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Interview

«Rechtsextreme können heute auf weniger Sympathien hoffen»

Seit den 80er-Jahren habe sich in der rechtsextremen Szene viel geändert, sagt Extremismus-Beobachter Hans Stutz. Heute sind derartige Gruppierungen vor allem in Ausserschwyz aktiv.
Jürg auf der Maur
Hans Stutz (Grüne) im Kantonsrat. | Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 3. November 2015)

Hans Stutz (Grüne) im Kantonsrat. | Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 3. November 2015)

Rechtsextreme Gruppierungen aus dem Kanton Schwyz sorgen für Schlagzeilen. Ist Schwyz ein besonders heisses Pflaster?

Die Entwicklung ist unterschiedlich, je nach Kantonsteil. In der Region Ausserschwyz samt den angrenzenden Teilen der Kantone Zürich, St. Gallen und Glarus besteht seit vielen Jahren eine rechtsextreme Subkultur, die der Naziskin-Bewegung nahesteht.

Wie gefährlich sind solche Gruppierungen?

Es ist unmöglich, eine generelle Aussage zu machen, ausser dass junge Angehörige von rechts­extremen Subkulturen, wie die Naziskinheads, eher gewalttätig werden als Rechtsextreme, die ihre Ansichten politisch durchsetzen wollen.

Muss ich Angst haben, wenn ich an einem Festival bin und solchen Leuten begegne? Gibt es Verhaltensregeln?

Die Gefahr ist gering, steigt jedoch leicht, je länger die Nacht dauert. Davon betroffen sind ­besonders junge Männer, die auf den ersten Blick als Mitglied einer Minderheit erkennbar sind, wie Menschen schwarzer Hautfarbe, Punks und Antifas, Muslime und Juden, ebenso Schwule. Eine Grundregel ist: sich nicht provozieren lassen. Das nützt ­allerdings wenig, wenn Angreifer ohne Vorwarnung tätlich werden.

Der Sicherheitsbericht des Bundes stellt fest, dass Schwyz zu jenen Kantonen mit überdurchschnittlich vielen gewaltbereiten Rechtsextremisten gehört. Gibt es aus Ihrer Sicht dafür einen Grund?

Ich gehe davon aus, dass der Nachrichtendienst des Bundes mit dieser Aussage die Kameradschaft Heimattreu meint. Die nachrichtendienstliche Einschätzung muss man allerdings relativieren: In der Deutschschweiz sind aktuell kaum noch Kameradschaften aktiv.

Jüngst gab die Brigade 8 national zu reden. Eine Gruppe trat an einem Festival in Ostdeutschland auf. Was wissen Sie von dieser Brigade 8. Wie gross ist sie?

Die Brigade 8 Schwyz ist bis anhin nicht öffentlich in Erscheinung getreten, ausser dass einzelne Mitglieder dieser Gruppe 2017 und 2018 an grossen rechtsextremen Konzerten im Bundesland Thüringen teilnahmen und anschliessend ihre Fotos ins Internet gestellt wurden. Der deutsche Verfassungsschutz stuft die Brigade 8 – mit mehreren Sektionen in Norddeutschland – als rechtsextreme Rocker ein und nicht als Skinheads. Nicht bekannt ist, wie gross die Schwyzer Gruppe überhaupt ist.

Rechtsextreme Gruppierungen treten im Kanton Schwyz und ganz allgemein in der Schweiz seit Jahrzehnten auf. Stellen Sie einen Wandel fest? Was hat sich gegenüber den 80er-Jahren geändert?

Seit Ende der 1980er-Jahre hat sich viel verändert, insbesondere können rechtsextreme Gruppierungen und Exponenten nicht mehr auf klammheimliche Sympathien hoffen, wie einst Marcel Strebel und die Patriotische Front es konnten.

Hinweis: Hans Stutz ist Luzerner Kantonsrat (Grüne) und beobachtet die rechtsextreme Szene in der Schweiz.

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