Listerien-Fall in Steinerberg wirkt sich auf gesamte Branche aus

Der Listerien-Befall in der Käserei Vogel in Steinerberg vom Mai dieses Jahres wirft weiterhin hohe Wellen. Er hat dem Image des Betriebs im Kanton Schwyz enormen Schaden zugefügt – aber nicht nur ihm.

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(rgr/pl) Der Ausbruch des Bakteriums wirkt sich aber nicht nur auf die eine Käserei aus, sondern auf die gesamte Branche, wie Stefan Truttmann, Verantwortlicher für Qualitätsmanagement bei Fromarte, dem Dachverband der Schweizer Käsespezialisten, auf Anfrage sagt. «Wir werden unsere Mitglieder aufgrund des Vorfalls verstärkt auf die Gefahren und die strikte Einhaltung der Hygienevorschriften sensibilisieren», so Truttmann.

«Schweizer Käse ist ein sicheres Produkt»

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat im Frühling nach Bekanntwerden des Ausbruchs empfohlen, rund 30 Produkte nicht zu konsumieren. Die betroffenen Käse wurden zurückgerufen und vernichtet. Der Betrieb in Steinerberg wurde umgehend geschlossen und produziert nicht mehr. Der Käser ging vorzeitig in Pension.

Zehn Personen sollen gestorben sein, die Staatsanwaltschaft Innerschwyz hat gegen den Betreiber der Käserei ein Strafverfahren eröffnet. Ermittelt wird wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung sowie Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz.

Die Spezialisten bei Fromarte betonen, dass die Lebensmittelsicherheit bei der Käseherstellung oberste Priorität habe. «Schweizer Käse ist ein sicheres Produkt. Und Listerien können zudem überall vorkommen, nicht nur im Käse», betont Truttmann. Er unterstreicht, dass man mit den Bakterien aber gut umgehen könne, wenn in den Produktionsbetrieben die strengen Hygienevorschriften und die Prüfpläne korrekt eingehalten werden. «Das Qualitätsmanagement wird laufend geprüft und angepasst und die vorgegebenen Kontrollen sind zweckmässig und effizient. Dieser Fall ist eine absolute Ausnahme und darf nicht mehr vorkommen.»

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe

Der Gemeindepräsident von Steinerberg, Felix Reichlin, sagt: «Ich finde es schade, dass man den Namen des Käsers jetzt in der Öffentlichkeit kaputtmacht. Der Name Vogel ist ruiniert.» Bevor das Strafverfahren noch nicht abgeschlossen sei, solle man nicht urteilen. Reichlin sagt: «Künftig wird bestimmt niemand mehr einen Käse mit dieser Aufschrift kaufen.»

Für mehrfache fahrlässige Tötung wie auch für mehrfache fahrlässige Körperverletzung sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Bei fahrlässiger Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz kann eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen erfolgen.

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