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«In Küssnacht herrscht ein gutes politisches Klima»

Nach 12 Jahren im Bezirksrat ist am Freitag der letzte Arbeitstag für Bezirksammann Michael Fuchs (SP). Im Interview spricht er über Höhen und Tiefen der Südumfahrung, Kritik am Bezirksrat – und wieso seine Partei keinen Nachfolger aufbauen konnte.
Niels Jost
Frischer Wind für Michael Fuchs: Er verlässt jetzt den Küssnachter Bezirksrat.Bild: Pius Amrein (Küssnacht 26. Juni 2018)

Frischer Wind für Michael Fuchs: Er verlässt jetzt den Küssnachter Bezirksrat.Bild: Pius Amrein (Küssnacht 26. Juni 2018)

Im lässigen Look erscheint Noch-Bezirksammann Michael Fuchs zum Interview im Küssnachter Rathaus. Hier ist der 44-jährige, zweifache Familienvater die letzten zwölf Jahre ein und aus gegangen, zuerst als Bezirksrat des Ressort Infrastruktur, dann vier Jahre als Statthalter und zuletzt ebenso vier Jahre als höchster Küssnachter. Mit Fuchs verabschiedet sich gleichzeitig auch die SP/die Unabhängigen aus dem Rathaus. Im Interview blickt Fuchs, der Geschäftsleiter einer Umweltmesstechnik-Firma in Altdorf ist, auf seine Amtszeit zurück.

Michael Fuchs, nach zwölf Jahren ist am Freitag, 29. Juni, Ihr letzter Arbeitstag im Küssnachter Bezirksrat. Welches Gefühl überwiegt: Wehmut oder Erleichterung?

Keines von beiden. A puncto Zeitaufwand bin ich natürlich erleichtert. Mein jetziges Amt als Bezirksammann entspricht etwa einem 60- bis 70-Prozent-Pensum. Nun habe ich wieder mehr Zeit für anderes.

Und die Wehmut ...

Wehmütig bin ich insofern sehr, weil Bezirksrat ein schönes Amt ist. Kaum irgendwo sonst erhält man die Gelegenheit, neue Sachen und Leute kennen zu lernen, mitbestimmen zu können. Es war eine extrem spannende Zeit.

Ohne Sie ist die SP/die Unabhängigen nicht mehr im achtköpfigen Bezirksrat vertreten. Woran liegt es, dass Ihre Partei keinen Nachfolger aufbauen konnte?

Zunächst gilt festzuhalten, dass es mir wichtig war, das Amt des Ammann nach vier Jahren an den nachfolgenden Statthalter abzugeben. Diesen Turnus gilt es einzuhalten, auch wenn er nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist. Dass unsere Partei niemanden für die frei gewordenen Ressorts «Planung, Umwelt und Verkehr» und «Infrastruktur» nominierte, liegt daran, dass es keine Personen aus diesem Gebiet gab, welche sich zur Verfügung gestellt hätte.

Dann war es das für die SP/die Unabhängigen vorerst im Küssnachter Bezirksrat?

Grundsätzlich sollten alle grossen Parteien in der Exekutive vertreten sein. Dadurch repräsentiert das Gremium die Bevölkerung und unterschiedliche Meinungen fliessen ein. Das gilt übrigens auch für andere Konstellationen.

Zum Beispiel?

Der Bezirksrat soll eine gute Mischung von Jungen und Älteren, Männern und Frauen haben. Aktuell ist mit Petra Gamma aber leider nur eine Frau im Amt. Und bei den Jungen ist es jeweils schwierig, sie für eine Wahl motivieren zu können.

Sie selber wurden mit 32 Jahren gewählt. Was war rückblickend Ihr Höhepunkt?

Da gab es viele. Als Vorsteher des Ressort Infrastruktur konnte ich viel realisieren, das war immer ein schönes und auch befriedigendes Gefühl. Die gute Finanzlage hat es in den letzten Jahren erlaubt, viele Projekte zu ermöglichen. Das macht die Arbeit eines Exekutivmitglieds einfacher. Zudem habe ich stets die sehr gute, kompetente Zusammenarbeit mit meinen Amtskollegen und der Verwaltung geschätzt.

Und Ihr Tiefpunkt?

Schwierig. Vielleicht die verlorene Abstimmung über den Abschnitt 2 der Südumfahrung 2012. Wir hatten so lange an diesem Projekt gearbeitet. An der Urne knapp zu scheitern, war in diesem Moment bitter.

Dafür hat’s beim zweiten Anlauf geklappt. 2017 wurde das Mega-Projekt deutlich angenommen – kein Höhepunkt für Sie?

2017 war der Bezirksrat aus finanziellen Gründen ja gegen den zweiten Abschnitt. Vielleicht doppelt bitter oder glückliche Wendung? Natürlich ist die Südumfahrung als Ganzes ein Höhepunkt. Aber bei solchen langjährigen Projekten gibt es viele entscheidende Momente. Zudem ist der Tunnel nur ein Mittel zum Zweck, um das Dorfzentrum zu entlasten. Die neue Zentrumsgestaltung ist das eigentlich Spannende und Entscheidende am Grossprojekt Südumfahrung.

Gutes Stichwort. Davon konnte der Bezirksrat noch immer nicht alle überzeugen.

Das Projekt befindet sich am Ende eines wichtigen Planungsschritts. Wir haben sehr viele Gespräche mit Betroffenen geführt. Dabei habe ich mir auch Kritik anhören müssen. Aber das gehört zum Amt dazu. Wichtig ist, dass man miteinander diskutiert und schliesslich eine Lösung findet, die möglichst alle zufriedenstellt. Ich bin überzeugt, dass meine Nachfolger diese finden. In Küssnacht herrscht ein gutes politisches Klima, es wird viel mitdiskutiert und die Leute engagieren sich – sei es im Gewerbe, im Verein oder als Anwohner.

Zum Schluss noch einen Tipp für Ihren Nachfolger Armin Tresch von der CVP?

Armin hat keinen Tipp nötig, er wird das Amt sehr gut erfüllen.

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