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Küssnacht: Nutzungsplanung kommt erneut an Urne – und ist immer noch umstritten

Sie sieht Änderungen für Hausbesitzer, Skifahrer oder Hotelmanager vor: Die
Teilrevision der Nutzungsplanung des Bezirks Küssnacht, über die am 10. Februar abgestimmt wird. Das sind die wichtigsten Fakten.
Niels Jost
Im Küssnachter Zentrum soll künftig höher gebaut werden dürfen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, 1. Juli 2018)

Im Küssnachter Zentrum soll künftig höher gebaut werden dürfen. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, 1. Juli 2018)

Was beinhaltet die Nutzungsplanung des Bezirks?

Diese besteht aus dem Zonen- und Erschliessungsplan mit den zugehörigen Vorschriften im Baureglement. Sie geben vor, wo gebaut werden darf, und wo nicht. Für die weitere Entwicklung des Bezirks ist die Abstimmung also von grosser Relevanz.

Wieso kommt die Nutzungsplanung erneut an die Urne?

Das aktuelle Planwerk stammt von 1997. Da übergeordnete Gesetze eine Überarbeitung nötig machten, führte man bereits 2007 eine Gesamtrevision durch. Nach diversen Einsprachen kam diese 2013 an die Urne – und wurde zu 54 Prozent abgelehnt. Nun wagt der Bezirksrat einen zweiten Versuch, mit einer Teilrevision.

Welches sind die Kernpunkte?

Mit der neuen Nutzungsplanung soll der inneren Verdichtung stärker Rechnung getragen werden, vor allem im Zentrum von Küssnacht. Dort sollen neue Gebäudehöhen (je nach Zone plus 1,5 Meter oder zusätzliches Geschoss) gelten. Durch verdichtetes Bauen wird der rund 12900 Einwohner zählende Bezirk um 550 Einwohner wachsen können. Insgesamt soll aber nicht mehr Land eingezont werden. Die Bauzonen werden bei rund 406 Hektaren beibehalten. Weitere Kernpunkte sind die starke Vereinfachung des Baureglements, indem Artikel gestrichen werden, die bereits in übergeordneten Gesetzen festgehalten sind. Zudem wird der Raumbedarf oberirdischer Gewässer klar festgelegt.

Was ändert sich sonst noch?

Das Baureglement erlaubt es neu, in der Gewerbezone «hotelähnliche Betriebe» zu führen. Ebenso neu definiert wird eine Skiabfahrtszone, die anderen Grundnutzungen überlagert ist. Sie wird im Gebiet Pfaffenhaut ergänzt. Die bisherige Sport- und Erholungszone wird mit einer Grünzone ersetzt und in Teilbereichen ausserhalb des Bergweges mit einer Skiabfahrtszone überlagert. Dort dürfen künftig keine Bauten errichtet werden, welche den Skisport beeinträchtigen.

Was ist mit dem Seezugang in Merlischachen?

Anwohner befürchten, dass durch die Umzonung bei der Ratsherrenschüür das letzte öffentlich zugängliche Ufer überbaut wird. Der Bezirksrat versicherte jedoch, dass für die neue Zone ein Uferabstand von 20 Metern gilt und mit dem Grundeigentümer ein uneingeschränktes Fusswegrecht vereinbart wurde. Der Seezugang bleibe damit erhalten (wir berichteten). Von diesem Versprechen hält der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee nichts und empfiehlt, die Teilrevision abzulehnen.

Noch sind elf Einsprachen beim Schwyzer Regierungsrat hängig. Beeinflussen sie die Abstimmung?

Nein. Die betroffenen Zonen sind von dieser Teilrevision ausgenommen. Sobald die Einsprachen rechtskräftig erledigt sind, werden die weiteren Verfahrensschritte angegangen – entweder mit separaten Teilzonenplänen oder mit der nächsten Gesamtrevision, welche voraussichtlich 2023 oder 2025 durchgeführt wird.

Was halten die Küssnachter Parteien von der Vorlage?

Für die Teilrevision ist die FDP. Ihr zufolge wird mit der Annahme die aktuell mangelhafte Rechts- und Planungssicherheit wiederhergestellt. Zudem könne die innere Verdichtung auch wirklich umgesetzt werden. Gegen die Vorlage sind die SP und Unabhängigen. Sie verlangen, zunächst ein Siedlungsentwicklungskonzept zu erstellen, um etwa definieren zu können, wo die innere Verdichtung genau umgesetzt werden oder wie sich der Verkehr entwickeln soll. Die Entwicklung des Bezirks solle demnach ganzheitlich geplant und erst im Rahmen einer Gesamtrevision festgelegt werden. Die SVP und CVP werden ihre Parolen erst Ende Januar fassen.

Was, wenn die Nutzungsplanung erneut abgelehnt wird?

Dann würde die geplante und vom Gesetz verlangte Verdichtung nach innen wohl mit der nächsten Gesamtrevision angestrebt. Möglich ist allerdings, dass die betroffenen Gebiete bis dahin bereits bebaut sind. Wird die Nutzungsplanung angenommen, muss sie der Regierungsrat genehmigen. Wann sie dann genau in Kraft tritt, ist noch unklar.

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