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Küssnacht: Rektor Rolf Bucher wurde gekündigt

Der Bezirksrat trennt sich per Ende November von Rektor Rolf Bucher. Dieser spricht von einer missbräuchlichen Kündigung.
Edith Meyer
Rolf Bucher. (Bild: Stefan Kaiser)

Rolf Bucher. (Bild: Stefan Kaiser)

Seit ein paar Monaten sorgen die Bezirksschulen Küssnacht für Gesprächsstoff. Den Stein ins Rollen brachte der Elternrat Seematt, als er mit einem Brief an die Öffentlichkeit ging. Neun Kündigungen von Lehrpersonen verunsicherten Eltern. Das Problem liege nicht bei den Schulleitungen, sondern «eine Etage höher», schrieb der Elternrat. Die Kritik richtete sich an Rolf Bucher, der seit fünf Jahren Rektor der Bezirksschulen ist.

An den Bezirksschulen Küssnacht haben seit 2013 drei Schulleiter gekündigt. Nach der letzten Kündigung, derjenigen der Seematt-Schulleiterin, ergriff der Bezirksrat organisatorische Massnahmen. Die Leitung der Schulhäuser Seematt I und II wurde wieder auf zwei Personen verteilt. Zudem richtete der Bezirksrat eine Telefon-Hotline für Mitarbeitende ein. Weiter kündigte der Bezirksrat eine Reorganisation der Schuladministration an.

Am Montag, 26. August, gab der Bezirksrat nun bekannt, dass er das Arbeitsverhältnis mit Rektor Rolf Bucher per Ende November beenden werde.

«Vertrauen für weitere Zusammenarbeit fehlt»

Was ist an den Bezirksschulen passiert? «Die aktuelle Situation rund um die Führung der Bezirksschulen Küssnacht wurde seit Mitte Mai vertieft analysiert», heisst es in der Mitteilung des Bezirks Küssnacht. Im Juni habe eine Besprechung mit Vertretern des Bezirksrats und Rolf Bucher zu den verschiedenen Problem- und Handlungsfeldern stattgefunden. Im Juli machte der Rektor vom rechtlichen Gehör Gebrauch und reichte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ein.

Die darauf folgenden Abwägungen des Bezirksrats ergaben, dass unterschiedliche Auffassungen über die Führung und die Ausrichtung der Bezirksschulen bestehen. «Aus diesem Grund fehlt dem Bezirksrat das Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit.» So habe er sich entschieden, Rolf Bucher die Kündigung auszusprechen.

Rektor Rolf Bucher kann den Entscheid nicht nachvollziehen: «Die aktuelle Gesamtschulleitung stellt sich in einem Schreiben an den Bezirksrat geschlossen hinter mich als Rektor und warnt vor den Folgen einer unnötigen Kündigung, welche sich negativ auf die Schulqualität auswirken werde.» Diese Kündigung sei unnötig. «Ich bedaure alle, die das ausbaden müssen. Mittelfristig werden es auch die Lehrpersonen spüren», sagt er weiter. Er wisse nicht, warum ihm keine Bewährungsfrist angesetzt worden sei. «Somit dürfte es sich gemäss Einschätzung meiner Rechtsvertretung um eine missbräuchliche Kündigung handeln. Diese dürfte zu hohen Kostenfolgen für den Bezirk führen», so Bucher.

Er kritisiert, dass sich der Bezirksrat auf die Informationen stütze, die dem Bezirksammann Armin Tresch und dem Landschreiber Marc Sinoli in ihrer Funktion als Ombudsstelle zugetragen wurden. «Bis heute konnten sich weder der Schulrat, noch der Schulpräsident, noch die Gesamtschulleitung, noch ich zu konkreten Vorwürfen äussern, da diese nicht bekannt gegeben wurden», so Bucher.

Stelle wird demnächst ausgeschrieben

Laut dem Bezirksrat wird die Rektorstelle demnächst ausgeschrieben. Schulpräsident Emil Gnos leite die nötigen Schritte zur Überbrückung der Vakanz in die Wege und definiere die Aufgaben, welche von Rektor Rolf Bucher noch zu erledigen seien. Weiter soll für die Bewältigung des administrativen Aufwandes eine neue Leitung Schuladministration eingesetzt werden. Emil Gnos wird zusätzliche Aufgaben im operativen Bereich übernehmen. Die vom Ombudsmann erkannten Handlungsfelder würden dem Schulrat zur weiteren Bearbeitung und Erledigung übertragen.

Für Rolf Bucher ist klar, dass die Krise an den Bezirksschulen ins Jahr 2012/13 zurückgeht. «Damals wurden die Führungsstrukturen angepasst.» Sein Vorgänger Stephan Peyer reichte nach vierjähriger Tätigkeit seine Kündigung ein. Gewisse Lehrpersonen stellten sich damals gegen Peyer und seine Reformpläne. Der Schulrat sprach sogar von Feindseligkeit. Rektor Rolf Bucher ist überzeugt, dass die Bezirksschulen in ihrer Entwicklung erneut fünf Jahre zurückgeworfen werden. Trotzdem: Er habe sich als Rektor sehr wohl gefühlt, weil sein direktes Arbeitsumfeld hervorragend sei.

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