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Nach Sex mit 14-Jähriger: Endet fatale Begegnung an Schwyzer Seeufer für einen Afghanen mit Gefängnis?

Ein 26-jähriger Afghane hatte einvernehmlichen, aber unerlaubten Sex mit einer 14-Jährigen und landete deswegen vor dem Schwyzer Strafgericht. Nun droht ihm eine elfmonatige unbedingte Freiheitsstrafe.
Ruggero Vercellone

Im Juni 2018 kam es zwischen einem damals 26-jährigen Afghanen und einer 14-jährigen Schweizerin an einem Seeufer im Kanton Schwyz zu einer fatalen Begegnung. Zwischen den beiden entwickelte sich vorerst ein Gespräch, dann fingen sie an, sich zu küssen. Später begaben sich die beiden in ein nahe gelegenes Wäldchen, wo es zu ersten sexuellen Kontakten kam. Die zwei zogen sich selbst die Kleider aus. Ein erster Geschlechtsakt scheiterte, weil der junge Mann dazu nicht fähig war.

Daraufhin begaben sich die beiden in die Wohnung eines Freundes des Mannes. Dort kam es wieder zu Küssen und anschliessend auch zum ungeschützten Geschlechtsakt. Schliesslich begleitete der Mann das Mädchen zu ihr nach Hause. Dort gab er ihr seine Telefonnummer. Beide verabschiedeten sich mit einem Kuss.

Am Donnerstag stand der junge Mann vor dem Schwyzer Strafgericht. Er wurde wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind angeklagt. Weil der Beschuldigte schon mehrfach wegen Betäubungsmitteldelikten bestraft worden war, verlangte der Staatsanwalt eine Zusatzstrafe von elf Monaten unbedingt. Zudem sei er für fünf Jahre des Landes zu verweisen. Der Tatbestand der sexuellen Handlung mit einem Kind verlange bei einem Ausländer den obligatorischen Landesverweis.

Genugtuungssumme von 10'000 Franken gefordert

Der Mann habe gewusst, dass das Mädchen erst 14-jährig sei und er demzufolge keinen Sex mit ihr haben dürfe. Er habe auch zugegeben, dass er «komische Gedanken» gehabt habe, als er ihr Alter erfuhr. Diese Bedenken habe er auch gehabt, als sein Freund ihn auf das noch nicht erreichte Schutzalter des Mädchens angesprochen hatte. Er sei aber davon ausgegangen, dass er trotzdem mit ihr Geschlechtsverkehr haben dürfe, weil das Mädchen es ja auch gewollt habe.

Was der Mann nicht wusste und auch nicht wahrnahm: Das Mädchen leidet unter einer geistigen Behinderung und besucht eine Spezialschule. Sie habe zwar schon küssen wollen. Den Geschlechtsakt habe sie aber nicht gewollt, argumentierte die Privatklägerin. Einige Monate nach der Tat habe das Mädchen psychische Probleme bekommen. Sie habe sich selbst zu verletzen begonnen und musste therapeutisch behandelt werden. Die Privatklägerin forderte deshalb einen Schadenersatz von 410 Franken sowie eine Genugtuungssumme von 10'000 Franken.

Vor dem Gericht verlangte der Verteidiger einen Schuldspruch und eine Bestrafung, «die aber wesentlich unter der vom Staatsanwalt beantragten Höhe» zu liegen habe. Von einer Landesverweisung sei abzusehen. Sein Mandant, der selbst Opfer von sexuellen Übergriffen geworden war, habe bewusst Sex mit einer 14-Jährigen gehabt und sich deswegen schuldig gemacht. Der Verteidiger sagte:

«Das ist nicht zu beschönigen. Das Mädchen hat aber nie gesagt, dass es den Geschlechtsakt nicht wolle.»

Gegenüber einer Ärztin habe das Mädchen nach dem Vorfall ausgeführt, sie habe sich in den Afghanen verliebt und wolle mit ihm eine Beziehung eingehen. Eine Landesverweisung sei angesichts des nicht schweren Sexualdelikts und der Vorstrafen, die ausschliesslich Betäubungsmittelvergehen beträfen, nicht angebracht. Die geforderte Genugtuungsforderung sei überhöht. Das Strafgericht wird sein Urteil später schriftlich eröffnen.

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