühling 2016 dauern.

Inzwischen konnten mit Einigungsverhandlungen durch den Kanton Schwyz 54 Einsprachen bereinigt werden. Darunter sind alle direktbetroffenen Landeigentümer. Eine Einigung wurde unter anderem mit Othmar Auf der Maur vom «Wendelstubli» gefunden. Mit vier Einsprechern – unter anderem den Umweltverbänden – wurde keine Einigung erzielt. Hier liegt der Ball nun beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Abgewiesene Einsprachen können als Beschwerden ans ­Bundesverwaltungs- und schliesslich ans Bundesgericht weiter­gezogen werden.

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