Neue Polizeizentrale in Schwyz geplant

Im Kaltbach soll eine von zwei Zentralschweizer Polizeizentralen entstehen. Dort würden die Einsätze in den Kantonen Schwyz und Zug koordiniert.

Andreas Seeholzer
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Die Liegenschaft des Kantons Schwyz im Kaltbach vom Schwyzer Verkehrsamt aus gesehen.

Die Liegenschaft des Kantons Schwyz im Kaltbach vom Schwyzer Verkehrsamt aus gesehen.

Bild: Andreas Seeholzer (28. Januar 2020)

Die Zuger und die Schwyzer Polizei planen eine gemeinsame Polizeizentrale im Kaltbach bei Schwyz. Sie soll neben dem Schwyzer Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz (AMFZ) gebaut werden. Die neue Polizeizentrale entsteht unter dem Namen «Vision 2025» und soll im Idealfall bis 2025 realisiert werden. «Wir sprechen von einem Neubau neben den bestehenden Gebäuden des AMFZ. Mehr kann dazu derzeit nicht gesagt werden» sagt Damian Meier, Schwyzer Polizeikommandant, auf Anfrage.

Unter der «Vision 2025» sind zwei Einsatzzentralen in der Zentralschweiz geplant: eine für Luzern, Ob- und Nidwalden (Brünigachse) und eine für Zug und Schwyz (Gotthardachse). Für Uri und den Gotthardtunnel bleibt die aktuelle Einsatzzen­trale bestehen.

Heute treffen sich die Polizeikommandanten

Die Zentralschweizer Polizeikommandanten halten heute einen Workshop ab, um die Eckpunkte festzulegen und die Realisierung der künftigen Polizeizentralen zu vertiefen. Für die Zentrale im Kaltbach laufen die Arbeiten auf Hochtouren. «Wir haben grünes Licht aus Zug, dass der Standort im Kanton Schwyz weiterverfolgt werden soll», sagt der Schwyzer Kommandant Meier. Der Standort erfüllt die Anforderungen und ist ebenfalls von beiden Regierungen abgesegnet.

Nun wird konkret erarbeitet, ob der Standort Kaltbach auch realisiert werden kann. Dies mit einer gemeinsamen Arbeitsgruppe aus Zugern und Schwyzer. «Wir arbeiten mit grossem Engagement», sagt Meier, «um dieses technische Meisterwerk voranzubringen». Was viel Arbeit bedeutet, denn «solch eine Zusammenlegung ist ein riesiger Brocken». Die Anlage muss auf die Bedürfnisse beider Korps abgestimmt sein. «Mit Zug und Schwyz kommen zwei etwa gleich grosse Korps zusammen, die Zusammenarbeit ist sehr gut», sagt Damian Meier. Mit der Zusammenlegung der Einsatzzentralen von Zug und Schwyz ist es allerdings noch nicht getan: Die künftige Zentrale im Kaltbach (Gotthard­achse) muss mit jener der Brünig­achse kongruent sein. Konkret heisst dies: Fällt eine der beiden Zentralschweizer Polizeizentralen aus, muss die andere deren Funktion übernehmen.

Während 24 Stunden an 365 Tagen

Von den Einsatzzentralen werden die Einsätze im jeweiligen Gebiet disponiert. Sie sind an 365 Tagen 24 Stunden lang in Betrieb. Schon 2003 waren gemeinsame Zentralen im Rahmen des Projektes «Polizei XXI» ein Thema, wurden aber verworfen.

Erweiterung des Stützpunktes Biberbrugg

 Die Einsatzzentrale im Kaltbach ist nicht die einzige grosse Veränderung für die Schwyzer Polizei. Zurzeit läuft ein Projektwettbewerb für den Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg. Nebst dem Gefängnis und dem Teilen der Staatsanwaltschaft soll hier künftig auch die Kantonspolizei – die örtlichen Polizeiposten ausgenommen – stationiert werden. Der Regierungsrat verfolgt mit dem Gesamtkonzept Immobilienentwicklung das Ziel, für alle bestehenden Verwaltungs- und Schulstandorte eine optimale und in sich stimmige Entwicklung zu gewährleisten. Teil dieser Strategie sind rund 70 eigene Liegenschaften und 80 Mietobjekte.

Alleine mit dem Standort Biberbrugg können künftig jährlich Mietkosten von einer halben Million Franken eingespart werden. «Nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Standorte und Szenarien hat sich der Regierungsrat in einem ersten Schritt für die Erweiterung des Sicherheitsstützpunktes Biberbrugg zu einem Polizei- und Verwaltungszentrum für rund 320 Mitarbeitende ausgesprochen», heisst es auf der Homepage des Kantons. Mit Ausnahme der Polizeiposten, die unverändert bestehen bleiben, können insbesondere alle Mitarbeitenden der Kantonspolizei an einem Standort zusammengeführt werden. Zusätzlich werden Arbeitsplätze für weitere Verwaltungseinheiten geschaffen. Die Realisierung des Polizei- und Verwaltungszentrums Biberbrugg eröffnet anschliessend zwei Optionen für die Zusammenführung von rund 210 Arbeitsplätzen am Standort Schwyz: ein Ersatzneubau an der Bahnhofstrasse 15 oder ein Neubau auf der kantonseigenen Liegenschaft Kaltbach.

Die Immobilienstrategie hätte auch die Entwicklungsmöglichkeiten der kantonalen Schulstandorte wie der Kantonsschule Ausserschwyz gesichert. Mit dem kürzlichen Volks-Nein zur Kantonsschule Ausserschwyz steht das Baudepartement und damit die Schwyzer Regierung nun aber vor einem Scherbenhaufen: Das Schulgebäude ist baulich an seinem Ende, und die Brandschutzauflagen sind nur mit hohen Investitionen zu erfüllen. Die Planung eines neuen Standorts ist in nützlicher Frist nicht möglich und geht mit nicht absehbaren Kosten einher. (see)

ORGANISATION: Zug will gemeinsame Einsatzleitzentrale

Derzeit befasst sich die Zentralschweizer Polizeidirektorenkonferenz mit dem Aufbau einer gemeinsamen Einsatzzentrale bis 2025. Sicherheitsdirektor Beat Villiger setzt sich schon länger für eine solche ein – auch aus finanziellen Gründen.
Christopher Gilb