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Spielschulden von einigen 100'000 Franken: Katholischer Pfarrer von Küssnacht nicht mehr im Amt

Bischof Vitus Huonder hat den Pfarrer von Küssnacht am Rigi von seinen Aufgaben entbunden. Der Pfarrer soll einen Schuldenberg von einigen 100'000 Franken angehäuft haben. Jetzt weilt er an der WM.
Wirbel unter dem Dach: Die katholische Pfarrkirche Küssnacht. Archivbild: Bote der Urschweiz

Wirbel unter dem Dach: Die katholische Pfarrkirche Küssnacht. Archivbild: Bote der Urschweiz

Auslöser für die Kündigung ist die private, finanzielle Situation des katholischen Pfarrers von Küssnacht am Rigi. Gemäss einem Schreiben des Bistums Chur hat dieser etwa 50 Personen um Geld gebeten, damit er seine Schulden bezahlen kann. Es stellte sich heraus, dass er sich einen Schuldenberg im Umfang von einigen hunderttausend Franken aufgetürmt hatte.

Der Kirchenrat von Küssnacht geht davon aus, dass die Nöte des Pfarrers einerseits auf spekulative Geldanlagen, die zu Verlusten führten, zurückzuführen sind. Andererseits stehen sie höchstwahrscheinlich in Verbindung mit den früheren Spielschulden.

Claudia Zimmermann führt Pfarrei

Bischof Vitus Huonder hat mit Wirkung per 18. Juni Generalvikar Martin Kopp zum Pfarradministrator und Claudia Zimmermann zur Pfarreibeauftragten ad interim ernannt.

Nach eingehenden Besprechungen mit Vertretern von Kirchenrat und Bistum Chur ist der Pfarrer von Küssnacht per Ende letzter Woche von seinen Aufgaben entbunden worden. Dies schreibt das Bistum Chur am Montag in einer Medienmitteilung.

Bischof Vitus Huonder (Bild: Keystone)

Bischof Vitus Huonder (Bild: Keystone)

Der Pfarrer hatte dem Bischof am 13. Juni seine Demission eingereicht. Gleichentags hat der Kirchenrat von Küssnacht das Anstellungsverhältnis mit dem Pfarrer gekündigt. «Alle, auch der Bischofsrat in Chur, waren sich einig, dass die Sache möglichst schnell ein Ende finden und der Pfarrer Küssnacht verlassen muss», schreibt das Bistum in einer Medienmitteilung.

Schulden seit 2011

Der Pfarrer kennt sich mit Verschuldung offenbar aus. Bereits 2011 meldete er dem Bischof, dass er Spielschulden habe. Von dieser Vorgeschichte hatte der Küssnachter Kirchenrat laut dem Churer Bistum keine Kenntnis. Der Fall wurde damals abgeklärt und dem Pfarrer die nötige Hilfe angeboten.

Der Kirchenrat von Küssnacht dankt dem Pfarrer für seine «unzähligen geleisteten guten Dienste». Der Pfarrer war über zwei Jahrzehnte für die katholische Kirchgemeinde im Einsatz. Man habe ihn als volksverbunden kennen und schätzen gelernt. Der Pfarrer hat jedoch jegliche Hilfe des Bistums abgelehnt.

Pfarrer an der WM

Noch am 14. Juni fuhr Bischof Vitus Huonder persönlich nach Küssnacht, um angesichts der entstandenen Lage mit dem Pfarrer zu sprechen. In einem längeren Gespräch versuchte er, den Pfarrer zu überzeugen, die vom Bistum bereitgestellte Hilfe umgehend anzunehmen.

Unter anderem wurde ihm angeboten, in eine für Spielsucht spezialisierte Universitätsklinik eintreten zu können. Ebenfalls wurde dem Pfarrer Beratung durch einen spezialisierten Anwalt in Schuldenfragen angeboten. «Der Pfarrer hat es jedoch vorgezogen, diese Angebote vorerst nicht anzunehmen aufgrund einer länger geplanten Reise in Bezug auf die Fussballweltmeisterschaft in Russland», schreibt das Bistum abschliessend. (rem)

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