Schwyzer Asylbewerber wehrt sich vehement gegen seine Ausschaffung - und sitzt in Durchsetzungshaft fest

Seit fast drei Jahren wehrt sich ein abgewiesener Asylbewerber aus Algerien gegen seine Rückführung in sein Heimatland. Er sitzt in Durchsetzungshaft und bat erfolglos um eine Entlassung.

Ruggero Vercellone
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Der Schwyzer Asylbewerber wird in Biberbrugg in Durchsetzungshaft bleiben. Im Bild ein Eintritts-Set für Häftlinge des Flughafengefängnisses in Kloten, Zürich. (Symboldbild: Christian Beutler / Keystone)

Der Schwyzer Asylbewerber wird in Biberbrugg in Durchsetzungshaft bleiben. Im Bild ein Eintritts-Set für Häftlinge des Flughafengefängnisses in Kloten, Zürich. (Symboldbild: Christian Beutler / Keystone)

Der heute 29-jährige Algerier war im Januar 2016 ohne gültige Ausweispapiere illegal in die Schweiz eingereist. Ende Januar 2016 reichte er ein Asylgesuch ein. Er sei aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen aus Algerien ausgereist, um in der Schweiz seine wirtschaftliche Lage zu verbessern, sagte er den Behörden. Sein Asylgesuch wurde im September 2016 abgelehnt, und er wurde angewiesen, die Schweiz bis zum 15. November 2016 zu verlassen.

Gegen diesen Entscheid wehrte sich der Mann. Er wolle hierbleiben, teilte er der Migrationsbehörde mit. Und so begann für ihn und die Behörden ein langwieriger Gang durch die Instanzen, der immer noch andauert. Seine Beschwerde gegen den Asylentscheid wurde im Dezember 2016 abgelehnt, die Ausreisefrist neu auf den 12. Januar 2017 festgelegt.

Da er diese Frist nicht einhielt, erging gegen ihn ein Strafbefehl, und es wurde verfügt, dass er das Gebiet der Gemeinde Schwyz nicht verlassen dürfe. Inzwischen hatte der Staat Algerien zugesichert, den Papierlosen aufzunehmen. An die Auflage, in Schwyz zu bleiben, hielt sich der Algerier aber nicht. Auch auf die Aufforderung des Migrationsamtes, sich mit sämtlichem Gepäck zu melden, reagierte er nicht. Im August 2017 wurde er in Zürich verhaftet und nach Schwyz überführt. Im September 2017 musste er im Kanton Zug wegen diverser Delikte eine Haft antreten und wurde im Dezember 2017 ins Kantonsgefängnis in Biberbrugg überführt. Dort wurde er in Durchsetzungshaft gesetzt. Diese ist das letzte Mittel, wenn keine andere Massnahme mehr zum Ziel führt, einen illegal anwesenden Ausländer auch gegen seinen Willen in seine Heimat bringen zu können.

Gegen die Rückführung im Flugzeug gewehrt

In seine Heimat zurückkehren will der Algerier nicht. So hätte er im Januar 2018 in einem Linienflug von Genf aus seine Heimreise antreten müssen. Am Flughafen wehrte er sich aber so stark, dass der Maître de Cabine den Transport verweigerte. So kehrte er in die Durchsetzungshaft zurück. Diese wurde im November 2018 bis zum 28. Januar 2019 verlängert, weil der Mann sich weiterhin gegen eine Heimreise wehrt.

Mit einem Brief bat der Algerier um Haftentlassung. Das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz lehnte dieses Gesuch in seinem Urteil vom 28. Dezember 2018 ab. Der Algerier habe den Vorladungen des Migrationsamtes mehrfach keine Folge geleistet, habe die Eingrenzungsverfügung nicht beachtet, sei seiner Pflicht auszureisen nicht nachgekommen und habe sich beim Rückführungsversuch so unkooperativ verhalten, dass dieser abgebrochen werden musste, hält das Verwaltungsgericht fest. Mit einem Linienflug sei seine Rückführung nicht möglich, eine zwangsweise Rückführung mit einem Sonderflug werde von Algerien nicht akzeptiert. Ohne Verhaltensänderung des Mannes sei eine Rückführung nicht möglich. Deshalb soll gerade die angeordnete Durchsetzungshaft dazu führen, dass diese Verhaltensänderung nun eintreffe. Eine Durchsetzungshaft sei maximal 18 Monate möglich. Bis dahin könne der Algerier noch rund 13 Monate in Haft gehalten werden.