Mit Beil auf falsche Person losgegangen: Schwyzer Strafgericht verurteilt einen 27-jährigen Polen

Weil er sich nach einer Auseinandersetzung an einem Mitbewohner rächen wollte, griff ein Pole den vermeintlichen Widersacher mit einem Beil an – doch in der Dunkelheit kam es zu einer Verwechslung. Nun muss der Angreifer ins Gefängnis und wird des Landes verwiesen.

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(one) Das Schwyzer Strafgericht hat am Donnerstag einen 27-jährigen Polen wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt. Der Beschuldigte wurde mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten bestraft. 18 Monate davon muss er absitzen. Zudem wurde der Pole für fünf Jahre des Landes verwiesen.

Er hat seinem Opfer eine Genugtuung von 5500 Franken zu bezahlen und hat auch den Schadenersatz in noch unbezifferter Höhe anerkannt. Er muss auch die Verfahrenskosten von weit über 70'000 Franken tragen.

Brutale Reaktion nach Streit

Der Beschuldigte hat im Juli 2018 nach einer verbalen Auseinandersetzung mit seinem Schweizer Mitbewohner, der den Polen aus seiner Wohnung verwies, brutal reagiert. Kurz nach Mitternacht kehrte er in die Wohnung zurück, um sich am Schweizer zu rächen. Dort nahm er ein etwa 30 Zentimeter langes und 7 Zentimeter hohes Hackebeil und ein 20 Zentimeter langes Fleischmesser. Dann ging er damit ins Wohnzimmer, wo sich der Schweizer und ein Ausländer befanden.

Da die beiden Mitbewohner ihre gewohnten Plätze getauscht hatten und im Dunkeln vor dem Fernseher sassen, kam es zur Verwechslung. Der Pole, der sich am Schweizer rächen wollte, schlug mit dem Hackebeil mehrmals gegen den Kopf des ausländischen Mitbewohners. Da sich das Opfer seinen rechten Arm schützend vor den Kopf hielt, konnte es lebensgefährliche oder schwere Verletzungen verhindern. Dennoch erlitt das Opfer eine klaffende Wunde am rechten Ellbogen, am rechten Oberarm und an der rechten Brustwand.

Mehrmals in Deutschland vorbestraft

Der Beschuldigte, der derzeit im Gefängnis sitzt, ist kein unbeschriebenes Blatt. Er wurde in Deutschland mehrere Male verurteilt – unter anderem wegen gefährlicher vorsätzlicher Körperverletzung. Im Alter von 20 Jahren sass er für fast fünf Jahre in einer Erziehungsanstalt.