Coronakrise kostet
Schwyzer Spitäler Millionen

Die Massnahmen des Bundesrats im Kampf gegen Corona bringen Kurzarbeit und hohe Kosten für Schwyzer Spitäler.

Jürg Auf der Maur
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Das Spital Schwyz.

Das Spital Schwyz.

Bild: Alexandra Wey/Keystone (1. April 2020)

Während einzelne Abteilungen sich im Spital Schwyz auf die Corona-Welle einrichten und entsprechend mit Arbeit eingedeckt sind, haben viele Mitarbeitende nichts zu tun. Die Situation sei «absurd», führte denn auch die Schwyzer Spitaldirektorin Franziska Föllmi letzte Woche im Interview mit dem «Boten der Urschweiz» aus.

Dieser Zustand hält an, wie vom Spital Schwyz Mitte Woche bestätigt wurde. «Mehr als ein Drittel der Mitarbeitenden ist von Kurzarbeit betroffen», konkretisierte Föllmi auf Anfrage. Betroffen seien fast alle Berufsgruppen im Spital, insbesondere die Bereiche Therapien, Hotellerie, Gastronomie und auch die nicht direkt von Corona getroffenen medizinischen Bereiche. Grund sind die Massnahmen, die der Bundesrat im Kampf gegen Corona ergriffen hat. Operationen und Behandlungen, die nicht absolut notwendig sind, mussten zeitlich nach hinten verschoben werden, um Betten und Mitarbeiterkapazitäten für Corona-Patienten bereithalten zu können.

Engpässe im Herbst befürchtet

Mit massiven Folgen: Zum einen sei das Spital momentan fast zur Hälfte leer, sagt Föllmi: «Wir halten zwei Stationen und mehrere Intensivbehandlungsplätze für Corona-Fälle reserviert, um gewappnet zu sein.» Bisher wurden über 100 Eingriffe verschoben und ein Vielfaches mehr an Terminen für Abklärungen und Therapien. Je nachdem, wie sich die Fallzahlen entwickeln, könnte es im Spital auch zu einem Engpass im Sommer oder Herbst kommen, bestätigt Föllmi. «Dauert die Krise länger an, wird es sicher eine sehr grosse Herausforderung, alle Patienten, die bereits heute auf eine Operation warten, zeitnah behandeln zu können.»

Die Krisenbewältigung habe heute aber Priorität. Föllmi geht davon aus, dass sich auch bei den Finanzen sehr deutliche Spuren abzeichnen werden. Den grössten Effekt bilde der Wegfall elektiver Operationen bei gleichbleibenden beziehungsweise erhöhten Personalkosten für die vielen Massnahmen im Zusammenhang mit Corona. «Es handelt sich schon jetzt jede Woche um einen mittleren sechsstelligen Betrag», den die Spitalrechnung als Verluste buchen muss. In anderen Spitälern sind die Zahlen noch roter. Während in Schwyz etwa mit einem Minus von einer halben Million Franken pro Woche gerechnet wird, kostet die Corona-Pandemie das Spital Thurgau sogar eine Million Franken pro Woche.

Auch andere Standorte betroffen

Doch auch den beiden anderen Schwyzer Spitälern geht es nicht besser. In Einsiedeln stehen 12 Isolationsbetten bereit, auf 18 könnte aufgerüstet werden. Mitte Woche mussten nur zwei Patienten betreut werden. Zwar musste Einsiedeln wie Lachen bisher nicht Kurzarbeit anmelden. Doch auch hier drohen Verluste. «Die Krise wird finanziell spürbare Spuren hinterlassen», zeigt sich denn auch die Einsiedler Mediensprecherin Mirjam Panzer überzeugt.

Ähnlich die Situation in Lachen, wo bis zu 20 Betten bereitgestellt werden können, die bisher aber nur von einem bis maximal acht Personen belegt wurden. Auch hier geht man von Verlusten aus, will aber nicht konkreter werden.