Schwyz
Martin Horat hat den Sommer am genauesten vorausgesagt – ab Mitte Monat gibt es Schnee

Martin Horat sagte den Sommer am genauesten voraus. Er darf nicht nur den Wanderpreis hüten, er sagt einen schneereichen Winter voraus.

Erhard Gick
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Den Wanderpreis erhält Wettermissionar Martin Horat Horat noch. Stolz zeigt er bei sich zu Hause in Rothenthurm eine goldene Ameise.

Den Wanderpreis erhält Wettermissionar Martin Horat Horat noch. Stolz zeigt er bei sich zu Hause in Rothenthurm eine goldene Ameise.

Bild: Erhard Gick

«Ja da muesch grad e chli guet si für 17 vo 20 Pünkt», kommentierte Martin Horat, Wettermissionar, Rothenthurm seinen Sieg und das gute Punktetotal bei den Innerschwyzer Meteorologen. Sie hätten am Freitagabend gerne in Rothenthurm ihre Tagung durchgeführt. «Der Virus hat uns aber einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht», so der Gewinner der Sommerprognosen. Er ist der König über das Sommerwetter und hat die genauesten Prognosen abgeliefert.

Es sei ein extremer Sommer gewesen, mit viel Hagelschlag und Regen, aber nie extrem kalt. Er war trotz des Hudelwetters viel draussen und hat die Bauern der weiten Region besucht. «Sägeze hat es immer gebraucht, auch bei diesem Wetter. Wenigstens hatten die Bauern genug Zeit zum Dängele», so der Wettermissionar und Händler. (Erkl.: Sägeze = Sense; Dängele = mit gezielten Hammerschlägen das Schneideblatt der Sense dünn und damit scharf machen). Den Sommer lässt Wettermissionar Martin aber Sommer bleiben. «Der ist durch und man darf sich jetzt über einen schönen Herbst freuen», sagte der Rothenthurmer bei einem Besuch des «Boten».

Zum Christchindli wird es zünftig schneien

Das künftige Wetter lässt aufhorchen. «Es gibt einen zünftigen Winter, mit viel Schnee. Das ist auch gut so, denn unsere Gletscher brauchen wieder Schnee, damit sie uns nicht ganz wegschmelzen», zeigt sich Wettermissionar Martin Horat nachdenklich. Es werde schon Mitte November weit herunter einschneien und man müsse mit einem unbeständigen Dezember rechnen. Eines wird die Schwyzer Familien aber sicher freuen. «Zum Christchindli wird es zünftig schneien. Zu Silvester gibt es Minustemperaturen, es wird richtig kalt», sagt der Wetterkönig voraus. Im Januar und Februar bleibt es kalt. Vor allem im Februar sei es Zeit, in der warmen «Stube» zu sitzen. Es gäbe aber auch in Februar Erwärmungen, aber Schnee habe es bis in den März hinein genug. «Alles in allem dürfen sich vor allem die Wintersportler freuen», bilanziert der Rothenturmer.

Woher er das weiss? Ganz klar, von seinen Freunden, den Ameisen und Waldhengsten. «Die Ameise ist ein vielseitiges Tier, wenn man sie kennt. Und das tue ich. Ameisen sind nicht nur fleissig, sie werden gut 20 Jahre alt. Derzeit fressen sie immer noch gut und decken sich für den Winter ein», meint Martin Horat. Das sind klare Zeichen der Natur. Er hat seine Wetterboten genau beobachtet, kennt sie in- und auswendig. «Es sind sehr anhängliche Tiere. Wenn ich sie besuche, freuen sie sich, viele machen neugierig das Männchen und sie haben sich dicke Winterhosen angezogen. Man tut sich also gut, selber auch warme Sachen zu besorgen. Und wenn es dann doch wider Erwarten nicht ganz so kalt wird, gehen die Sachen auch nicht kaputt. Gute Hosen kann man über längere Zeit tragen», schmunzelt der 78-jährige Rothenthurmer. Die Ameisen bezeichnet Martin Horat als sehr intelligente und nützliche Tiere. Sie würden auch sehr viele Zecken wegfressen, freut er sich. Ihren Bau, den sie anlegen, gehe genauso viele Stockwerke in den Boden, wie er sichtbar sei. «Sie sorgen damit für eine natürliche Heizung. Auch wenn es bitterkalt ist, in ihrer Wohnung ist eine konstante Temperatur von 27 Grad», weiss der Ameisen-Wetterspezialist.

Ein Lob an Sandstrahler Peter Suter

Den Titel habe er gewonnen, aber eigentlich mag er diesen jedem seiner Kollegen gönnen. Seit 34 Jahren sagt Martin Horat jetzt schon das Wetter voraus. «Das sind immerhin 68 Voraussagen, je für den Sommer und den Winter», fasst der Rothenthurmer zusammen.

Mittlerweile hat er den Königstitel und damit den Wanderpreis schon 17 Mal geholt. «Wenn man den Titel holt oder vorne dabei ist, schläft es sich besser», witzelt Martin Horat. Es gäbe aber einen, der habe den Königstitel noch öfter beansprucht. «Ich glaube, Peter Suter hat den Titel schon über 30 Mal für sich beansprucht. Er ist schon lange bei den Wetterpropheten dabei und hat auch viel Erfahrung», so der Wettermissionar.

Die Muotathaler Wetterschmöcker Martin Horat, Peter Suter, Martin Holdener, Karl Hediger, Roman Ulrich und Alois Holdener (von links) in einer Aufnahme aus dem Jahr 2019.

Die Muotathaler Wetterschmöcker Martin Horat, Peter Suter, Martin Holdener, Karl Hediger, Roman Ulrich und Alois Holdener (von links) in einer Aufnahme aus dem Jahr 2019.

Bild: Urs Flüeler / Keystone

Die Wetterpropheten sind sich grösstenteils einig. Die ersten Novembertage werden noch schön sein. Ab Mitte Monat fällt Schnee.

Peter Suter, Sandstrahler, Ried-Muotathal

Anfangs schönes Wanderwetter, die Mücken können richtig tanzen. Vom 10. bis 15. Niederschläge, der Schneemann lässt grüssen. Ab Mitte schön und trocken. Im Tal, wo die Sonne nicht mehr hinschaut, weiss durch Reif.

Martin Horat, Wettermissionar, Rothenthurm

Anfangs noch einigermassen angenehmes sonniges Wetter. Um Mitte ist ein Schneeeinbruch zu erwarten. Ende zeitweise Bodennebel, aber ziemlich warm.

Alois Holdener, Tannzapfen, Schwyz

Die erste Hälfte mindestens neun schöne und milde Spätherbsttage. Die zweite Hälfte wird Nebel, Regen und Schnee vorherrschen, wenig Sonne. Allerheiligen (1.) mehr bewölkt als schön.

Karl Hediger, Naturmensch, Küssnacht

Bis um Mitte gibts ein «Martini Sömmerli » mit Niederschlägen dazwischen. Martini selber (11.) trocken. Der Rest des Monats wird neblig und kalt, auch «giächet», wenig Sonne.

Martin Holdener, Musers, Haggen, Schwyz

Anfangs einigermassen schön. Um Mitte etwas Schnee. Auf Ende eher besser, und am 28. holen wir unsere Freiheit sowieso zurück.

Roman Ulrich, Jöri, Bisisthal

1. Woche föhnig und warm. Ab dem 8. gibt es etwas Schnee. Nach dem 20. wechselhaft, nicht viel Sonne.

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