Muotathaler Wetterschmöcker: Er hat den Winter am genausten vorhergesagt

Wetterschmöcker Alois «Tannzapfen» Holdener machte die genauste Vorhersage. Jetzt darf er den neuen Wanderpreis hüten.

Erhard Gick
Drucken
Teilen
Wetterkönig Alois «Tannzapfen» Holdener, Schwyz, mit dem neuen Pokal.

Wetterkönig Alois «Tannzapfen» Holdener, Schwyz, mit dem neuen Pokal.

Bild: Erhard Gick, Fotograf Br,goldau

Es ist so eine Sache mit dem Wetter. Wie wird es wohl werden? Das Wettermachen ist gar nicht so schwer, denn zum Glück gibt es die Wetterschmöcker. Die Muotathaler Wetterpropheten ermitteln die Wetterprognosen. Und jetzt ist alles klar. Der Frühling bleibt schön, und der Sommer kommt so richtig in Fahrt.

«Der Sommer ist wechselhaft mit heiss und kühl. Der Herbst noch eher zu warm, aber zufriedenstellend.» So sieht es Alois «Tannzapfen» Holdener, Schwyz, in der Zusammenfassung für den bevorstehenden Sommer. Er muss es wissen, denn er ist der neue Wetterkönig. Er hat den vergangenen Winter am genauesten vorausgesagt. 

Die Prognosen des Winters bewertet

Die Wetterschmöcker des Meteorologischen Vereins Innerschwyz wurden folgendermassen rangiert:
1. Holdener Alois, Tannzapfen, Schwyz 15 Punkte. 
2. Suter Peter, Sandstrahler, Ried-Muotathal 13 Punkte. 
3. Horat Martin, Wettermissionar, Rothenthurm 11 Punkte. 
4. Holdener Martin, Musers, Schwyz 10 Punkte. 
5. Hediger Karl, Naturmensch, Küssnacht 10 Punkte. 
6. Ulrich Roman, Jöri, Bisisthal 9,5 Punkte.

«Ich habe einen eher warmen Winter gesehen und wenig bis keinen Schnee. Es ist mir gut aufgegangen, jedenfalls hat es die Jury so gesehen», sagt der neue Wetterkönig und fügt an:

«Ich schaue auf den Wald und allgemein in die Natur. Es hat oft und schnell geregnet, die Bäume haben das Wasser richtiggehend zusammengezogen.»

Und auch jetzt sagt er einen schönen Mai mit fast sommerlichen Temperaturen voraus. Davon ist «Musers vom Haggen», Martin Holdener, ebenfalls überzeugt, er hat schliesslich auch seine Mäuse um Rat gefragt. Es gibt schon im Mai und Juni Ernte- und Grillwetter. «Nachher wird’s immer heisser, die Wirte müssen das Bier mit Eiswürfeln servieren. Die Hitze dauert bis Ende Juli an. Im Kopf von Bundesrat Berset kocht es schon lange, jetzt verbrennt es ihm sogar noch den Bläss», sagt Holdener.

Es ist trocken, und so könnte es auch bleiben. Einen Lichtblick gebe es im Mai, meint Roman «Jöri» Ulrich: «Anfangs trockenes, warmes Wetter. Kein Wachswetter, immer noch zu trocken. Ab dem 9. Wetterumschwung, kühler Regen und in den Bergen Schnee.» «Der Sommer ist zu trocken mit verschiedenen Winden. Der Herbst könnte schöner sein», meint Kari «Naturmensch» Hediger, aus Küssnacht. «Ein grosser Teil der Leute ist nicht zufrieden mit dem Sommer. Dafür macht der Herbst wieder vieles gut», hält Wettermissionar Martin Horat, Rothenthurm, fest. Und Sandstrahler Peter Suter, Muotathal, der auf die Zeichen der Natur setzt, meint: «Der Sommer anfangs veränderlich, sonst eher trocken. Der Herbst mit schönen Tagen, aber einen Tschopen kühler.» Alois Holdener geht bald in Rente, hat noch gut eine Arbeitswoche vor sich. «Langweilig wird es mir aber nicht. Als Kassier des Vereins habe ich jede Menge zu tun.»

Immer mehr Vereinsmitglieder

Der Meteorologische Verein Innerschwyz erfreut sich ungetrübter Beliebtheit. «Die Leute wollen und lieben das Bodenständige. Sie wollen sich gut unterhalten lassen, und sie setzen auf das Wissen, das wir aus der Natur ablesen», erzählt Alois Holdener. Der Verein zählt über 4600 Mitglieder, Tendenz steigend.

Mehr zum Thema

Wetterschmöcker prophezeit ein gutes Weinjahr

Wetterschmöcker Martin Horat hat einer Thurgauer Wandergruppe vom Wettergeschehen und dessen Einfluss berichtet. Auch Winzer Ruedy Schuler kann von diesen Informationen profitieren.
Georg Epp