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Morschacher filmt die Schweiz im Lockdown

Eigentlich arbeitet der Morschacher Dario Schuler 100 Prozent als Detailhändler in der Landi Schwyz – auch während der Corona-Zeit. Dennoch fand er die Zeit dazu, einen eindrücklichen Film über den Lockdown zu drehen.

Melanie Schnider
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Dario Schuler filmte in verschiedenen Schweizer Regionen – wie hier in Bern. Damit die Filmausschnitte nicht verwackeln, verwendete er einen Glider.

Dario Schuler filmte in verschiedenen Schweizer Regionen – wie hier in Bern. Damit die Filmausschnitte nicht verwackeln, verwendete er einen Glider.

Bild: PD

Nach seiner Arbeit sowie an den Wochenenden filmte der Morschacher Dario Schuler den Lockdown in der Schweiz. Dabei entstand nicht einfach ein simples Amateurfilmchen, sondern eine professionelle Aufzeichnung der gegenwärtigen Lage.

Das fünfminütige Lockdown-Video beginnt mit der Aufnahme eines Radios. Aus diesem ertönen die eindringlichen Stimmen von Bundesrat Alain Berset, von Daniel Koch vom BAG sowie von der Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga.

Sie erlauben kurz eine Zeitreise zurück zur Pressekonferenz vom 16. März, als der Lockdown verkündet wurde. Luftaufnahmen von einem menschenleeren Brunnen, Arth und Schwyz folgen. Selbst das fast komplett geschlossene Mythen Center von innen hält Schuler mit seinem Lockdown-Film fest. Bern und Zürich als Geisterstädte werden eingeblendet. Ebenso Luzern – ohne einen einzigen Touristen.

Während meiner vierwöchigen Dreharbeiten ging es mir darum, diese aussergewöhnliche Situation einzufangen, unsere Geschichte festzuhalten und der Nachwelt später eine Reise zurück in die Zeit des Coronavirus zu ermöglichen», erzählt Dario Schuler, der sich als Filmproduzent gerne selbstständig machen möchte.

Mit seinem Film wolle er die Menschen erreichen und Emotionen auslösen. «Dazu verwende ich bewusst einen cinematischen Stil», erklärt er. «Nur sehr intensive Aufnahmen sowie detailreiche schaffen es in den Film.

Meistens musste er die einzelnen Passagen mehrmals filmen, um diese in seinen Augen «perfekt» hinzubekommen. Drohne, Zeitraffer und Stativ unterstützten ihn dabei sowie ein sogenannter Glider, der beim Gehen die Bewegungen ausgleicht.

Auf diese Weise entstand für uns eine rührende Illustration unseres momentanen Alltags, ein Spiegel der Gegenwart. Zugleich produzierte der gelernte Detailhändler in seiner Freizeit ein Zeitzeugendokument. Dario Schulers Lockdown-Film als historisches Material dürfte in einigen Jahrzehnten von beachtlichem Wert sein.