Riesige Felsmassen schlummern am Axen

Das Sicherheits- und Alarmsystem hat sich bewährt. Das Astra plant derzeit keine Massnahmen mehr am Axen.

Erhard Gick
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Im Gebiet des oberen Gumpisch liegen noch rund 100000 Kubikmeter Fels und Gestein in der Talschneise.

Im Gebiet des oberen Gumpisch liegen noch rund 100000 Kubikmeter Fels und Gestein in der Talschneise.

Bild: Erhard Gick

«Die Axenstrasse ist nach einer Panne wieder vollständig offen und intakt», hiess es am 31. Januar dieses Jahres in einer Medienmitteilung des Bundesamts für Strassen. Es gab zum Glück keinen Felssturz, und es war nur ein Fehlalarm, den das empfindliche System, einige hundert Meter über der Axenstrasse, ausgelöst hatte. Die Anlage, die Gebiete entlang der Axenstrasse wegen Fels- und Bergsturz-Gefahr überwacht, hatte damals einen technischen Alarm ausgelöst. Im betroffenen Gebiet waren Teile der Informations- und Kommunikationsmittel ausgefallen.

Es bleibt aber die Frage offen, wie gefährlich die Lage im Gumpischtal hinter Sisikon tatsächlich ist. So genau kann man das gar nicht beantworten. Für kleinere Gesteinsniedergänge ist ein Ablenkdamm gebaut worden. Fest steht aber, dass noch jede Menge Gestein und Fels im oberen Gumpisch angerichtet ist.

Noch rund 100000 Kubikmeter Fels oben

Es ist seit diesem letzten Ereignis ruhig geworden um die Axenstrasse. Hat sich die Situation im Fels also beruhigt? Dazu sagt Astra-Mediensprecherin Esther Widmer: «Es liegen nach wie vor rund 100000 Kubikmeter Fels im oberen Bereich Gumpischtal. Aus diesem Grund ist das Überwachungs- und Alarmsystem in Betrieb.» Das Warnsystem war anfällig, es löste seither schon mehrere Fehlalarme aus. «Das System hat sich aber bewährt, die Anlage funktioniert auch unter manchmal schwierigen Wetterverhältnissen», sagt Esther Widmer auf Anfrage.

Mit weiteren Zwischenfällen und Strassensperrungen ist zu rechnen, das bestätigt Esther Widmer. «Das kann aufgrund der noch im oberen Bereich liegenden Felsmassen nicht ausgeschlossen werden.»

Seitens des Astra seien derzeit aber keine weiteren Massnahmen in der Felswand vorgesehen oder geplant, heisst es vom Bundesamt für Strassen. Die Axenstrasse ist Teil der A4, verbindet Brunnen mit Flüelen und ist eine wichtige Zufahrtsstrasse zum Gotthard. Sie bereitete den Behörden und den Verkehrsteilnehmern im vergangenen Jahr bereits viele Sorgen. Dank des Überwachungs- und Alarmsystems sei die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden aber gewährleistet, so Widmer weiter.

Weitere bauliche Massnahmen sind im Projekt Neue Axenstrasse vorgesehen. Jenes wird unter der Federführung der Kantone Schwyz und Uri geplant und umgesetzt.

Selbst wenn die gefährdete Stelle nicht durch einen Tunnel entschärft würde: Die Hoffnung, dass mit dem Bau der neuen Axenstrasse baldmöglichst begonnen werden kann, ist gross.

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Gewitter verzögern Felsarbeiten am Axen

Auch am Samstag waren hoch über der Axenstrasse die Felsarbeiter am Werk. Sorgenkind bleibt das Wetter. Am Morgen mussten die Arbeiten nach wenigen Minuten wieder eingestellt werden.
Geri Holdener