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Schwyz: Widerstand gegen geplante Schliessung von Schulen

Die Schwyzer Mittelschullandschaft steht vor Veränderungen: Schulen sollen geschlossen und zusammengelegt werden. Dagegen formiert sich von verschiedenen Seiten Widerstand.
Stephanie Zemp
Derzeit laufen unter anderem Gespräche zur Zusammenführung des Theresianums Ingenbohl (Bild) und der Kantonsschule Kollegium Schwyz. (Bild: Boris Bürgisser, 15. Januar 2010)

Derzeit laufen unter anderem Gespräche zur Zusammenführung des Theresianums Ingenbohl (Bild) und der Kantonsschule Kollegium Schwyz. (Bild: Boris Bürgisser, 15. Januar 2010)

Fünf Gymnasien zählt der Kanton Schwyz: je eine öffentliche Schule in Inner- und Ausserschwyz und mit der Stiftschule Einsiedeln, dem Gymnasium Immensee und dem Theresianum Ingenbohl drei private. Nun konkretisiert der Kanton die Weiterentwicklung der Mittelschullandschaft: Die öffentliche Kantonsschule im äusseren Kantonsteil in Pfäffikon soll neu gebaut, ihr zweiter Standort in Nuolen geschlossen werden. Im inneren Kantonsteil laufen Gespräche zur Zusammenführung der Kantonsschule Kollegium Schwyz und des Theresianums Ingenbohl.

Gegen diese Vorhaben formiert sich jedoch Widerstand. Ein Postulat fordert vom Regierungsrat, zuerst ein bildungsstrategisches Konzept vorzulegen, bevor die Projekte weitergeführt werden. In den betroffenen Gemeinden haben sich zudem Interessengruppen gegen die drohende Schliessung ihrer Schule gebildet.

Neubau für 600 Schüler konzipiert

Im äusseren Kantonsteil sind die Pläne bereits weit fortgeschritten: 2015 hat der Kantonsrat einen Planungskredit für einen Neubau in Pfäffikon von rund 6 Millionen Franken bewilligt, Ende Mai steht der Baukredit über 92 Millionen Franken auf der Traktandenliste. Der Neubau ist für rund 600 Schüler konzipiert. Hier sollen dereinst auch die Gymnasiasten aus dem benachbarten Bezirk March unterrichtet werden, ihre Schule in Nuolen soll geschlossen werden. «Wir sehen nicht ein, dass diese gut funktionierende Schule geschlossen wird», sagt Daniel Hüppin, Präsident der Standortgemeinde Wangen, auf Anfrage. Weiter sagt Hüppin:

«Dieses Angebot ist für uns als zweitgrösster, aufstrebender Bezirk wichtig.»

Bereits heute stammten rund die Hälfte aller Gymischüler in Ausserschwyz aus der March. Zudem stellten sich verkehrstechnische Herausforderungen, wenn alle Märchler Schüler nach Pfäffikon reisen müssten: «Der Bezirk Höfe hat heute schon eine hohe Verkehrsbelastung», sagt Hüppin.

Der kantonale Bildungsdirektor, Michael Stähli, zeigt Verständnis für die Haltung der Märchler Gemeinden. Der Kanton habe die Trägerschaft für diese Schule 1995 übernommen, die bis dahin von Patres betrieben wurde, und sie als zweiten Standort zur bereits bestehenden Kantonsschule in Pfäffikon geführt. Aber: «Es war von Anfang an klar, dass sie mittelfristig mit Pfäffikon zusammengelegt werden soll», erklärt Stähli. Weil sich das Schulgebäude in Pfäffikon als baufällig erwiesen hat, habe sich dieser Prozess beschleunigt. «Es hat sich abgezeichnet, dass massive Investitionen nötig sind und auch in Nuolen müsste renoviert werden», so Stähli. Deshalb hat der Kanton eine grosse, zusammengelegte Schule in Pfäffikon ins Auge gefasst. Der entsprechende Planungskredit ist im Kantonsrat mit überwältigender Mehrheit angenommen worden. Bereits damals habe es Widerstand aus der March gegeben. Nun, da es «um die Wurst» geht, sei er noch pointierter geworden.

Ende März dieses Jahres kam Widerstand aus dem Kantonsrat: Ein überparteiliches Postulat verlangt, dass der Regierungsrat zuerst ein aktuelles Strategiepapier vorweist, bevor über die Standortfrage in Ausser- und Innerschwyz und den Kredit für den Neubau in Pfäffikon entschieden wird. Postulatsurheber Jonathan Prelicz sagt auf Anfrage: «Vielleicht ist eine Strategie vorhanden, sie ist von aussen jedoch nicht ersichtlich.»

Vorwürfe an die Regierung

Es sei nichts dagegen einzuwenden, Zusammenlegungen von Standorten oder gar Schulen zu prüfen. Es sei jedoch wichtig, die Bedürfnisse der Betroffenen miteinzubeziehen und die bildungspolitischen Vorteile aufzuzeigen. Dies hat die Regierung nach Ansicht von Prelicz bisher verpasst.

Der Regierungsrat lehnt die Forderung der Postulanten ab. Es seien bereits zahlreiche Entscheidungsgrundlagen vorhanden. Der Vorwurf der mangelnden Information weist Stähli zurück:

«Wir haben bei jeder Gelegenheit über die Pläne in Ausserschwyz informiert.»

Die Vorteile sind für ihn klar: Die fünf Mittelschulen hätten mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen, sagt der Bildungsdirektor: «Die Schülerzahlen stagnieren, die Infrastrukturen benötigen Investitionen und die Trägerschaft der privaten, christlich geprägten Schulen, blicken in eine unsichere Zukunft. Weshalb sollte man die Mittelschulen nicht gemeinsam stärken und Synergien nutzen?»

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