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Sammelaktion für spielsüchtigen Pfarrer von Küssnacht brachte 16'000 Franken ein

Eine Sammelaktion für den spielsüchtigen ehemaligen katholischen Pfarrer von Küssnacht hat über 16'000 Franken eingebracht. Das auf einer Crowdfunding-Plattform gesammelte Geld soll zur Tilgung der Schulden des populären Kirchenmanns verwendet werden.
Lucien Rahm
Pfarrer Werner Fleischmann. (Bild: Edith Meyer)

Pfarrer Werner Fleischmann. (Bild: Edith Meyer)

Rund 1,4 Millionen Franken Schulden sind gemäss letztem Stand noch offen. Diesen Betrag hat der ehemalige katholische Pfarrer von Küssnacht, Werner Fleischmann, mit seiner Spielsucht verursacht (wir berichteten). Eine verhältnismässig kleine Reduktion soll der Betrag nun immerhin erfahren. Mit der Online-Spendenaktion zugunsten des Pfarrers sind 16'341 Franken zusammengekommen. 63 Unterstützer haben sich am Crowdfunding, das am Freitagmittag beendet wurde, beteiligt.

«Das ist im Verhältnis zu seinen Schulden natürlich nichts», sagt eine der beiden Initiantinnen der Aktion, die namentlich nicht genannt werden möchte. Doch die Aktion sei auch als ein Dankeschön an «Werni» zu verstehen, der über 20 Jahre lang «sensationelle Arbeit» als Pfarrer geleistet habe, wie die Küssnachterin sagt. Der Spendenaufruf entstand als Folge der Online-Petition, die eine Wiedereinsetzung Fleischmanns fordert und noch bis am 17. September läuft. Die Unterstützer dieser Petition hätten gegenüber der Küssnachterin vielfach den Wunsch geäussert, den Pfarrer auch finanziell zu unterstützen. Zusätzlich zur Petition haben sie daraufhin die Sammelaktion lanciert.

Petitionärin rechnet nicht mit Rückkehr Fleischmanns

Das gesammelte Geld soll nun – nachdem es die Unterstützter überwiesen haben – an den Anwalt Fleischmanns weitergeleitet werden. Dieser werde sich dann um die Verteilung des Betrags an die Geschädigten kümmern, so die Initiantin. Dabei soll es «vollumfänglich und prozentual an die Gläubiger verteilt» werden, wie es auf der Sammelplattform heisst.

«Die Aktion soll auch ein Dankeschön an ‹Werni› sein.»

Der verhältnismässig kleine Beitrag soll immerhin «ein Schritt sein hin zum Ende der ganzen Geschichte», so die Initiantin. Ein Ende, das für sie im besten Fall die Rückkehr Fleischmanns als Pfarrer von Küssnacht mit sich bringen würde. Damit rechnet sie mittlerweile allerdings nicht mehr, wie sie sagt. Dennoch werde man die entsprechende Online-Petition an den Bischof des Bistums Chur übermitteln. «Als ein Zeichen für Werni, dass viele Leute hinter ihm stehen.» Knapp 1400 Personen haben sie bisher digital unterzeichnet. Nebst vielen Küssnachtern befinden sich darunter auch Personen aus anderen Teilen der Deutschschweiz.

Kirchenrat prüft weitere Aktion

Ob es danach eine weitere Solidaritätsaktion für Fleischmann geben soll, lässt die Initiantin der Spendenaktion noch offen. Denkbar wäre für sie eine weitere Unterstützungsaktivität zusammen mit dem Kirchenrat der römisch-katholischen Pfarrei Küssnacht. Dort bestätigt man, dass ein solches Vorhaben zumindest diskutiert werde. «Ob überhaupt und in welcher Form, ist aber noch nicht klar», sagt Kirchenratspräsident Hanstoni Gamma auf Anfrage. Man werde diese Möglichkeit «in Ruhe anschauen». Mit der Petitionärin stehe man in Kontakt und werde sie auf jeden Fall über das weitere Vorgehen informieren.

Im Juni wurde bekannt, dass Fleischmann wegen seiner Spielsucht hohe Geldschulden hat. Um diese zu begleichen, hat er bei zahlreichen Mitgliedern seiner Pfarrei Darlehen aufgenommen. Zunächst ging man von mehreren Hunderttausend Franken aus. Zwischenzeitlich meldeten sich weitere Personen, die dem Pfarrer Geld geliehen hatten. Im Juli war die Rede von 2,6 Millionen Franken von 84 Gläubigern. Hiervon hat der Pfarrer bereits rund 1,2 Millionen an 40 Gläubiger zurückbezahlt. Er habe scheinbar neue Darlehen aufgenommen, um ältere Schulden zu bezahlen, heisst es in der damaligen Mitteilung der Pfarrei.

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