Nach Schlagabtausch um den öffentlichen Verkehr im Schwyzer Parlament stimmt es neuem Grundangebot zu

Der Schwyzer Kantonsrat hat am Mittwoch das neue Grundangebot des öffentlichen Verkehrs klar genehmigt. In der Debatte wurde aber teils harsche Kritik an der Vorlage geübt.

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Das Angebot im regionalen öffentlichen Verkehr in den Jahren 2020-2023 ist im Wesentlichen eine Fortsetzung des laufenden Grundangebots seit 2016. Der Schwyzer Regierungsrat setzt auf gezielte Verbesserungen bei stark belasteten Pendlerverbindungen sowie bessere Vernetzungen von Ortschaften und Siedlungsgebieten. Die finanziellen Mittel sollen dort eingesetzt werden, wo sie die grösste Entwicklung hätten, erklärte der Regierungsrats in seinem Bericht.

Neue Schwerpunkte sind der Umleitungsfahrplan nach Zug-Zürich während der Streckensperrung am Zugersee im Jahr 2020 sowie die Einführung eines neuen Buskonzepts im Talkessel Schwyz mit Neat-Anschluss ab 2021. Das Angebot ab 20 Uhr bleibt reduziert, da der Kanton Nachtangebote nicht finanzieren möchte. Nach Ansicht der vorberatenden Kantonsratskommission orientiert sich das neue öV-Grundangebot am sachlich Sinnvollen und finanziell Machbaren.

SP-Rückweisungsantrag ohne Chance

Für die Ratslinke geht der Regierungsrat indes zu wenig weit. Es fehlten Visionen und Innovationen, hiess es in der Ratsdebatte. Schwyz müsse deutlich mehr in den öffentlichen Verkehr investieren.

Die SP stellte einen Antrag auf Rückweisung der Vorlage, um diese zu überarbeiten. Sie verlangte ein halbes Dutzend zusätzliche öV-Linien, so zum Beispiel für einen Schnellbus March-Schwyz. Der Rückweisungsantrag der SP scheiterte allerdings deutlich mit 13 zu 76 Stimmen.

Die SVP nahm das neue Grundangebot mit Skepsis zur Kenntnis, etwa weil nicht genügend klar sei, ob das wirklich Notwendige von den Einzelwünschen einiger weniger getrennt werde. Ein SVP-Kantonsrat plädierte für die konsequente Ausschreibung von öV-Linien. Ein anderer Vertreter der SVP kritisierte Regierung und Verwaltung für angeblich falsche Informationen.

Abgeltungen von über 32 Millionen

FDP und CVP zeigten sich weitgehend zufrieden mit dem neuen Grundangebot. CVP-Vertreter appellierten aber an den Regierungsrat, dass eine langfristige Verkehrsplanung für Strasse und Schiene notwendig sei, um die wachsende Mobilitätsnachfrage im Kanton Schwyz nachhaltig bewältigen zu können. In diesem Sinne äusserten sich auch Parlamentarier von GLP und SP.

Das öV-Grundangebot 2020-2023 beinhaltet jährliche Abgeltungen von 32,2 bis 32,9 Millionen Franken. 60 Prozent der Abgeltungen werden den Bezirken und Gemeinden weiter verrechnet. Der Aufwand für den Kanton beträgt damit zwischen 12,9 und 13,2 Millionen. Der mittlere Abgeltungsaufwand liegt rund 3 Millionen tiefer als im auslaufenden Grundangebot 2016-2019. In der Schlussabstimmung passierte die Vorlage des Regierungsrats mit 79 zu 12 Stimmen. (sda)