Sie gingen für eine sichere Strasse auf die Strasse: Sechs Mütter aus Merlischachen sammeln 500 Unterschriften

Sechs Mütter haben eine Petition eingereicht, um die Verkehrssituation im Zentrum von Merlischachen zu entschärfen. Sie fordern Tempo 30 und eine bessere Signalisation in der Schulzone.

Edith Meyer
Drucken
Teilen
Sechs Merlischacherinnen übergeben Norbert Mettler, Departementssekretär des Baudepartements des Kantons Schwyz, die Petition (von links): Evelin Bermudez, Yelitza Bättig, Soraya von Wyl, Brigitte Volante, Claudia Baumann und Jimena Peña Broischer. (Bild: Edith Meyer)

Sechs Merlischacherinnen übergeben Norbert Mettler, Departementssekretär des Baudepartements des Kantons Schwyz, die Petition (von links): Evelin Bermudez, Yelitza Bättig, Soraya von Wyl, Brigitte Volante, Claudia Baumann und Jimena Peña Broischer. (Bild: Edith Meyer)

Die Petition ans Tiefbauamt des Kantons Schwyz und den Bezirksrat Küssnacht ist nicht der erste Versuch, die Situation zu ändern. Seit über zehn Jahren haben Merlischacher Anliegen der Bevölkerung und der Eltern von Schulkindern an den Bezirk und ans Baudepartement gerichtet.

Im Fokus stehen zwei Themen: die Schulwegsicherheit und das als zu hoch empfundene Geschwindigkeitsniveau auf der Hauptstrasse im Zentrum von Merlischachen.

Ungenügende kantonale Ausbaustandards

Kritisiert werden ungenügende Ausbaustandards und die nicht der Norm entsprechende Strassenbreite. «Leider sind bisher sämtliche Anliegen vom Tiefbauamt nicht berücksichtigt worden», heisst es im Petitionsschreiben von Yelitza Bättig, Claudia Baumann, Evelin Bermudez, Jimena Peña Broischer, Soraya von Wyl und Brigitte Volante. Die sechs Mütter haben eine Petitionsgruppe gebildet und bitten das Tiefbauamt um eine öffentliche Antwort auf die Petition mit über 500 Unterschriften.

Im Schreiben wird die aktuelle Verkehrssituation an der Luzernerstrasse für die Kinder auf dem Weg zur Schule als äusserst problematisch beschrieben. Gefährliche Situationen am Fussgängerstreifen in Merlischachen seien Alltag. Weiter heisst es im Schreiben:

«Im Zentrum bestehen verschiedene kritische Strassenüberquerungen sowie eine insgesamt unübersichtliche und damit gefährliche Verkehrssituation.»

Dieser Zustand verletze das in der Bundesverfassung verbriefte Recht auf einen sicheren Schulweg.

Die Petitionäre sehen einen dringenden Handlungsbedarf. Sie begründen ihn mit wiederholten Vorfällen an der Luzernerstrasse. «Diese erfordern Sofortmassnahmen zur Sensibilisierung aller Verkehrsteilnehmer.»

Konkrete und zeitnahe Massnahmen gefordert

Die Petition fordert, einerseits mit einer Tempo-30-Zone eine Verbesserung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erzielen und andererseits als Sofortmassnahme durch eine bessere Signalisation auf die Schulzone aufmerksam zu machen. Die Vorteile einer Tempo-30-Zone würden auf der Hand liegen, sind die Petitionäre überzeugt. Je tiefer die Geschwindigkeit, desto kürzer sei der Anhalteweg und damit die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls.

Konkret: Bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern stehe ein Auto nach 13 Metern bereits still, während es bei Tempo 50 an derselben Stelle immer noch ungebremst wäre. Bei 50 Stundenkilometern kommt ein Auto erst 26 Metern zum Stillstand. Besonders wichtig ist den Unterzeichnern: Bei einer Frontalkollision mit einem Fussgänger reduziert sich die Sterbewahrscheinlichkeit bei 30 Stundenkilometern um 70 Prozent, verglichen mit der Sterbewahrscheinlichkeit bei 50 Stundenkilometern.

Temporäre Tempo-30-Zone als Vorschlag

Im Brief werden auch die Kosten thematisiert. Nach heutigem Wissensstand halte sich der finanzielle Aufwand für eine Geschwindigkeitsreduktion in Grenzen. Dennoch werde mit einer Tempo-30-Zone die Sicherheit beträchtlich gesteigert und eine verkehrstechnisch ideale Lösung geschaffen. Die Petitionäre sind überzeugt:

«Da eine temporäre Tempo-30-Zone ohne grosse bauliche Massnahmen realisiert werden kann, ist die Umsetzung deutlich schneller als andere Lösungen.»

Und sollte die Tempo-30-Zone wider Erwarten nicht die gewünschten Resultate erzielen, könne diese nach der Versuchsphase rückgängig gemacht werden. Die Unterzeichner appellieren an die Verantwortlichen: «Es ist höchste Zeit, die Situation in Merlischachen zu entschärfen.»