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Ku-Klux-Klan im Kanton Schwyz: Mitglieder sind bekannt

Am Güdelmontag verkleideten sich 12 Personen an der Schwyzer Fasnacht als Ku-Klux-Klan. Nun wurden alle Mitglieder ermittelt und einvernommen. Sicherheitsdirektor André Rüegsegger betont: «Schwyz ist kein Nest von Rechtsextremen.»
Jürg auf der Maur

Sie sorgten schweizweit für Aufsehen: die 12 Personen, die sich an der Schwyzer Fasnacht am Güdelmontag als Ku-Klux-Klan verkleidet hatten. Mittlerweile wurden alle Personen ausfindig gemacht und einvernommen. Dabei handelt es sich um Schweizer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Alle sind im Bezirk Schwyz wohnhaft, wie die Kantonspolizei Schwyz in einer Mitteilung schreibt. Bei der Polizei ist bislang noch keine dieser Personen im Bereich Rechtsextremismus verzeichnet. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen werde die Kapo Schwyz den Auftritt der Gruppe zuhanden der Staatsanwaltschaft Innerschwyz rapportieren, heisst es weiter.

Solche Verkleidungen seien «geschmackslos»

Ob den zwölf Personen eine Strafe droht, ist noch unklar. «Die Staatsanwaltschaft wird selber auch noch Abklärungen treffen und erst danach entscheiden, ob es zu einer Anklage kommt oder nicht», sagt der Schwyzer Sicherheitsdirektor André Rüeggsegger (SVP). Allenfalls würden auch noch Drittpersonen angehört. Für Rüeggsegger sind solche Verkleidungen wie jene des Ku-Klux-Klans «geschmacklos». Dennoch relativiert der SVP-Mann. «Was ich ganz und gar nicht teile, ist die Meinung, Schwyz sei ein Nest von Rechtsextremen, wir hätten ein Rechtsextremismusproblem.» Der Kanton führe Buch über entsprechende Vorfälle. Es gebe durchaus Einzelfälle, denen auch nachgegangen werde. «Von einem rechtsextremen Hort im Kanton Schwyz kann aber nicht die Rede sein.» Und doch: Der Extremismusbericht des Bundes aus dem Jahr 2017 attestiert dem Kanton Schwyz eine starke rechtsextreme Szene. Und auch die Medien hatten mit wenigen Klicks mehr über die verkleideten Personen erfahren.

Ob Entscheid richtig war, wird intern untersucht

Schaut die Kantonspolizei Schwyz nicht genau genug hin? «Sobald wir, respektive die Polizei, Anhaltspunkte haben, schreiten wir ein. Das muss aber immer situativ eingeschätzt werden. Am Fasnachtsmontag läuft viel. Wir müssen die Einsatzkräfte deshalb verfügbar haben und müssen genau schauen, ob und wohin sie auszurücken haben.» Die Untersuchungen wurden erst am Dienstag nach Medienberichten gestartet. Ob das ein richtiger Entscheid war, am Güdelmontag nicht auszurücken, wird nun intern untersucht. «Ich vertraue meinen Polizisten und weiss, dass sie die Situationen nach bestem Wissen und Gewissen einschätzen und entsprechend handeln.» Immerhin: Die besagten Personen sind bis anhin noch nicht im Bereich Rechtsextremismus bei der Schwyzer Kantonspolizei verzeichnet. Das heisst, dass sie bisher noch nie straffällig geworden sind und deshalb von der Polizei erfasst werden mussten. Die Motive und Motivation der Personen sind ihm nicht bekannt. Aber: «Das Veröffentlichen von Bildern und entsprechender Gesinnung ist in der Schweiz grundsätzlich nicht verboten.»

Der Ku-Klux-Klan wurde 1865 in den amerikanischen Südstaaten gegründet. Ziel der Organisation war die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung. Ob sich die 12 Personen mit ihrer Verkleidung strafbar gemacht haben, wird nun die Staatsanwaltschaft klären.

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