Merlischachen: Beim Swiss-Chalet stehen die Zeichen auf Umbruch

Der Merlischacher Hotelbetrieb kämpft mit wirtschaftlichen Problemen. Nun gibt der Verwaltungsrat Gegensteuer.

Evelyne Fischer
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Merlischachen verliert eine imposante Übernachtungsstätte: Das Garni-Hotel Jagd-Schloss schliesst Ende Jahr. Ab Januar werden die 25 Hotelzimmer vermietet: Ein 1-Zimmer-Studio gibts samt Nebenkosten ab 1000 Franken, ein 2,5-Zimmer-Apartment mit Seesicht ab 2600 Franken pro Monat.

Die Zimmer des Hotels Jagd-Schloss werden künftig als Wohnungen genutzt. (Bild: PD)

Die Zimmer des Hotels Jagd-Schloss werden künftig als Wohnungen genutzt. (Bild: PD)

«Aus wirtschaftlichen Gründen hat der Verwaltungsrat diesen Entscheid gefasst», sagt Alois Seeholzer, Präsident der Hotelbesitzerin Swiss-Chalet Merlischachen AG. «Das Jagd-Schloss liegt 200 Meter vom Restaurant im Swiss-Chalet entfernt, das hat sich je länger je weniger gerechnet.» Über Dreiviertel der Wohnungen seien vermietet.

Im Bezirk bedauert man die Neuigkeiten: «In Küssnacht sind wir mit Hotelbetten nicht mehr so gut aufgestellt», sagt Bezirksammann Armin Tresch (CVP), der durch unsere Zeitung von der Umnutzung des Jagd-Schlosses erfuhr.

«Der ‹Widder› ist bereits geschlossen, im ‹Hirschen› entstehen Studios und der ‹Seehof› bleibt wegen Umbau zwei Jahre zu.»
Blick auf das Vier-Sterne-Haus Schloss Hotel. (Bild: PD)

Blick auf das Vier-Sterne-Haus Schloss Hotel. (Bild: PD)

Zur Swiss-Chalet Merlischachen AG gehören das Swiss-Chalet (20 Zimmer), das Schloss-Hotel (35 Zimmer) und das Jagd-Schloss. Alois Seeholzers Eltern haben in den 1950er-Jahren den Grundstein für die heute schweizweit bekannte Hotel-Landschaft im 1250-Einwohner-Dorf gelegt. Langjähriger Patron war Seeholzers Bruder Josef, «Prinz Joseph der 1.», wie er sich selbst nannte. Er verstarb im April 2015. Wenige Monate zuvor hatte das Direktionspaar Jeannine und Karel Nölly die Geschäftsführung übernommen.

Neue Ruhetage, geschlossene Bar

Nicht nur beim Jagd-Schloss kommt es zu Veränderungen: Von Januar bis mindestens Ende März bleibt das Swiss-Chalet Restaurant montags und dienstags zu; die Chalet Bar schliesst dauerhaft. «Der Hotelbetrieb läuft weiterhin rund um die Uhr, mit den beiden Ruhetagen können wir aber Personalkosten reduzieren», sagt Seeholzer.

«Spätestens ab Mai soll das Restaurant wieder sieben Tage die Woche offen stehen.»

Ziel sei es, dereinst auch wieder in der Bar auszuschenken. «Doch bis dahin müssen wir die Rentabilität steigern.» Daher feile man an einem neuen Bar-Konzept. Von einer «Neuausrichtung der Bar» ist die Rede. Weiter will sich Seeholzer nicht in die Karten blicken lassen.

Traditionshaus im Geraniendorf Merlischachen: das Swiss-Chalet. (Bild: PD)

Traditionshaus im Geraniendorf Merlischachen: das Swiss-Chalet. (Bild: PD)

Bereits kursierten Gerüchte, das Swiss-Chalet gehe in neue Hände über. Doch Seeholzer winkt ab:

«An diesen Verkaufsgerüchten ist nichts dran. Es ist unsere Aufgabe als Verwaltungsrat, den Betrieb so zu positionieren, dass er langfristig rentiert.»

Unklar ist, ob der Abgang eines VR-Mitglieds im Sommer ebenfalls eine Folge davon ist. Kam es zu unterschiedlichen Führungsauffassungen? Alois Seeholzer sagt: «Es gibt immer verschiedene Ansichten.» Er und Nachbar Walter Seeholzer sind derzeit die einzigen VR-Mitglieder.

Das Direktionspaar Jeannine und Karel Nölly bestätigt die Veränderungen. «Der Entscheid der Eigentümer, sich aufs Kerngeschäft zu konzentrieren, ist richtig. Dennoch braucht es für eine Hotelanlage eine gewisse Grösse», sagt Karel Nölly. «Zudem konnten wir bislang stets schwarze Zahlen schreiben.»

Umstrukturierung hat zu Kündigungen geführt

Zu den Ruhetagen sagt Nölly: «Bis anhin hatten wir im Januar drei Wochen Betriebsferien.» Doch dies sei nicht mehr zeitgemäss, darunter habe der Hotelbetrieb gelitten. Wie Nölly informiert ist, soll die Bar künftig als Eventraum vermietet und bei Hochzeiten sowie eigenen Veranstaltungen zum Zug kommen.

Durch die Umstrukturierung gab es «vereinzelt» Kündigungen, sagt Nölly, ohne die genaue Zahl zu nennen. Man werde auch auf den Sommer hin weniger Saisonniers suchen. Insgesamt beschäftigt er – je nach Saison – 45 bis 70 Angestellte.