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Schwyzer Neonazis in Deutschland

Mitglieder einer Nazi-Gruppierung aus dem Kanton Schwyz feierten in Deutschland den Geburtstag von Adolf Hitler. Für den Nachrichtendienst des Bundes gilt Schwyz als rechtsextreme Hochburg.
Jürg Auf der Maur
Ein Teilnehmer des Neonazi-Festivals «Schild und Schwert», bei dem mehr als 1'000 Rechtsextreme den Geburtstag von Adolf Hitler gefeiert haben. (Bild: Franz Fischer/EPA)

Ein Teilnehmer des Neonazi-Festivals «Schild und Schwert», bei dem mehr als 1'000 Rechtsextreme den Geburtstag von Adolf Hitler gefeiert haben. (Bild: Franz Fischer/EPA)

«Schild und Schwert» hiess der Aufmarsch, der kürzlich 1000 bis 1500 Rechtsextreme an die Geburtstagsfeier von Adolf Hitler ins sächsische Ostritz führte. Der «Sonntags-Blick» machte den Aufmarsch auch in der Schweiz öffentlich und wies dabei auf eine Gruppe von Rechtsextremen hin, die aus dem Kanton Schwyz anreisten. Sie nennen sich «Brigade 8» und traten, so ein Twittereintrag der linksautonomen Aktion Antifa, «nicht erstmalig» in Erscheinung. Schon ein Jahr zuvor waren offenbar Mitglieder aus dem Kanton Schwyz an einem grossen Nazi-Treffen in Themar in Thüringen präsent.

Bei der «Brigade 8» soll es sich um eine besonders gewaltbereite Gruppierung handeln. Die Aufnäher deuten dabei zwar eindeutig auf die Herkunft aus dem Kanton Schwyz hin. Die Zahl Acht im Namen bezieht sich auf den achten Buchstaben im Alphabet – H wie Hitler.

Hakenkreuz-Banner über der Autobahn

Sonst ist aber mehr unbekannt als klar. Die Schwyzer Kantonspolizei habe Kenntnis von dieser ­Bruderschaft, bestätigt die Medienstelle der Kantonspolizei. Angaben über die Grösse der Gruppierung und ob sie eher in Ausser- oder Innerschwyz beheimatet ist, werden aber keine gemacht. Auch ob und welche Untersuchungen laufen, lässt die Polizei offen und verweist an die Bundesstellen weiter. «Die Kantonspolizei Schwyz arbeitet bei der Beobachtung von Gruppierungen eng mit andern Polizeikorps sowie Fachstellen des Bundes zusammen», hält Polizeisprecher Florian Grossmann auf Anfrage unserer Zeitung dazu ­lediglich fest. Dass Schwyz viele Rechtsextreme zählt, zeigen nicht nur Vorfälle wie in Ausserschwyz, als über der Autobahn vor rund einem Jahr ein Banner mit Hakenkreuz die Pendler im Morgenverkehr aufschreckte.

Auch der neueste Bericht des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) geht auf dieses Phänomen ein. Der NDB hat 2017 die kantonalen Nachrichtendienste beauftragt, Zahlen und Strukturen zum Gewaltextremismus in der Schweiz in ihrem Zuständigkeitsbereich neu zu erheben. Am meisten gewaltbereite Rechtsextreme wurden in den Kantonen Aargau, Bern, Genf, Zürich, Waadt, Wallis, Schwyz und St. Gallen festgestellt. «Der Rechtsextremismus ist immer noch ein eher ländliches Phänomen», kam der Bericht «Sicherheit Schweiz» Anfang 2018 zum Schluss.

Auf Nachfragen hält sich der NDB aber auch hier bedeckt. «Der NDB schätzt die Anzahl gewaltbereiter Rechtsextremer auf rund 350 Personen. Die Anzahl Linksextremer liegt bei rund 1000 Personen», heisst es dazu lediglich.

Gut ein Drittel der Extremen ist gewalttätig

Bei den Rechtsextremen sei rund ein Viertel bis ein Drittel nicht nur als gewaltbereit, sondern «auch als gewalttätig» anzusehen. Bei den Linksextremen sei es rund ein Drittel.

Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Kantonen veröffentlicht der Nachrichtendienst nicht. «Er äussert sich weder zur Lage in einzelnen Kantonen noch zu einzelnen Gruppierungen oder Organisationen», hält die NDB-Sprecherin fest.

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