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Victorinox-CEO Carl Elsener: «Ich bin offen, Neues zu wagen»

Carl Elsener, CEO der Weltmarke, ist genau 40 Jahre in der Firma und wurde diese Woche 60 Jahre alt. Er spricht über seine privaten Pläne, neue Projekte und weshalb er sich nach Trumps Wahl Sorgen macht.
Interview: Jürg Auf der Maur
Feierte den 60. Geburtstag: Carl Elsener. (Bild: Erhard Gick)

Feierte den 60. Geburtstag: Carl Elsener. (Bild: Erhard Gick)

Sie feiern ein Doppeljubi­läum, sind nun 40 Jahre in der Firma und wurden diese Woche 60. Was ist das für ein Gefühl?

Ich bin erfüllt mit Freude und Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber meinen Eltern, die mir immer ein grosses Vorbild waren. Meine Kindheit mit den Eltern und zehn Geschwistern verbinde ich mit vielen schönen Erinnerungen. Sehr dankbar bin ich auch meiner Frau Veronika und allen aktiven und pensionierten Mitarbeitern gegenüber.

Ihr Umfeld ist zentral für Sie?

Ja, wichtig ist mir auch, dass meine Frau und ich die gleichen Werte teilen und unseren Kindern vorleben. Dazu gehört allen voran das gegenseitige Vertrauen, Offenheit und der Mut, auch aus Misserfolgen zu lernen. Mein Grossvater liess im Jahr 1943 das Fresko von einem Messerschmied an die Fassade des Firmengebäudes anbringen mit dem Schriftzug «Dominus Providebit», der Herr wird vorsorgen. Der christliche Glaube gibt uns Kraft und Zuversicht.

Wollten Sie nie etwas anderes machen?

Schon als Kind haben mich die kleinen roten Messer fasziniert. Alles in der Messerfabrik interessierte mich brennend. Ich liebte es, zuzuschauen, wie aus einem einfachen Stück Stahl unter dem Schmiedehammer, während die Funken sprühten, eine Messerklinge entstand. Ein anderer Berufswunsch kam nie auf.

Werden Sie mit 65 Jahren aufhören oder wie Ihr Vater bis ins hohe Alter aktiv im Berufsleben bleiben?

Eine für die Victorinox passende Nachfolgeregelung liegt mir sehr am Herzen. Um einen guten Übergang zu ermöglichen, bin ich gerne bereit, wenn es meine Gesundheit zulässt, über das Alter von 65 im Unternehmen mitzuwirken. Ich bin auch offen, zusammen mit meiner Frau Neues zu wagen oder zu lernen.

Was hat sich in 40 Jahren verändert?

Es hat sich bei uns viel verändert. Wir haben uns von einem reinen Messerhersteller zu einer Weltmarke mit mehreren Produktekategorien entwickelt. Damals beschäftigten wir 650 Mitarbeitende und erzielten einen Umsatz von 54 Millionen Franken.

Zur Person

Name: Carl Elsener
Geburtsdatum: 4. Juli 1958
Familie: Frau Veronika, Kinder Johanna, Marie-Louise und Carl
Wohnort: Schwyz
Hobbys: Familie, Wandern, Skifahren, Langlauf, Lesen
Lieblingsessen: Lammfleisch mit frischem Gemüse und Salat Lieblingsbuch: «Anleitung zur Schwerelosigkeit» von Chris Hadfield Sternzeichen: Krebs

Und jetzt?

Heute beschäftigen wir weltweit 2100 Mitarbeitende und erzielen einen Umsatz von 475 Millionen Franken. In diesen Jahren des Wachstums haben wir die Produktion stark rationalisiert und die Prozesse optimiert.

Beim Bundesrat-Besuch erklärten Sie kürzlich, dass es auf den Weltmärkten immer härter und schwieriger wird.

Wir befinden uns in einer unruhigen Zeit. Die Menschen sind verunsichert. Das widerspiegelt sich deutlich in den Wahlen in den USA und im Ausstieg von England aus der EU. Grosse Sorgen bereitet uns auch das gigantische Schuldenabenteuer, in das sich die Welt stürzt.

Weshalb?

Die niedrigen Zinsen verführen viele Länder, weitere Schulden aufzunehmen, statt sich zu reformieren. Mit neuen Handelsbarrieren und der Abwertung der eigenen Währung versuchen sie, die eigene Wirtschaft zu stützen.

Leidet Victorinox unter der protektionistischen Politik von US-Präsident Trump?

Bisher sind wir noch nicht direkt betroffen. Die aktuelle Entwicklung bereitet uns aber Sorgen. Das erneute Aufflammen von «Handelskriegen» dient auf längere Sicht niemandem.

Es gibt in Ihrer Zeit auch Rückschläge. Die Kleiderlinie wurde eingestellt. Ist die Diversifizierungsstrategie gescheitert?

Mit dieser Strategie sind wir gut unterwegs. Vom Gesamtumsatz erzielen wir fast 40 Prozent mit den neuen Produktekategorien. Nicht alles war jedoch von nachhaltigem Erfolg geprägt, wie das Beispiel Bekleidung zeigt. Über die Ausweitung unserer Marke in andere Produktekategorien haben wir die Abhängigkeit vom Taschenmesser reduziert.

Wann kommen die personalisierten Taschenmesser?

In einigen Stores bieten wir das schon an. Doch wir wollen auch hier einen Schritt weitergehen und testen derzeit, wie wir dieses Angebot auf den E-Commerce ausweiten können. Künftig soll der Kunde im Internet entscheiden können, wie sein Messer aussehen soll.

Victorinox ist bekannt dafür, sich um die Fitness der Arbeitnehmer zu kümmern.

Die menschlichen und fachlichen Qualitäten der Mitarbeitenden und deren Zufriedenheit prägen unsere Produkte. Die «Balance Time» haben wir zusammen mit einer Spezialistin für Alexander-Technik aufgebaut. Seither haben Beschwerden bei den Mitarbeitenden deutlich abgenommen. Die Ausfallstunden sind um über 40 Prozent zurückgegangen.

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