Guggenmusiker belästigen Frau in S-Bahn von Goldau nach Küssnacht

Im Zug von Goldau nach Küssnacht wird eine 37-Jährige von einer grossen Männergruppe bedrängt. Der Fall macht auf Facebook die Runde.

Drucken
Teilen
Die Reaktionen sind emotional. (Screenshot: Facebook)

Die Reaktionen sind emotional. (Screenshot: Facebook)

(gh/lur)

Eine Passagierin ist am frühen Samstagabend im Zug zwischen Goldau und Küssnacht belästigt worden. Um die 40 Männer stiegen um 18.21 Uhr im Bahnhof Arth-Goldau zu, mit Wanderschuhen, Rucksäcken und Ghettoblaster in die S-Bahn 3 Richtung Luzern. Gemäss «20 Minuten» soll es sich dabei um eine Guggenmusik in Zivil gehandelt haben. Im vordersten Abteil kam es gleich zu ersten Pöbeleien. Einige gröhlten über den Ostschweizer Dialekt eines Fahrgastes.

Jüngere Männer machten derweil eine Frau an. Die 37-Jährige berichtet auf Facebook, wie sie  blossgestellt worden sei: «Es ging los mit lauthalser Belästigung und ‹unabsichtlichem› Betatschen.» Die Frau bewahrt Fassung und vertieft sich in ihr Buch, ignoriert die Sprüche.

Einer provoziert sie mit Handbewegungen. Jemand grübelt unten an ihren Beinen herum. Auf der Suche nach einem Abfallkübel, den es dort gar nicht gab. Die Passagierin resigniert: «Ich liess alles über mich ergehen.»

Das Abteil zu verlassen, wäre einem Spiessrutenlauf gleichgekommen. Die Luzernerin sagte gegenüber dem «Boten», sie habe sich zwar nicht ernsthaft bedroht gefühlt, der Vorfall sei indes «ein Armutszeugnis für die sogenannte Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Schweiz».

Fall sorgt für Empörung

Enttäuscht ist sie auch, dass keiner der Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren eingeschritten sei. Da spielte offensichtlich die Gruppendynamik. Die gestandene Schweizer Clique war sichtlich angeheitert, es wurde laut gesungen und getrommelt. Die Männer trugen neongelbe und orange Sporttrikots über den Kleidern. Anhand des Dialekts dürfte es sich um eine Clique aus der Region Schwyz gehandelt haben. Alle verliessen in Küssnacht den Zug.

Der Beitrag der Luzernerin löste auf Facebook ein grosses Echo aus. Innert Stunden nach der Publikation am Samstagabend gingen über 20 Kommentare ein. Es meldeten sich andere Frauen, denen schon mal Ähnliches widerfahren ist. Eine Katja schreibt: «Ich bin sprachlos und hoffe sehr, dass irgendeine involvierte Person das liest.» Auch Männer sind empört. Facebook-User Peter: «Zum Fremdschämen. Bravo, dass Du stark geblieben bist.»