Die Glattalpbahn erhält eine zweite Kabine

Nach der Teilabdichtung des Glattalpsees soll die Luftseilbahn Sahli–Glattalp mit zwei Kabinen fahren.

Franz Steinegger
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Die Talstation im Sahli muss angepasst werden.

Die Talstation im Sahli muss angepasst werden.

Bild: Franz Steinegger

Die Luftseilbahn zuhinterst im Bisistal erschliesst die Hochebene auf der Glattalp. Die als Materialseilbahn erstellte Anlage hat jedoch nur eine 8er-Kabine, was an sonnigen Tagen zu langen Wartezeiten führt, worüber sich viele Ausflügler ­ärgern. Das könnte sich nun ­ändern. Denn 2030 läuft die Konzession für die Muotakraftwerke ab. Die Konzession soll für weitere 80 Jahre zur Stromerzeugung gesichert werden.

«Im Zug der Konzesssionserneuerung möchten wir den Glattalpsee mit Betonmatten teilabdichten», erklärt Hans Bless, Direktor der EBS Energie AG. Damit könnte der einzige Speicher des Unternehmens ­optimiert werden. «Wir haben derzeit zwei Optionen zur Auswahl: entweder eine temporäre Materialseilbahn zu erstellen oder die bestehende Bahn auszubauen. Wir tendieren darauf, dass wir die jetzige Bahn anpassen.» Der Seilbahnbauer Garaventa hat den Auftrag, die Bestvariante zu evaluieren.

Alp auch während Bau mit Bahn erschlossen

Angedacht ist, jene Seite, wo jetzt die Kabine hängt, zu belassen. Die andere Seite würde zur Transportbahn ausgebaut. Damit wäre gewährleistet, dass die Hochalp auch während der Bauarbeiten mit der Bahn erreichbar bliebe. «Die Arbeiten werden etappenweise ausgeführt, auf etwa fünf Jahre verteilt, weil nur in den wenigen Sommermonaten gearbeitet werden kann», erklärt Hans Bless. In den Zwischenzeiten und nach Abschluss dieser Arbeiten ist geplant, auf der Materialspur eine Kabine anzuhängen, wodurch eine ordentliche Pendelbahn zur Verfügung stünde. Allerdings muss zuerst die Umweltverträglichkeitsprüfung abgewartet werden. Auch wird die Konzessionserneuerung durch Einsprachen blockiert. «Mit den drei privaten Einsprechern zeichnet sich eine Einigung ab. Schwieriger ist es mit den Umweltorganisationen», erklärt der EBS-Direktor. «Ziel ist es, eine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu erreichen. Wenn nicht, werden die Gerichte entscheiden müssen.»

Die Abdichtung des Glatt­alp­sees steht jedoch ganz vorne auf der Liste der Arbeiten rund um die Konzessionserneuerung. Bless: «Wir hoffen, bis in zwei Jahren eine rechtskräftige Konzession zu haben.»