Internetbetrüger haben es auf die Kassen von Vereinen abgesehen

Wenn der Vereinspräsident seinen Kassier per Mail zu einer Zahlung auffordert, sollten beim Säckelmeister die Alarmglocken läuten. Denn mit dieser Masche versuchen derzeit Betrüger, an Geld von Vereinen heran zu kommen.

Roger Rüegger
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Vereine mit einem Internetauftritt sind besonders gefährdet. (Symbolbild: Luzerner Zeitung)

Vereine mit einem Internetauftritt sind besonders gefährdet. (Symbolbild: Luzerner Zeitung)

Mit der so genannten CEO-Masche versuchen Betrüger immer wieder, Firmen zu Zahlungen auf ihre Konten zu bewegen. Was als Betrugsmasche seit einiger Zeit erfolgreich bei mittleren und kleinen Unternehmen verwendet wird, versuchen Unbekannte neuerdings auch bei Vereinskassieren, wie die Zentralschweizer Polizeikorps am Dienstag mitteilten.

Das Vorgehen ist laut der Polizei stets dasselbe. Die Betrüger erkunden im Internet die Organisation eines Vereins und senden im Namen eines Vorstandsmitgliedes – zum Beispiel im Namen des Präsidenten – ein Mail an den Kassier oder den Finanzverantwortlichen.  Das Perfide dabei: Der Mailabsender wird beim Empfänger korrekt angezeigt.

Bankkonten im Ausland

Der vermeintliche Vereinspräsident wünscht laut David Mynall, Mediensprecher der Kantonspolizei Schwyz, eine Banküberweisung. «Im Mail wird jeweils angefragt, ob es möglich sei, die Zahlung umgehend zu tätigen. Danach erfolgt ein Kostenbetrag und eine Bankverbindung», so Mynall. Auffällig dabei sei, dass es sich immer um Konten im Ausland handeln würden.

Die Betrüger haben in letzter Zeit mehrere Vereine in der Zentralschweiz im Visier gehabt. Hauptsächlich solche im Kanton Schwyz. Dort wurden in den letzten Tagen rund ein Dutzend Betrugsversuche der Polizei gemeldet. Allerdings wurde in keinem Fall eine Zahlung getätigt.

Bei Verdacht anrufen

Die Zentralschweizer Polizeikorps rufen die Finanzverantwortlichen der Vereine zur Vorsicht auf, wenn der Präsident oder die Präsidentin oder an anderes Mitglied per Mail um eine Zahlung bitten, die vorher nicht besprochen wurde. Bei Verdacht gilt es, nicht auf das Mail zu antworten, denn sonst wendet man sich ja an der Betrüger.

Mynall betont, man solle den mit dem angeblichen Absender telefonisch Kontakt aufnehmen, damit die Echtheit der Zahlungsanweisung geprüft werden kann. Sollte sich das Mail als Betrugsversuch herausstellen, so sei dieses nicht zu beantworten und zu lösche