Die A4 bei Goldau erhält einen «Wunder-Belag»

Dank eines neuen Baustoffs soll der Strassenbau beschleunigt werden. Der Bund dichtet erstmals Autobahnbrücken mit einem Verfahren ab, dank dem statt drei zeitaufwändige und witterungsabhängige Arbeitsschritte nur noch ein Arbeitsgang nötig ist.

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Einbau des Ultra-Hochleistungs-Faserbeton auf der Autobahn A4 (Bild: Alexandra Wey (Goldau, 12. Juli 2018))

Einbau des Ultra-Hochleistungs-Faserbeton auf der Autobahn A4 (Bild: Alexandra Wey (Goldau, 12. Juli 2018))

Ultra-Hochleistungs-Faserbeton (UHFB) nennt sich das neue Material, das das Bundesamt für Strassen Astra am Donnerstag bei Goldau auf einer Autobahnbaustelle vorführte. Der grossflächige UHFB-Einbau ohne separate Abdichtung sei schweizweit eine Premiere, teilte es mit. Die Neuheit verkürze die Bauzeit, die Strasse könne wieder schneller dem Verkehr übergeben werden.

Verbaut wird der UHFB auf den drei Brücken Linden, Mettlen und Boli der A4 zwischen Küssnacht und Brunnen auf eine Fläche von 14'000 Quadratmetern. Der 20 Kilometer lange Autobahnabschnitt ist 35 Jahre alt und wird in drei Etappen bis 2022 erneuert.

Aufs Wetterglück nicht mehr angewiesen

Um ein Rosten der Armierung zu vermeiden, werden Autobahnbrücken abgedichtet. Bislang wurde dies mit einer Epoxidharz-Versiegelung und mit Polymer-Bitumen-Dichtungsbahnen gemacht. Für diese Abdichtung waren drei zeitintensive Arbeitsschritte nötig, die bei trockenem und heissem Wetter durchgeführt werden mussten. Das Harz musste jeweils 24 bis 48 Stunden aushärten.

Beim Einbau mit UHFB entfielen diese Arbeitsschritte, teilte das Astra mit. Es brauche lediglich gewisse Nachbehandlungen, die aber nicht witterungsabhängig seien und den Bauablauf nur kurzfristig störten.

Beton ohne Kies

UHFB enthalte drei bis vier Mal mehr Zement sowie mehr Bindemittel als normaler Beton, sagte Bauleiter Christian Schmuckle gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-sda. Weiter enthalte er pro Kubikmeter 200 Kilogramm Stahlfasern sowie Feinsand, aber keinen Kies.

Ultra-Hochleistungs-Faserbeton (UHFB) nennt sich das neue Material, das auf der Autobahn eingebaut wird. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
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Um ein Rosten der Armierung zu vermeiden, werden Autobahnbrücken abgedichtet. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
Blick auf die Autobahn A4 bei Goldau. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
Dank dem Einbau des Ultra-Hochleistungs-Faserbeton sind nicht mehr drei Arbeitsschritte nötig. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
Ultra-Hochleistungs-Faserbeton enthält drei bis vier Mal mehr Zement sowie mehr Bindemittel als normaler Beton. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
Die Zusammensetzung macht den Ultra-Hochleistungs-Faserbeton gegenüber dem herkömmlichen Beton dichter und härter. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
Die Gefahr von Rissen ist geringer. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
Der neue Baustoff weist eine ausgeprägte Druck- und Zugfestigkeit aus. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
Die Brücken Boli, Mettlen und Linden werden mit dem neuen Baustoff verdichtet. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
(Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
(Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
(Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
(Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
(Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
(Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))
(Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))

Ultra-Hochleistungs-Faserbeton (UHFB) nennt sich das neue Material, das auf der Autobahn eingebaut wird. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Goldau, 12. Juli 2018))

Was ist UHFB?

UHFB – Abkürzung für Ultra-Hochleistungs-Faserberbeton – ist ein neuentwickelter Baustoff, der gleichzeitig Verstärkung, Trag- und Schutzfunktion erfüllt. Erstmals grossflächig mit Abdichtung in der Schweiz eingebaut 2014 auf der Autobahn bei Chillon.

Diese Zusammensetzung macht den UHFB gegenüber herkömmlichen Beton dichter und härter, die Gefahr von Rissen ist geringer. Der neue Baustoff weise eine ausgeprägte Druck- und Zugfestigkeit aus, teilte das Astra mit. Werde er zur Verstärkung eingesetzt, könne er viel dünner eingebaut werden als normaler Beton, so dass die Trägerkonstruktion weniger belastet werde. Nach 24 Stunden habe UHFB die Festigkeit, die Beton erst nach 28 Tagen habe.

Referenzprojekt

Das Astra hatte UHFB bereits 2014 beim Chillon-Viadukt bei Montreux VD eingebaut, damals war aber noch eine separate Abdichtung nötig. Die ETH Lausanne begleitet das Projekt wissenschaftlich.

Der UHFB-Einbau auf der A4 werde für die Bauzukunft ein wegweisendes Referenzprojekt darstellen, teilte das Astra mit. Eingesetzt werden kann der Baustoff gemäss Bauingenieur Schmuckle zur Verstärkung bestehender Bauwerke, für Abdichtungen sowie als mechanischen Schutz. (sda)

Was macht diesen UHFB einzigartig?

Verstärkung und Abdichtung in einem Arbeitsgang, kein zusätzliches Abdichtungssystem nötig, hohe Dauerhaftigkeit, ausgeprägte Zug- und Druckfestigkeit, im Gegensatz zu Beton schnellere Abbinde- und Erhärtungszeit (nach 24 Stunden Festigkeitswerte wie Beton nach 28 Tagen), UHFB kann viel dünner eingebaut werden als Beton, daher Reduktion des Eigengewichts der Brücke. 
Der gesamte Bauablauf ist Wetter unabhängiger, da Arbeitsschritte wegfallen, bei denen es trockenes Wetter und hohe Temperaturen benötigt, Projektstabilität (mehr Sicherheit beim Bauprogramm), weniger Störungen, schnellere Bauzeit.