Ständeratswahlen in Schwyz: CVP-Mann Othmar Reichmuth erobert den zweiten Sitz

Die Schwyzer CVP kehrt nach achtjähriger Pause in den Ständerat zurück: Othmar Reichmuth setzt sich gegen Pirmin Schwander durch.

Jürg Auf der Maur und Anja Schelbert
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CVP setzte sich gegen SVP durch: Othmar Reichmuth (rechts im Bild) holt sich im Kanton Schwyz den zweiten Sitz im Ständerat. (Bild: Pius Amrein / LZ)

CVP setzte sich gegen SVP durch: Othmar Reichmuth (rechts im Bild) holt sich im Kanton Schwyz den zweiten Sitz im Ständerat. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Im Ständerat ist bei der Schwyzer Delegation der frühere Zustand wiederhergestellt. CVP-Regierungsrat Othmar Reichmuth hat sich gegen den bisherigen SVP-Nationalrat Pirmin Schwander durchgesetzt. Bei einer Stimmbeteiligung von eher bescheidenen 43,9 Prozent machte der Illgauer Baudirektor das Rennen

Damit beendet er nicht nur die Doppelbesetzung der Schwyzer Ständeratsmandate durch zwei SVP-Politiker. Sie galt, seit der bisherige Ständerat Peter Föhn vor acht Jahren ins Amt gewählt wurde. Neben der parteipolitisch besseren Durchmischung hat die Wahl Reichmuths auch dafür gesorgt, dass – wie während Jahren üblich – je ein Sitz durch einen Kandidaten aus dem inneren und aus dem äusseren Kantonsteil besetzt wird.

Für die nächsten vier Jahre werden also Othmar Reichmuth (CVP) und Alex Kuprecht (SVP) die Schwyzer Standesstimme in Bern einbringen. Honorata Züger als dritte Kandidatin, die im zweiten Wahlgang erneut antrat, blieb auch dieses Mal abgeschlagen auf dem letzten Platz. Sie erhielt insgesamt 870 Stimmen, Pirmin Schwander erreichte 21338, und Othmar Reichmuth als Sieger erhielt insgesamt 23359 Stimmen, exakt 2021 mehr als sein direkter Widerpart. Reichmuth wurde von der SP unterstützt, die FDP, die sich nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen hatte, beschloss Stimmfreigabe.

Schwander an eigenem Wohnort geschlagen

Reichmuth gewann zwar in weniger Gemeinden als Schwander. Doch er konnte sich vorab in den grossen Innerschweizer Gemeinden durchsetzen. Deutlich auf der Verliererstrasse war der CVP-Kandidat in Innerschwyz einzig in der SVP-Hochburg Muotathal. Hier bekam Schwander 825 Stimmen, während sich Reichmuth mit 523 begnügen musste. Andererseits ging mit Lachen sogar die Wohnortgemeinde von Schwander an Reichmuth, der sich auch in den Bezirken Gersau und Küssnacht deutlich durchzusetzen wusste.

Eher knapp fiel das Resultat zugunsten von Reichmuth in Lauerz (216 zu 203 Stimmen) oder Innerthal aus (49 zu 45). Pirmin Schwander zeigte sich als fairer Verlierer. «Ich denke, es ist ein gutes Resultat, das zeigt, dass ich auch im Majorzverfahren wählbar bin», erklärte er gestern gegenüber dem «Boten». Es sei schade, dass dieser SVP-Sitz in Bern nun verloren gehe. Betrachte man die Resultate der letzten 20 Jahre, dann wäre es, so Schwander, «durchaus vertretbar gewesen, weiterhin zwei SVP-Sitze im Ständerat zu haben».

Er fragte sich aber, ob innerhalb der Partei genügend mobilisiert worden sei. «Es ist ein bisschen Tendenz, dass mir parteiintern immer wieder 100 bis 1500 Stimmen fehlten.»

Gesundheitspolitik soll Steckenpferd werden

Der neue Ständerat Othmar Reichmuth freute sich: «Dass wir den Sitz jetzt zurückgewinnen konnten, ist für die CVP sehr, sehr wichtig.» Er sei entsprechend «erleichtert», sagte der diplomierte Käsermeister Reichmuth, der seit 2010 im Schwyzer Regierungsrat Einsitz nimmt: «Das Vertrauen der Schwyzer Bevölkerung auf Seiten der CVP zu wissen, ehrt mich sehr.» Infrastruktur- oder die Gesundheitspolitik sowie das Verhältnis zur EU sollen seine Hauptthemenfelder sein. Er hofft, dass die Erwahrung so schnell über die Bühne geht, dass er auch bei den Bundesratswahlen im Dezember mitreden kann.