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Schwyzer Landammann: «Regelverstösse tolerieren wir nicht»

Landammann Kaspar Michel nimmt Stellung zu den Vorwürfen des Personalverbandes an die Adresse von Regierungsrat René Bünter (SVP). Ein Coaching laufe und soll die Kommunikation verbessern.
Jürg Auf der Maur
Landammann Kaspar Michel nimmt Stellung. (Bild: Jürg Auf der Maur)

Landammann Kaspar Michel nimmt Stellung. (Bild: Jürg Auf der Maur)

Hinter vorgehaltener Hand war die Amtsführung von Regierungsrat René Bünter (SVP) seit längerem ein Thema. Am Donnerstag nun ist das ganze Ausmass bekannt geworden. Der Personalverband hat sich mit Schreiben an die Gesamtregierung gewendet und die Ängste der Verwaltungsangestellten vor Jobverlust, mangelndem Respekt und die Tatsache, dass viele Angst haben, permanent abgekanzelt zu werden, offengelegt.

Nun nimmt Landammann Kaspar Michel (FDP) als Regierungschef Stellung und erklärt, was getan wird und was die Regierung fordert.

Beim Schwyzer Personalverband häufen sich die Reklamationen wegen der Personalführung von Regierungsrat René Bünter. Wie dramatisch ist die Situation?

Kaspar Michel: Der Regierungsrat hat mit den beiden zugestellten Schreiben zur Kenntnis genommen, dass beim Personalverband von mehreren Mitarbeitenden Klagen zur Führungskultur im Umweltdepartement eingegangen sind.

Also?

Wir haben die Situation eingehend besprochen und auch klare Direktiven angeordnet. Dies betrifft vor allem einen geordneten, transparenten und ergebnisoffenen Prozess bei den laufenden Strukturüberprüfungen, welche das Umweltdepartement im Frühjahr selber angeregt hat.

Der Personalverband fordert nun eine externe Untersuchung respektive eine Art Coaching. Ist das nötig? Was halten Sie davon?

Dieses «Coaching» respektive eine externe Begleitung des Prozesses ist bereits Tatsache. Der Regierungsrat hat das nach dem Aufkommen der Unsicherheiten und Klagen explizit verlangt. Es geht weniger um eine Untersuchung, sondern um ein geordnetes Vorgehen. Die Vorwürfe zur mangelnden und respektlosen Führungskultur hingegen müssen durch eine Verbesserung der Kommunikation und die Akzeptanz von Regeln im Umgang mit Mitarbeitenden beseitigt werden.

Was heisst das konkret?

Auch hier sind die Anforderungen klar: Gegenseitiger Respekt, ziviler Anstand, offene Kommunikation und Professionalität im Umgang mit Mitarbeitenden werden von allen Führungsstufen eingefordert.

Hat es so etwas schon einmal gegeben? Dass Schwyzer Verwaltungsangestellte Angst vor Jobverlust hatten, dass sie von ihrem Vorgesetzten abgekanzelt und mit gehässigen Mails eingedeckt werden?

Die Angst vor einem eigentlichen Jobverlust ist unbegründet. Hier ist wohl ein unnötiges Kommunikationsproblem zwischen Führung und Betroffenen entstanden. Auftrag, gesetzliche Grundlagen, Aufgabenbereich und Arbeitsumfang des Departements werden auch bei allfälligen Anpassungen gleich bleiben. Es wird deswegen niemand entlassen.

Aber?

Dass der Umgangston im Umweltdepartement entsprechende Befürchtungen genährt hat, hat der Regierungsrat mit dem Schreiben zur Kenntnis genommen und intern thematisiert.

Stimmt es, dass er die Angestellten anherrscht und die Contenance vermissen lässt? Immerhin gab Regierungsrat René Bünter im Interview mit dem «Boten» zu, dass das schon vorgekommen sei.

Regierungsrat René Bünter hat das anscheinend selber öffentlich bestätigt. Die Ansprüche an Führungspersönlichkeiten sind klar – egal für welche Stufe. Der Regierungsrat wird nicht tolerieren, dass irgendjemand die Regeln des gegenseitigen Respekts und des Anstands verletzt. Situationen, in denen es überbordende verbale Entgleisungen gibt, dürfen nicht akzeptiert werden. Das schliesst nicht aus, dass man in der Sache auch verwaltungsintern hart und engagiert diskutiert. Es muss aber auch die jederzeitige Wahrung der Contenance in schwierigen Lagen umfassen.

Was tut die Regierung? Was können und werden Sie als Landammann unternehmen?

Das Schreiben des Personal­verbands bezüglich der Führungsprobleme im Umweltdepartement wird ordnungsgemäss beantwortet und die regierungsrätliche Antwort auch Klarheit schaffen. Fakt ist, dass die momentane Strukturüberprüfung kein Entlassungsprogramm ist und dass der Regierungsrat als oberste vollziehende Behörde und Leitungsverantwortlicher der Verwaltung Anforderungen an Führungspersönlichkeiten aller Stufen in Sachen Anstand und Respekt stellt.

Und das gilt für alle?

Diese Anforderungen sind für die Regierungsräte selber genauso massgebend und gültig wie zum Beispiel das Kollegialitätsprinzip, die Loyalität und der Auftrag, gemeinsam zum Besten des Kantons politisch wirken zu wollen.

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