Neue IG möchte einen Mountainbike-Trail auf der Seebodenalp

Weg von den Wanderwegen, hin zu einem offiziellen Trail: Dafür suchen  junge Küssnachter nun weitere Interessenten. Knackpunkt ist die Finanzierung.

Niels Jost
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Um nicht mehr auf dem Wanderweg runter fahren zu müssen, soll auf der Seebodenalp ein Bike-Trail gebaut werden.

Um nicht mehr auf dem Wanderweg runter fahren zu müssen, soll auf der Seebodenalp ein Bike-Trail gebaut werden.

Symbolbild: Christian Beutler/Keystone

Die Seebodenalp ist ein Geheimtipp für Mountainbiker. Doch von der Alp auf 1030 Metern über Meer führt kein offizieller Trail runter ins Dorf nach Küssnacht. Geht es nach einer Gruppe junger Einheimischer, soll sich das ändern. Vor knapp einem Monat haben sie deshalb eine Interessensgemeinschaft (IG) gegründet, damit ihre Idee auf einer verbindlichen Struktur Fuss fassen kann.

«Seit jeher bin ich mit dem Mountainbike auf der Seebodenalp unterwegs und träume von einem richtigen Trail», sagt Simon Schönbächler zu den Beweggründen. Der 18-jährige Küssnachter vertritt die Anliegen der IG gegen aussen. Zur Kerngruppe gehören sieben weitere 18- bis 19-Jährige aus dem Bezirk und Umgebung – allesamt begeisterte Biker.

IG sucht Partner für Projektleitung

Eine konkrete Kostenvorstellung und einen Zeitplan hat man noch nicht. Vielmehr möchten die Biker mit der Gründung der IG nun zunächst abschätzen, wie gross das Interesse nach einem Trail in der Bevölkerung ist. «Mittlerweile zählen wir 100 Mitglieder», sagt Schönbächler. «Wir hoffen, dass es noch mehr werden. Denn je grösser die IG ist, desto mehr Gewicht haben wir bei den weiteren Abklärungen beim Bezirk und Betroffenen.»

Als grösste Herausforderung sieht Schönbächler die Finanzen. «Wir müssten einen Träger für das Projekt finden, der nach der Realisierung auch für den Unterhalt aufkommen würde.»

Trail würde «Wild-Fahrten» regulieren

Auf Wohlwollen stösst die IG beim Projekt Mountainbike Zentralschweiz, das von der Neuen Regionalpolitik (NRP) unterstützt wird. Projektleiter Thomas Vetterli sagt: «Die Idee eines Trails bei der Seebodenalp verfolgen wir schon länger. Die örtlichen Gegebenheiten bieten sich dafür an.» Gemäss Vetterli, der im Gemeinderat von Wolfenschiessen als Vizepräsident amtet, existiert bereits eine grobe Analyse über die Möglichkeiten eines Trails. Diese habe man der IG zur Verfügung gestellt. «Es ist schön, dass sich Junge für ihre Region einsetzen und etwas aufbauen möchten. Das unterstützen wir gerne.» Hilfe leisten könne das NRP-Projekt etwa darin, wie ein solches Vorhaben aufgegleist werden könnte und welche Amtsstellen mit einbezogen werden müssten, bis hin zur Planung und Umsetzung eines möglichen Trails.

Zu den möglichen Chancen und dem allfälligen Widerstand sagt Vetterli, dass ein solches Projekt im Interesse aller relevanten Player rund um die Seebodenalp sei. Denn: «Mit dem Trail würde kein zusätzliches Angebot geschaffen, sondern bloss Bestehendes reguliert.» Es würde etwa ermöglicht, dass Mountainbiker nicht mehr die Wanderwege runter fahren müssten, sondern auf dem klar beschilderten Trail. Das könnte allfällige Konflikte beheben.

Echo von Luftseilbahn und Korporation ist positiv

Doch was sagen die Direktbetroffenen am Berg? Die Luftseilbahn Küssnacht-Seebodenalp hatte an der erwähnten Analyse des NRP mitgewirkt. Im vergangenen Juni habe man sich jedoch aus dem Projekt zurückgezogen. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis hätte für uns als kleines Unternehmen nicht gestimmt», erklärt Marketingleiterin Andrea Isenegger. So wäre beispielsweise nur schon der Ausbau der Luftseilbahnen, um die Velos zu transportieren, zu aufwendig gewesen.

Trotz dieses Entscheids sei man der Idee nicht grundsätzlich abgeneigt. Man könne sich durchaus vorstellen, ein Projekt zu unterstützen, indem man etwa einen Anteil des Billetterlöses den Trail-Verantwortlichen abgeben würde. Isenegger hält aber klar fest: «Wir können und möchten nicht den Lead für den Bau und Unterhalt des Trails übernehmen.»

Ähnliches ist von der Korporation Berg und Seeboden zu hören. Präsident Josef Werder sagt: «Wir finden die Idee gut und begrüssen die Gründung der IG.» Doch auch die Korporation wäre nicht bereit, die Federführung zu übernehmen. Zudem müssten noch private Grund- und Waldeigentümer mit ins Boot geholt werden. Dass ein Trail ein zusätzliches Marketing-Instrument für die Seebodenalp wäre, ist für Werder nicht zentral. «Wir verfolgen einen ‹sanften› Tourismus. Das wird sehr geschätzt.» So oder so: Die IG sucht weiter nach Gleichgesinnten – nicht nur in Küssnacht, sondern über die Region hinaus.

Hinweis: Interessierte für die IG können sich hier einschreiben. 

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