Kollegium Schwyz und Theresianum Ingenbohl schliessen sich zusammen

Jetzt steht fest: Die Kantonsschule Kollegium Schwyz (KKS) und das Theresianum Ingenbohl schliessen sich am Standort Schwyz zur gemeinsamen Kantonsschule Innerschwyz zusammen. Die neue Mittelschule wird ihren Betrieb im Sommer 2024 aufnehmen.

Drucken
Teilen
Das Kollegium Schwyz.

Das Kollegium Schwyz.

Bild: Bert Schnüriger
(sda)

Das Schwyzer Bildungsdepartement und die Stiftung Theresianum Ingenbohl hatten seit längerer Zeit über eine mögliche Zusammenführung diskutiert, teilten beide am Mittwoch mit. Das Kollegium Schwyz ist eine Kantonsschule, das Theresianum in Ingenbohl eine Privatschule mit kantonalem Auftrag.

Von der Zusammenführung der beiden Mittelschulen versprechen sich die Verantwortlichen «eine Optimierung der Mittelschullandschaft im inneren Kantonsteil». Dort nämlich sei die Mittelschuldichte hoch, wobei die KKS und das Theresianum in den letzten Jahren einen bedeutsamen Schülerrückgang zu verzeichnen hatten. Die Stiftung Theresianum steckt zudem in einer schwierigen finanziellen Situation.

Diese Tatsache habe mit zum Entscheid des Stiftungsrats beigetragen, wird der Stiftungspräsident, Jürg Krummenacher, in der Mitteilung zitiert. Aber es schmerze natürlich sehr, die lange Tradition des Theresianums als eigenständige Schule aufgeben zu müssen. Er könne nicht verhehlen, dass der Stiftungsrat über die Standortwahl alles andere als glücklich sei.

Eine Projektgruppe soll bald Klarheit über die zukünftige Ausgestaltung der neuen Kantonsschule schaffen. Die KKS bietet grundsätzlich am heutigen Standort genügend Raum für die rund 700 Schülerinnen und Schüler. Die Zusätzlichen Schulräume sollen mit einem Ausbau der Dachgeschosse und weiteren baulichen Anpassungen geschaffen werden.

Im Schuljahr 2021/22 gibt es laut Mitteilung keine Änderungen. Die Bildungsangebote in der KKS und im Theresianum werden wie bisher getrennt weiterführt.

«Bisherige Kultur» beibehalten

Die beiden Standortgemeinden hatten sich im Vorfeld in die Diskussionen um die Zukunft der beiden Mittelschulen eingeschaltet. Falls es zu einer Fusion des Kollegiums Schwyz und des Theresianums in Ingenbohl komme, sei wichtig, dass die vom Theresianum verkörperten Werte nicht untergingen, betonte dieses.

Bildungsdirektor Michael Stählin betont in der Medienmitteilung, dass man sich dafür einsetzten werde, dass die bisherige Kultur des Theresianums auch in der neuen Schule spürbar bleibe.

Auch die Gemeinde Schwyz forderte im Vorfeld den Kanton auf, das Kollegium Schwyz nicht aufzugeben und nicht mit dem Theresianum in Ingenbohl zusammen zu legen. Der Verlust der Kantonsschule würde die Standortattraktivität von Schwyz beeinträchtigen, befürchtete diese.

Das Kollegium und das Theresianum waren beide fast zeitgleich von Theodosius Florentini gegründet worden. Der Sozialreformer hatte 1856 das im Sonderbundskrieg zerstörte Kollegium in Schwyz als Knabenschule neu eröffnet. Die ehemalige Töchterschule Theresianum geht auf das Jahr 1860 zurück.